Newsticker

Corona-Neuinfektionen mit 23.449 Fällen leicht über Vorwochenniveau
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Außenseiter nimmt alle Hürden

Fischach

30.12.2017

Außenseiter nimmt alle Hürden

Der TSV Diedorf sorgte mit den Sieg bei der schwäbischen Vorrunde in Fischach für eine Sensation. Her trifft Maximilian Mayer gegen den TSV Bobingen. 
Bild: Foto: Andreas Lode

Wie Kreisliga-Kellerkind TSV Diedorf bei der schwäbischen Hallenmeisterschaft die Konkurrenz aus Landesliga und Bezirksliga hinter sich lässt

Vor knapp einem Jahr standen die Kicker des TSV Diedorf noch etwas bedröppelt in der Fischacher Staudenlandhalle. Gerade eben hatten sie das Finale um die Augsburger Landkreismeisterschaft gegen den TSV Meitingen unglücklich verloren. Doch da der Bezirksligist automatische für die Schwäbischen Titelkämpfe qualifiziert ist, durfte der Kreisligist als Vizemeister nachrücken. Am Freitagabend durften die Schützlinge von Trainer Jürgen Fuchs an selber Stelle eine Sensation bejubeln. Als niederklassigster Vereins sicherten sich die Schwarz-Gelben die Teilnahme an der Endrunde in Günzburg am 13. Januar. „Unglaublich“, konnte Fuchs nur noch stammeln, nachdem der 1:0-Finalsieg gegen die TG Viktoria Augsburg festand.

Das Erreichen des Halbfinales und ein Aufeinantreffen mit der TG Viktoria hatte sich der seit zehn Jahren in Diedorf tätige Coach gewünscht. Waren doch vor Saisonbeginn mit Andre Schäffner, Philipp Harjung zwei Eigengewächse zusammen mit Dennis Czifra zum Augsburger Bezirksligisten gewechselt. Dieser Aderlass hatte den TSV in ein tiefes Loch gestürzt. Lange Zeit zierte man das Tabellenende. Dass ein Wiedersehen mit den Ex-Diedorfern im Endspiel erfolgen würde, hätte sich der ehemalige Jugend-Nationalspieler nicht träumen lassen. „Wir haben mehr erreicht, als wir uns vorgenommen haben“, war er schon vor dem Anpfiff des Finales stolz auf seine Truppe.

Dass es sogar noch mehr wurde, als man je zu hoffen gewagt hatte, lag in erster Linie an Florian Sandner. Nicht nur, weil der kickende Co-Trainer 20 Sekunden vor Schluss das Goldene Tor erzielte, nachdem sich Maximilian Mayer energisch durchgesetzt und quer gelegt hatte. Wie die Schneeflocken draußen vor der Halle wirbelte Sandner über das Parkett und war schon in den Gruppenspielen gegen den TSV Bobingen (3:3) und den TSV Ziemetshausen (4:1) fünfmal erfolgreich. Dadurch wurde man sogar Gruppensieger und traf im Halbfinale auf den SV Cosmos Aystetten, der in der Parallelgruppe nur Platz zwei erreicht hatte.

Der ersatzgeschwächte Landesligist legte im diffusen Schummerlicht vor allem gegen die TG Viktoria einen einer eher unmotivierten Auftritt hin und wurde mit 0:5 förmlich zerpflückt. „Das war wenig ruhmreich“, konstatierte Teammanager Christian Geib, „aber es reicht ja ein Sieg, um ins Halbfinale zu kommen.“ Daran erinnerten sich die Cosmonauten aber erst, nachdem man gegen den TSV Haunstetten 0:2 zurück lag. Vor allem Max Klotz, der mit drei Treffern in Folge den Spieß umdrehte. „Wir haben eine halbe Stunde gebraucht, bis wir endlich Futsal spielen“, ärgerte sich Alexander Canovic, der für Cheftrainer Marco Löring das Coaching übernommen hatte. Ein Fehler von Klotz führte dann nochmals zum 3:3-Ausgleich, der das Aus bedeutet hätte. Doch dann trafen Klotz und Daniel Michl zum 6:3 ins leere Tor, Letzterer sogar aus der eigenen Hälfte.

Das Aystetter Hoch war allerdings nur von kurzer Dauer. Im Halbfinale wurde der Goliath vom David am Ende vorgeführt. Die Schlüsselszenen waren dabei das 2:1 durch Maximilian Mayer, dem ein Stürmerfoul vorausging, und ein klares Handspiel von Nicolas Ott auf der Torline, das eigentlich mit Rot und einem Siebenmeter bestraft hätte werden müssen. Nachdem sich Max Klotz aufgrund anhaltender Reklamationen noch die Gelb-Rote Karte einhandelte, ließ sich der SV Cosmos hängen und kam in einem Spiel, das bis zu diesem Zeitpunkt auf Augenhöhe verlaufen war, noch mit 2:7 unter die Räder. Während bei den nur mit sechs Feldspielern angetretenen Aystettern Kraft und Einstellung mehr und mehr flöten gingen, gelang den mit neun Kickern aufgelaufenen Diedorfern einfach alles. „Im Halbfinale werden wir immer um den Sieg gebracht“, sah Marco Löring das Ausscheiden mit Galgenhumor: „In Kissing der Abbruch, diesmal zwei Fehlentscheidungen.“ Sein Diedorfer Kollege Jürgen Fuchs konnte ihm nur eingeschränkt Recht geben: „Natürlich hatten wir etwas Glück gehabt. Aber allein an den Fehlentscheidungen darf man es auch nicht festmachen.“ Der Husarenstreich in der Halle sollte dem Kellerkind TSV Diedorf neuen Mut und Motivation im Kampf um den Klassenerhalt verleihen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren