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Horgau/Hamburg

28.05.2015

Auf dem Sprung zur Musicalkarriere

Lukas Mayer kann nicht nur tanzen. Auch in den Kategorien Schauspiel und Gesang erhielt er von der Jury beim Bundeswettbewerb von Jugend musiziert die Höchstpunktzahl.
Bild: Michael Hochgemuth

Lukas Mayer aus Horgau gewinnt den 1. Bundespreis von Jugend musiziert. Und behält sein Ziel fest im Auge

Als die Juroren das Ergebnis verkündeten, konnte es Lukas Mayer kaum glauben. „Ich dachte: Das ist ein Witz. Ich war vollkommen sprachlos. Dass man von einer fachlichen Jury gesagt bekommt, dass man bundesweit einer der Besten ist – das ist einfach Wahnsinn.“ Nicht nur, dass der 16-jährige Horgauer mit dem ersten Bundespreis von Jugend musiziert in der Kategorie Musical einen der renommiertesten Preise des Landes gewonnen hat – gegen eine hochklassige Konkurrenz. Der Musical-Sänger, Tonlage Bariton, hat auch noch mit Maximalpunktzahl errungen, sowohl in Gesang und Tanz als auch im Schauspiel. Dieser Spagat aus verschiedenen Disziplinen macht für Lukas Mayer den Reiz am Musical aus. „Er ist das Salz in der Suppe“, sagt er.

Seine Leidenschaft zum Musical hatte er vor drei Jahren entdeckt – bei der Aufführung von „Rebecca“ in Stuttgart. Vor allem beeindruckte ihn die niederländische Sängerin Pia Douwes, die die Haushälterin spielte. „Die war so gut, dass ich beschlossen habe: Ich muss so werden wie sie. Da habe ich mich ins Musical verliebt.“ Wobei er seit seinem Stimmbruch eher andere Rollen einstudiert als sein Idol. Das er inzwischen kennengelernt hat, beim Wettbewerb „Musical-StarT“ in Speyer, wo Pia Douwes in der Jury saß. Der Sieger erhielt einen Workshop mit ihr. Klar, dass sich Lukas Mayer diese Chance nicht entgehen ließ und ist noch heute beeindruckt: „Wie da plötzlich der Musical-Star vor einem steht – ungeschminkt.“

Dass er selbst auch einmal auf den Bühnen dieser Welt stehen wird, ist für Lukas Mayer klar. Der Zehntklässler möchte nach seinem Abitur Musical studieren, „am liebsten in München oder in Essen.“ In der August-Everding-Akademie in München kennt er bereits den Dozenten Andreas Kohn, mit dem er einmal im Monat an seinem Repertoire feilt. Über die Wettbewerbe in Speyer kenne er auch einige Juroren, die gleichzeitig Dozenten an der renommierten Folkwang-Universität in Essen sind. Um dieses Ziel zu erreichen, trainiert und übt er jeden Tag. Zwei Stunden Gesangsübungen, eine Stunde Tanzen. Für mehr sei keine Zeit, „ich bin ja leider noch hauptberuflich Schüler“, erklärt Lukas Mayer. Da komme er häufig erst um 16 Uhr nach Hause. „Zum Schauspielen komme ich selten, das macht man aber eh parallel zum Singen und Tanzen“, sagt Mayer. Einmal in der Woche bekommt er Tanzstunden, ebenfalls einmal pro Woche Gesangsunterricht bei einem weiteren Vorbild, Lehrerin Elisabeth Haumann.

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Die ist voll des Lobes für ihren Schüler: „Ich bin sehr stolz auf Lukas, weil dieser Preis hart erarbeitet ist. Das hatte nichts mit Glück zu tun.“ Denn die Voraussetzungen waren ungünstig. Nicht nur wegen des Austragungsorts Hamburg. „Der Auftritt war am Samstag um 9.30 Uhr. Das ist eine schlechte Zeit für Sänger und die Stimme. Die muss auch erst einmal wach werden.“ Dazu kommt die Konkurrenz. „Das Niveau wird immer höher. Die anderen Teilnehmer waren wirklich gut. Die sind mit 16, 17 schon fast nicht mehr jung, stehen ja fast schon vor dem Abitur.“ An ihrem Schüler Lukas schätzt sie seine professionelle Einstellung. „Direkt nach so einem Wettbewerb kommt er an und fragt mich: Woran arbeiten wir jetzt?“ Das sei bewundernswert. Auch Lukas Mayer schätzt seine Gesangslehrerin sehr. „Sie ist immer dabei, ob in Hamburg oder Speyer. Sie ist eine gute Lehrerin – und Freundin.“

Ein drittes Vorbild hat Lukas Mayer noch. Keine Musical-Stars oder Opernsänger, auch keine Pop-Stars – die Lukas respektiert, allen voran Sänger wie Xavier Naidoo und Andreas Bourani. Sein wirklicher Star ist sein eigener Vater. „Weil der mich immer wieder erdet. Weil er auch nach so einem Wahnsinns-Wochenende zu mir sagt: Okay, jetzt lernen wir zusammen Mathe.“ Denn auch Mathe hat viel mit dem Berufswunsch des Juniors zu tun, wie Gesangslehrerin Haumann erklärt: „Heute braucht man überall Abitur. In Essen werden nur sechs Bewerber pro Semester aufgenommen. Wenn es nicht klappt, dann kann man immer noch etwas anderes machen.“ Umso wichtiger ist es da, in seinen Bewerbungsunterlagen den ersten Bundespreis bei Jugend musiziert zu haben.

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