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26.03.2009

Augsburger Land fügt sich wie ein Puzzle zusammen

Landkreis Augsburg Die Heimat darf kein Buch mit sieben Siegeln sein - und deshalb wird jetzt im Landkreis Augsburg eine Idee von Grundschullehrer Christoph Wolf aufgegriffen, um ein verständliches Heimatbuch für das Gebiet zwischen Lech und Zusam, an Schmutter und Wertach zu entwickeln.

Mit seinem Vorstoß hatte der Diedorfer Wolf bei Landrat Martin Sailer - selbst Vater von drei Kindern - offene Türen eingerannt. Im Schulausschuss, wo er die Idee präsentierte, stieß das Vorhaben zunächst nicht auf helle Begeisterung. Die Lehrer sollten doch die Heimatbuchreihe von Kreisheimatpfleger Prof. Dr. Walter Pötzl lesen, um daraus Material für den Unterricht zu entwickeln, wandte zum Beispiel Fritz Hölzl ( CSU) ein. Hölzl war früher selbst mal Lehrer.

Nun aber sind die Pötzl-Werke nicht unbedingt leichte Kost, so wie es sich für einen Historiker auch geziemt. Allerdings gibt es eine Art "Null-Band", erinnerte Walter Aumann von der SPD, der sei als Grundlage geeignet. Das Problem: Das Buch ist längst vergriffen.

Auf der Suche nach einer Arbeitsgruppe, die zusammen mit Christoph Wolf das Projekt ausarbeitet, warf sich Sailer selbst in die Bresche. Und konnte inzwischen noch Carolina Trautner (CSU) und Paul Reisbacher (Grüne) gewinnen, die nun zusammen mit Armin Falkenhein von der Schulverwaltung ein Konzept ausbrüten.

Augsburger Land fügt sich wie ein Puzzle zusammen

Das ist, so sagt der Pädagoge, relativ einfach. Wolf bezieht sich auf das Buch "Mein Augsburg", das die Gemeinschaftsstiftung "Mein Augsburg" allen Schülern der dritten Klassen an Grund- und Förderschulen schenkt. Im Buchhandel ist es für 12,80 Euro zu kaufen (Wißner-Verlag, Augsburg).

In dem 72 Seiten starken Werk (Wolf: "Ganz toll gemacht") geht es um "Unsere Stadt", um Augsburger Flüsse und Stadtteile und Nachbarorte, um Geschichte und Geschichten über Römer und Fugger und den wirtschaftlichen Wandel, aber auch um Verwaltung, Energie und "Hier ist was los". Der Grundschullehrer Wolf, der dritte und vierte Klassen an der Schule in Westheim unterrichtet, ist begeistert: "Sehr viele Bilder, kurze Texte, sehr gut gestaltet."

"Und der Landkreis hat gar nichts", ärgert sich Wolf und will das ändern. Das sei schon allein deshalb wichtig, weil der Landkreis Augsburg, der zweitgrößte in Bayern, mit einer Ausdehnung von 65 Kilometer Luftlinie von Nord bis Süd so unübersichtlich ist. Vor allem für Kinder.

Wolf denkt an ein Puzzle, wo Städte, Märkte und Flüsse vorkommen und vielleicht auch "ein Maskottchen für eine emotionale Begegnung". Bei einer Umfrage an zwei vierten Klassen - bei denen stehen vier Stunden Heimat- und Sachunterricht im Wochenplan - musste er erfahren, dass die meisten Schüler eigentlich nichts vom Landkreis wissen, in dem sie leben. Das soll sich ändern. Die Arbeitsgruppe wird jetzt ein Konzept ausarbeiten.

Vom Schulamt hat Wolf die Auskunft über die "potenzielle Leserschaft" erhalten: Im Landkreis Augsburg gibt es in den vierten Klassen immerhin etwa 2400 Mädchen und Buben.

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