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Horgau

08.03.2018

Auf den Spuren des Schwarzen Reiters

Sie wollen ihren Gästen eine Heimat auf Zeit sein: (von links) Martin junior, Martin und Brigitte Platzer sowie stellvertretend für den Servicebereich im Schwarzen Reiter Claudia Peschel, Andrea Kraus und Lea Buchhart.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Seit neun Generationen ist der Horgauer Gasthof im Besitz der Familie Platzer.  Die Grundlage für den Erfolg setzte einst ein mutiger Husar.

Eingebettet im idyllischen Rothtal mit seinen leichten Hügeln verfügt Horgau über ein kulinarisches und entspannendes Zentrum, das fast einer Insel der Erholung gleich kommt. Direkt an der Hauptstraße liegt der Gastronomie- und Hotelbetrieb Zum Schwarzen Reiter. Seit neun Generationen ist er im Besitz der Familie Platzer. Die über 250 Jahre alte Familientradition kann der Gast in der Ahnenstube optisch nachvollziehen. Dort reiht sich auf Fotos ein Vorfahre an den anderen. Den Beginn macht Georg Platzer. „Er war Husar eines preußischen Regiments und erwarb die Tafernwirtschaft im Jahr 1764“, erzählt der heutige Besitzer Martin Platzer. Aus dem damaligen Anwesen sei nach zahlreichen Um- und Anbauten, Sanierungen und Erweiterungen sowie viel Mut zur Investition eine Wellnessoase geworden. Martin Platzer fasst es so zusammen: „Ein Drei-Sterne-Superior-Flairhotel zum Wohnen und Wohlfühlen mit einen Restaurant, das Gaumenfreuden bietet sowie Koch- und Weinkompetenz besitzt.“

Dabei legt er Priorität auf einen in sich stimmigen, freundlichen und fachkundigen Service. „Bei uns werden die Gäste in allen Betriebsbereichen mit Engagement und ehrlicher Gastlichkeit verwöhnt“, betont er. Und in Richtung Gastronomie ergänzt er: „All you can eat ist keine Option. Es muss schmecken und das Ambiente und die Liebe zum Detail stimmen.“ Nur dann könne der Gast von einem Genuss-Erlebnis sprechen.

Martin Platzer hat den Betrieb 1992 von den Eltern übernommen

Martin Platzer weiß, wovon er spricht. Er hat den Betrieb 1992 von den Eltern übernommen. Neben dem Fleischerhandwerk hat er eine Ausbildung als Koch und Hotelfachmann absolviert, die er mit der Qualifikation zum Küchen- und Fleischermeister abrundete. Tätig war er unter anderem im Hotel Überfahrt und Hotel Bachmair am Tegernsee, im Bayerischen Hof in München und in der Ecke in Augsburg. Ein halbes Jahr war er zudem als Koch auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff auf Weltreise.

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Mit an Bord sind neben Martin Platzer auch seine Ehefrau Brigitte und seit mehr als 50 Jahren die Eltern des Besitzers, Gabriele und Martin Platzer senior. Sie seien die gute Seele und der gute Geist im Hause. Die dritte Generation verkörpert der 25-jährige Martin junior. Hinzu kommt ein Team von etwa 40 Mitarbeitern, darunter zwischen acht und zehn Auszubildende – in dieser Größenordnung eine Besonderheit in der Region. In der Küche hat Angelino Zisler das Sagen. Seit 21 Jahren. Er setzt auf Qualität, frische saisonale und zudem regionale Produkte. Er steht für präzises Handwerk und für Fantasie bei der Umsetzung der Gerichte. Dennoch folgt die Küche keinem Trend der Überinszenierung. Vielmehr steht die Ursprünglichkeit der Produkte im Mittelpunkt. Ein Blick in die Speisekarte beweist dies.

Dort findet der Gast unter anderem Norwegischen Lachs, Steak vom Jungbullenrind, Rostbraten und Entenbrust, aber auch manches aus Großmutters Küche wie eingelegten Sauerbraten, gesottenen Kalbs-Tafelspitz oder Horgauer Rostbrätle. Hinter letzterem verbirgt sich ein Saubuckel im Pfännchen serviert mit Kässpätzle und Röstzwiebeln. Die Küche kann aber auch Pasta, vegetarisch und vegan. Internationale Genießer-Menüs kommen vor allem bei Hochzeiten auf den Tisch. Die saisonalen Wildgerichte stammen aus der eigenen Jagd oder von Jägern aus der Umgebung. Fehlende Bodenständigkeit kann man der Familie nicht unterstellen. „Was wir nicht können, das lassen wir“, betont Martin Platzer und seine Frau Brigitte ergänzt: „Wir sind Gastgeber aus Leidenschaft.“ Sie leitet den Servicebereich und ist für die Tischdekorationen zuständig. Auch bei ihr haben Tradition und regionale Verwurzelung einen großen Stellenwert. Dazu gehört auch der Rückblick auf den Namensgeber des Gasthofs.

Wie es zum Namen „Zum Schwarzen Reiter“ kam

Jener Georg Platzer sei nicht nur der Begründer der Gastro-Dynastie, sondern auch ein mutiger Mann gewesen, bekräftigt Brigitte Platzer. Mutig deshalb, weil er, der schwarzgekleidete Reiter, 1763 eine gefürchtete Räuberbande bei seinem Ritt nach Stoffenried überführte. Mit einer List überrumpelte er den Anführer und überstellte ihn der Horgauer Obrigkeit. Der Rat in Augsburg gewährte dem einstigen Husaren eine hohe Belohnung. Mit ihr erwarb Georg Platzer die Tafernwirtschaft. Martin Platzer lächelt. Irgendwie sei er stolz auf den Vorfahren, gesteht er. Doch schnell ist er wieder im Heute und Jetzt. Er verweist auf die Maxime, mit der er und die früheren Generationen gut gefahren sind, nämlich mit genussvollen Schmankerln, süffigen Bieren, erlesenen Weinen und ehrlicher Gastlichkeit. „Wir wollen den Gästen eine Heimat auf Zeit sein.“

Öffnungszeiten: Täglich von 7 bis 24 Uhr, warme Küche gibt es von 11.30 bis 13.45 Uhr und von 17.45 bis 21 Uhr. Nachmittags und abends stehen eine Brotzeitkarte und eine kleine Auswahl von warmen Gerichten bereit. Ruhetag ist jeden letzten Sonntag im Monat. Reservierungen sind möglich unter Telefon 08294/86080.

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