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Holzhausen/Heretsried

18.05.2018

Ausbaugegner haben jetzt fast 3700 Unterschriften

Sie fordern eine Sanierung statt eines Ausbaus: (von links) Johann Meier, Gabriele Mayr, Albert Eding, Inge Eden, Gabi Steidle-Pfitzmaier, Irmgard Del Pino, Elisabeth Luderschmid, Johann Häusler und Martina Schuster trafen sich gestern
Bild: Andreas Lode

Petition fordert eine naturverträgliche Sanierung  zwischen Heretsried und Holzhausen.  Es gibt scharfe Kritik an den Holzwinkel-Bürgermeistern.

Mit weiteren 1500 Unterschriften haben die Gegner des geplanten umfangreichen Ausbaus der Staatsstraßen 2036 gestern Eindruck in München gemacht. Dort stand im Wirtschaftsausschuss des Landtags ein Antrag der Grünen zur Diskussion, nach dem ein Planfeststellungsbeschluss im Verfahren erst nach Ausgang der Petition der Ausbaugegner erlassen werden soll. Nachdem versichert worden ist, dass die Petition bereits im Juli behandelt wird, zogen die Abgeordneten ihren Antrag zurück. Für die Ausbaugegner bedeutet das einen Zeitgewinn und die Sicherheit, nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Johann Häusler von den Freien Wählern, der Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Landtags ist, wertete das gestrige Ergebnis als Erfolg. Denn eigentlich hätte die CSU-Mehrheit den Antrag ablehnen wollen. Vor der Sitzung hatte er sich einige Parlamentarier zur Seite genommen und erklärt: Eine Ablehnung sei so, wie wenn ein Delinquent erst aufgehängt und dann festgestellt wird, ob das Urteil rechtmäßig war. Wird die Petition der Ausbaugegner vom Landtag gewürdigt, dann könnte der Regierung nahe gelegt werden, die Einwände in die Planung einzuarbeiten. Die Gegner, die bis gestern Abend insgesamt rund 3700 Unterschriften gesammelt haben, halten die Ausbaupläne des Staatlichen Bauamts Augsburg für überzogen.

Nicht nur enge Kurven werden beseitigt

Sie sehen vor, dass die Staatsstraße zwischen Heretsried und Holzhausen auf einer Länge von 3,2 Kilometern durchgehend eine Breite von sieben Meter erhält. Die bestehenden engen Kurven werden ebenso beseitigt wie unübersichtliche Kuppen und abtauchende Streckenabschnitte. Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von 5,3 Millionen Euro. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Schwaben. Das heißt: Es werden alle vom Bauvorhaben möglicherweise betroffenen öffentlichen und privaten Belange gesammelt, geprüft und zuletzt abgewogen. Es geht auch um eine Vielzahl von Rechtsfragen, die gelöst werden sollen. Am Ende könnte das ausführende Staatliche Bauamt Augsburg Baurecht bekommen. Oder eben nicht.

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Frühestens im Oktober kommt es zum Erörterungstermin, berichtete gestern Markus Ganserer. Der Grünen-Abgeordnete war Berichterstatter im Wirtschaftsausschuss des Landtags. Mit einem Verfahrensende sei frühestens Ende 2019 zu rechnen, so Ganserer.

Ausbaubefürworter in München

Bereits am Montag fuhren die Ausbaubefürworter nach München. Die Bürgermeister Heinrich Jäckle (Heretsried) und Michael Müller (Emersacker) übergaben eine Petition der Holzwinkel-Gemeinden: Sie fordern im Namen der Gemeinden Adelsried, Altenmünster, Emersacker, Laugna, Heretsried, Welden und des Bürgermeisters von Bonstetten einen Ausbau der Staatsstraße 2036 zwischen Holzhausen und Heretsried. Er solle aus Gründen der Verkehrssicherheit baldmöglichst ausgeführt werden und sei unumgänglich, heißt es in der Petition. Auch die Bewohner der Holzwinkelgemeinden hätten ein Anrecht auf gute Verkehrsverbindungen. Das gelte auch für den Ausbau der Straße zwischen Heretsried und Emersacker, der gerade vorgeplant wird. Mit dem Teilbereich könnte „endlich die bestehende Geh- und Radweglücke zum Wohle unserer Bevölkerung geschlossen werden“, heißt es in der Petition. Die lehnen die beiden Grünen-Gemeinderäte von Bonstetten entschieden ab: „Für sinnvolle und nötige Debatten in den Gemeinderäten fordern wir, die Befürworter eines maßvollen Ausbaus zu Information und Stellungnahmen einzuladen.“ Sie werfen den Holzwinkel-Bürgermeistern Missbrauch ihrer Vertretungsmacht vor. Wörtlich heißt es in einer Pressemitteilung: Die Bürgermeister „glauben ohne öffentliche Beratungen und Beschluss in den zuständigen Gremium im Namen der Gemeinden und Bürger sprechen zu können. Wohin, fragt man sich, soll diese Selbstermächtigung letztlich führen? Ist eine Petition eine Einrichtung für Einzelmeinungen von Bürgermeistern? Oder ist sie doch viel eher eine Einrichtung für Bürger, die selbst für sich sprechen können?“ Kommentar

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23.05.2018

Der Heretsrieder Bürgermeister irrt, wenn er seine Petition im Namen der Heretsrieder Bürger einreicht. Nicht alle unterstützen diesen Wahnsinn. Eine wunderschöne Landschaft in einem sog. Naturpark zu entstellen für eine modernere Landstraße auf dem Land - wo leben wir denn? Demnächst bauen wir Autobahnen durch Naturschutzgebiete? Ein neuer Asphaltbelag auf dieser Landstraße ist zwingend notwendig - mehr aber auch nicht. Der geplante Mega-Ausbau begünstigt nur das Rasen und trägt damit zur erhöhten Unfallgefahr bei. Erhalten Sie uns doch unsere blühenden Landschaften und Erholungsgebiete! Wir Landbevölkerung haben hier bereits eine gut ausgebaute Landstraße und einen eben solchen Radweg - mehr ist nicht notwendig.

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