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Thierhaupten

05.11.2019

Aus Thierhaupten kommen papierlose Büros

Bei der docuvita solutions GmbH sieht das Büro meistens aufgeräumt und vor allem "papierfrei" aus, denn das ist das, womit sich das Team tagtäglich beschäftigt: um das IT-gestützte Dokumentenmanagement. (hinten von links) Benjamin Roßkopf, Alexander Berndt, Gerd Schäffer, Stefanie Mehr, (vorne von links) Gefara Brik, Hündin Mia, Matthias Wendl.
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Bei der docuvita solutions GmbH sieht das Büro meistens aufgeräumt und vor allem "papierfrei" aus, denn das ist das, womit sich das Team tagtäglich beschäftigt: um das IT-gestützte Dokumentenmanagement. (hinten von links) Benjamin Roßkopf, Alexander Berndt, Gerd Schäffer, Stefanie Mehr, (vorne von links) Gefara Brik, Hündin Mia, Matthias Wendl.
Foto: Steffi Brand

Plus Als Schüler entwickelte Gerd Schäffer Computer-Spiele. Heute sorgt er vom Lechtal aus für aufgeräumte Büros. Und dazwischen liegt eine bewegte Karriere.

Der Lebenslauf von Gerd Schäffer, dem Chef der docuvita solutions GmbH mit Sitz in Thierhaupten, erinnert an den eines IT-Startup-Unternehmers. Bereits mit 16 Jahren hat der gebürtige Thierhauptener Computerspiele programmiert, die es dann sogar ins Verkaufsregal bei Karstadt geschafft haben. Textadventures seien es gewesen, verrät der heute 50-Jährige, bei denen es noch keine richtige Computergrafik gab, sondern die Spieler eher mit Worten beispielsweise von der Burg Verließ dirigiert wurden. Auch mit Geschicklichkeitsspielen, ähnlich dem alten Spieleklassiker Arkanoid, habe er als Schüler seine Programmierkenntnisse aufgebessert.

Später war Schäffer Zeitsoldat und absolvierte eine Ausbildung zum Luftfahrzeug-Elektroniker. Nach der Bundeswehr kehrte er allerdings recht schnell wieder zurück hinter den Computer und begann in Augsburg ein Informatik-Studium. „Bereits im zweiten Semester wurde das Studium ein wenig langweilig“, gibt er zu und erklärt so auch, warum er noch während seiner Zeit als Student seine erste Firma mit einem Kommilitonen gegründet hat.

Die Ursprungsidee floppte

Um diese voranzubringen, bot Schäffer damals seinen eigenen Kommilitonen die Möglichkeit zu einem Praxissemester an. „Die Professoren staunten nicht schlecht, schließlich besuchten sie ihre Studenten im Praxissemester und musste erkennen, dass wir Studenten und Unternehmer waren“, erinnert sich der 50-Jährige. Die Erfolgsbilanz sah so aus: Die Ursprungsidee floppte, doch die Firma, die opencom gmbH, gibt es (mit einem anderen Fokus) noch heute - und zwar bei Landsberg am Lech.

Schäffer selbst stieg aus und widmete sich einer neuen „Lebensepisode“, wie er sagt. Zwei Jahre lang pendelte der Thierhauptener zwischen seiner Familie, die im Lechtal blieb, und der beliebten Urlaubsinsel Mallorca hin und her. Statt Sonnenbäder am Strand zu nehmen, malochte Schäffer auf Malle in einem Studio für Spieleentwicklung. Durch den Umbruch der Branche und der rasanten Entwicklung hin zu mobilen Spielen war dieser Job nicht von Dauer. Zudem zog es ihn zurück in die Heimat - zu seiner Frau und seinen zwei Töchtern, die heute 17 und 22 Jahre alt sind.

Bis heute fährt er ganz bewusst zweigleisig

Dann erst stellte er die Firma auf die Beine, die er heute gemeinsam mit acht Mitarbeitern betreibt: die docuvita solutions. Im Oktober 2012 hat er das Unternehmen gegründet, welches die Digitalisierung in jedes Büro bringen will. Das bedeutet: Schäffer bietet Betrieben zwischen einem und 2000 Mitarbeitern die Möglichkeit, so aufgeräumt und papierfrei zu arbeiten, wie das auch in Thierhaupten selbst der Fall ist. „Wir haben hier vielleicht vier Ordner im Büro“, berichtet Schäffer und guckt sich in den leeren Regalen und auf den leeren Schreibtischen um. Bis heute fährt er im eigenen Betrieb ganz bewusst zweigleisig. Zum einen fungiert er als Partner des IT-System-Herstellers docuvita und bietet Serviceleistungen rund um das Kernprodukt, das Dokumenten-Management-System an, zum anderen kümmert sich Schäffer direkt um die Endkunden, die heute auch seine Eigenentwicklungen - die docuvita solutions - nutzen.

Diese Einzellösungen, die Schäffer mit seinem Team rund um das Hauptprodukt herum entworfen hat, werden von seinen Kunden heute immer häufiger als Cloud-Lösung genutzt. „Vor drei Jahren noch wehrten sich etwa 80 Prozent unserer Kunden gegen die Cloud“, berichtet Schäffer. Das habe sich inzwischen geändert. Das Rechenzentrum befindet sich in Frankfurt. Service und Support gibt’s dann direkt aus dem Lechtal.

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