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Gersthofen

23.01.2019

Ausstellung in Gersthofen: Auf der Suche nach Unsichtbarem

Gersthofen, Rathaus, "Jenseits des Sichtbaren", Gemeinschaftsausstellung der Mitglieder des Kulturkreises Gersthofen, "jenseits des Sichtbaren" von Christine Märkl
Bild: Foto: Andreas Lode

 Gersthofens Kulturkreis macht sich auf den künstlerischen Weg „Jenseits des Sichtbaren“. Der Betrachter darf durchaus rätseln.


Wir leben in einer Welt, die sehr stark auf das Optische ausgerichtet ist, auf das, was wir mit den Augen wahrnehmen. Ein klassisches Thema der Kunst ist es, auch das zu zeigen, was in den Dingen und Lebenssituationen steckt, das nicht auf einen Blick zu erkennen ist. Diesen Ansatz verfolgt die neue Gemeinschaftsausstellung der Kulturkreismitglieder im Gersthofer Rathausfoyer. Bis zum 4. April sind dort unter dem Motto „Jenseits des Sichtbaren“ unterschiedlichste Werke zu sehen.

Die Zahl der Teilnehmer ist heuer Groß: Mehr als 20 Künstler haben insgesamt 68 Arbeiten zu der Schau beigetragen. Wie in den vergangenen Jahren auch dominieren Bilder gegenüber Skulpturen und dreidimensionalen Objekten. Die Künstler verdeutlichen dabei nicht nur, was sich hinter alltäglichen Ansichten oder Gegenständen noch finden lässt, immer wieder findet sich auch ein augenzwinkernder Umgang mit dem Ausstellungsthema. Manchmal eröffnet sich kein Bezug, einige Arbeiten stehen einfach nur für sich.

Wo bleibt das Gesicht?

Ins Leere laufen lässt den Betrachter ein Bilderduo: Gezeigt wird ein Frauenkopf von vorne, dem allerdings das Gesicht fehlt – stattdessen findet sich eine reine Fläche. „Incognito“ bleibt das Modell eines anderen Porträts: Der Kopf wird halb von einer Maske verdeckt. Eine Arbeit ohne Titel zeigt einen mit wenigen Strichen gezeichneten weiblichen Akt. Das Modell dreht dem Betrachter den Rücken zu, das Gesicht bleibt daher unsichtbar.

Mehrere an klassische Mal- und Kompositionsweise angelehnte Stillleben von Obst oder Pilzen bis hin zum Fisch werden unter dem Dachtitel „Omega-3-Fettsäuren“ kombiniert. Unter der Oberfläche der sichtbaren Lebensmittel findet sich ein wertvoller und gesunder Stoff. Ein kulinarisches Motiv in zwei Stationen zeigt auch das Foto-Duo „schmeckt I“ und „schmeckt II“: Es zeigt eine Anzahl Fleischbällchen im Rohzustand und daneben schön braungebraten.

„Verborgene Inhalte“ zeigen fünf Collagen: Auf verschiedenen Verpackungen, beispielsweise für Likörpralinen, werden Gegenstände oder Nahrungsmittel aufgetragen, die auf einen unerwarteten Inhalt deuten.

Landschaften sind in Gersthofen zu sehen

Im Reigen der verschiedenen Motive finden sich einige Landschaftsdarstellungen. Eine gemalte Szene „An der Wertach“ präsentiert sich leicht abstrahiert in verfließenden Farben – sie erscheint wie in einer idyllisch ruhigen Vision. Auf eine hinter einem Naturereignis stehende überirdische Macht verweist „Poseidon tanzt“. Dies äußert sich in einer dramatisch-stürmischen Meeresszene, bei dem sich hohe Wogen überschlagen und die Gewalt des aufgepeitschten Wassers anschaulich wird.

Jenseits des Sichtbaren ist die heiß ersehnte Jahreszeit in „noch verborgen – Frühling“. Auf dem Gemälde überlagern sich verschiedene abstrakte Farbfelder in zarten Frühlingstönen – sie warten gleichsam, sich zu einem Blumenbild zu arrangieren. Eine Art Landschaft entfaltet sich beim Bild „Wertstoff Hirn“: In einer anthrazitfarbenen Umgebung wächst ein Baumstamm – dessen Krone ist allerdings ein menschliches Gehirn. Die dunkle Farbgebung weist aber darauf hin, dass diese „Krone der Schöpfung“ auch ihre Schattenseiten hat.

An ein abweisend verschlossenes Gebäude erinnert der „Traumturm“ aus Keramik, eine der wenigen Skulpturen der Ausstellung. Was darin verborgen ist, versuchen zwei Figuren zu erkunden, die sich eng an das Gebäude anschmiegen.


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