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Konzert

20.08.2013

Ausdruck tief empfundener Volksfrömmigkeit

Werke frühklassischer und klassischer Komponisten boten (von links) Senta Kraemer, Tobias Wall, Rudolf-Dieter Kraemer, Martin Aulbach, Stefan Wolitz.
Bild: Manfred Miller

Zum Patrozinium der Marienkapelle in Neuhäder singt Tobias Wall Marienlieder

Dinkelscherben-Neuhäder Werke frühklassischer und klassischer Komponisten – und hier vor allem volkstümliche Marienlieder – wurden beim Kapellenkonzert in Neuhäder von Tobias Wall (Tenor), Senta und Rudolf-Dieter Kraemer (Violine), Martin Aulbach (Kontrabass) und Stefan Wolitz (Orgel) zum Patrozinium der Marienkapelle in Neuhäder dargeboten.

Leidenschaftlich, stimmgewaltig und klar in den Koloraturen interpretierte Tenor Tobias Wall das „Salve Regina“ von Meinrad Spieß (1683-1761), in dem von den „verbrannten Kindern Evas“, die „trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen“ die Jungfrau Maria anrufen, die Rede ist.

Dass Stefan Wolitz die Orgel in allen Nuancen voll beherrscht, zeigte er beeindruckend beim Orgelkonzert in C-Dur von Joseph Haydn, indem er es verstand, die dem Werk innewohnende Gefühlswelt im Adagio ausdrucksstark wieder zu geben, um dann im Allegro Fröhlichkeit und Unbeschwertheit kraftvoll umzusetzen. Beeindruckend auch die Darbietung der „Sechs Menuette“ von Johann Georg Albrechtsberger (1736-1809) und das Orgelkonzert in F-Dur von Johann Baptist Vanhal (1728-1813). Orgel und Streichinstrumente sind in diesem von Lebhaftigkeit gezeichneten Werk in einem ständigen Dialog, indem die Orgel das Leitmotiv der Violine aufnimmt und es in vielen melodischen Läufen weiter entwickelt.

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Dass Tobias Wall seine erste musikalische Ausbildung bei den Domsingknaben in Augsburg erhielt, die Musikhochschule in Stuttgart besuchte und verschiedene Engagements in Opern, Operetten und Konzerten zu verzeichnen hat, wurde in der Art und Weise, wie er die verschiedenen Marienlieder mit seinem sehr geschmeidigen, weichen Tenor und seiner Beweglichkeit in der Stimme zu interpretieren wusste, mehr als deutlich. Er verstand es dabei auf eine ideale Weise die tonale Einfachheit, die textimmanente Volksfrömmigkeit, die unter anderem in den Marienliedern „O Maria sei gegrüßet“ von Marianus Königsperger (1708-1769), „Mariae Kron“ von Gotthard Wagner (1678-1738), „Ave maris stella“ von Johann Valentin Rathgeber (1682-1750) zum Ausdruck zu bringen.

Senta und Rudolf-Dieter Kraemer und Martin Aulbach bildeten gemeinsam mit Gesang und Orgel eine fein aufeinander abgestimmte, sichere Einheit, die musikalisch zu überzeugen wusste. Das Publikum belohnte diesen musikalischen Genuss mit lang anhaltendem Beifall.

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