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Landkreis Augsburg

14.05.2020

Autohäuser: Kunden warten auf Kaufprämie

Besitzer von Autohäusern fordern schnelle Entscheidungen bei der Kaufprämie für Neuwagen.

Plus Im April sind Neuzulassungen für Kraftwagen eingebrochen, weil Autohäuser geschlossen waren. Seit der Öffnung klagen die Händler über zögerlichen Absatz. 

Im April 2020 wurden deutlich weniger Autos zugelassen als in den Monaten zuvor. Insgesamt wurden 1703 Fahrzeuge zugelassen. Das sind deutlich weniger als noch im März (3087) und etwas mehr als halb so viele wie im Februar (3233). Der Grund für den Einbruch war wohl die staatlich verordnete Schließung der Autohäuser im März und April.

Im Autohaus Frey in Gersthofen ist die Nachfrage deutlich zurückgegangen: „Gerade bei Neuwagen ist die Nachfrage eingebrochen und geht gegen Null“, sagt Inhaber Joachim Frey. Er verkauft Autos von Mazda und Peugeot. Er vermutet eine Nachfrageverschiebung, weil seine potenziellen Kunden auf eine Kaufprämie hoffen. „Wenn im Raum steht, dass ich für den Autokauf Geld bekomme, warte ich natürlich noch ein bisschen“, glaubt er. Es gebe auch Menschen, die mit einem Preiseinbruch rechnen und deswegen noch mit dem Autokauf warten.

Nur noch 30 Prozent des normalen Kundenverkehrs

Sein Laden würde deutlich weniger besucht. Er habe nur noch ungefähr 30 Prozent des normalen Verkehrs. Die Hygieneregeln erschweren ihm den Absatz: „Autoverkauf läuft viel über die Beziehung zwischen Kunde und Verkäufer. Das ist deutlich schwerer, wenn man Abstand halten muss und das Gesicht hinter der Maske nicht sieht“, findet Frey. Er und seine Mitarbeiter müssten in Zukunft wohl etwas fleißiger werden.

Hansjörg Mairhörmann geht es ähnlich: „Durch die wirtschaftliche Unsicherheit ist das Interesse nicht besonders hoch“, sagt er. Er verkauft im nach ihm benannten Autohaus Autos von KIA, Fiat, Alfa Romeo und Jeep. Auch bei ihm warten viele Kunden ab, ob die Kaufprämie kommt. „Es ist schwer abzuschätzen, wie dieses Jahr wirtschaftlich für uns ausgeht“, findet Mairhörmann. Er hatte im April 2020 etwa 45 Prozent der Besucher, die er 2019 hatte. „Im Grunde ein Komplettausfall“, sagt Mairhörmann. Die Autos, die er verkauft, kommen aus Spanien, Italien und den USA. Alle drei Länder wurden sehr hart vom Coronavirus getroffen.

Relativ großer Vorrat an Wagen steht im Landkreis zum Verkauf parat

Die Werke waren lange geschlossen. Für seine Kunden werde das aber keine Probleme verursachen: „Wir haben eine relativ hohe Bevorratung. Vielleicht gibt es bei einzelnen Modellen Lieferverzögerungen, aber nichts Ernstes“, schätzt er. Jochen Wiedemann leitet die Meitinger Filiale von AAC Sigg und verkauft Autos der Marke Opel.

Er ist zufrieden mit den neuen Zahlen: „Der Neuwagenbereich läuft ganz gut, seit wir wieder öffnen dürfen“, sagt er. Gebrauchtwagen würden aber schleppend gehen. Er glaubt, dass das an der gestiegenen staatlichen Förderung für abgasarme Fahrzeuge liegt. Er wünscht sich eine Kaufprämie für Autos: „Die Lagerhallen sind voll. Die Prämie kostet den Staat weniger als Kurzarbeit in den Werken“, glaubt er.

So oder so müsse aber eine schnelle Entscheidung her, sonst würde sich die Unsicherheit negativ auf seine Verkaufszahlen auswirken. Auch in seinem Laden gebe es weniger Laufkundschaft. Auf seine Verkaufszahlen wirke sich das aber nicht aus: „Kein Mensch kauft spontan ein Auto. Das ist eine längere Entscheidung“, glaubt er. Er habe seit der Schließung eine Menge Autos, die auf Kunden warten: „Wir haben viele Autos auf Lager“, sagt er.

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