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05.02.2015

Axel Salzmann ist nicht mehr Chef der CSU-Fraktion

Axel Salzmann
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Axel Salzmann

Der Wechsel ist eine Überraschung. Rätselraten über die Gründe

Dieser Schritt überrascht selbst politische Weggefährten: Axel Salzmann, der sieben Jahre lang Vorsitzender der Neusässer CSU-Stadtratsfraktion war, hat sein Amt zur Verfügung gestellt. Seine Nachfolgerin wird Karin Zimmermann.

Salzmann hatte in der jüngsten Sitzung der CSU-Fraktion seine Kollegen gebeten, ihn von dieser Aufgabe zu entbinden. Als Grund für diesen Schritt nennt der Rechtsanwalt berufliche Gründe, vor allem „seinen Erfolg als Haftungsspezialist der drittgrößten Versicherungsgesellschaft Deutschland“. Der derzeitige Beratungsbedarf übertreffe alles Bisherige, sagte er. Aus diesem Grund könne er nicht mehr gewährleisten, dass er künftig die notwendige Zeit habe, die man als Fraktionsvorsitzender benötige. Der 57-Jährige, der auch Ortsvorsitzender der CSU Westheim ist, bleibt weiterhin im Stadtrat. Salzmann hatte in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen gesorgt. So versuchen er und seine Frau gegen den Widerstand von Stadtverwaltung und Landratsamt, auf einem schmalen Grundstück am Rande des Kobelwalds Baurecht durchzusetzen. Mittlerweile ist der seit Jahren schwelende Streit um die Baugenehmigung vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gelandet. Wann diese Sache verhandelt wird, ist noch offen. Für Aufsehen sorgte im September 2014 auch der Austritt von Landrat Martin Sailer aus dem CSU-Ortsverband Westheim. Es war ein heikles Thema in der CSU Neusäß. Offiziell hielten sich alle bedeckt. Das sei eine Sache zwischen Sailer und Salzmann, hieß es damals immer wieder.

Der Ehrenbürger der Stadt Neusäß, Adolf Glogger, denkt, dass diese Streitigkeiten mit ein Grund dafür sein könnten, dass Salzmann sein Amt als Fraktionsvorsitzender zur Verfügung gestellt hat. „Ich vermute, dass die Waldstraßengeschichte da mit reinspielt“, erklärte der 85-Jährige, der 36 Jahre lang für die CSU im Neusässer Stadtrat saß und 24 Jahre lang zweiter Bürgermeister war. Der Streit um die Asphaltierung der Waldstraße und die Bebauung am Kobel habe zu „Unstimmigkeiten“ innerhalb der CSU geführt, so Glogger.

Salzmann wies das gestern zurück. Diese Vermutungen seien „Fantasiegestöber“, konterte Salzmann. Den Schritt, sein Amt als Fraktionsvorsitzender zur Verfügung zu stellen, habe ihm niemand nahegelegt. Allein die beruflichen Gründe hätten den Ausschlag gegeben, so der Rechtsanwalt.

Diese Argumentation stützt auch die neue CSU-Fraktionschefin Karin Zimmermann. Sie erklärte aber auch: „Nicht nur in Bezug auf die Waldstraße, sondern auch in Sachthemen hat Salzmann mit seiner starken Persönlichkeit und argumentativen Stärke durchaus polarisiert und hat so klar Stellung zu den jeweiligen Themen bezogen.“ Nun müsse man nach vorne schauen. Die 46-Jährige sitzt seit 2008 im Stadtrat und war seit Mai vergangenen Jahres stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Außerdem ist sie die Ortsvorsitzende der CSU Steppach. Als weitere Stellvertreter neben Jörg Roehring und Uwe Hübner wählte die Fraktion den Ortsvorsitzenden der CSU Täfertingen, Günter Groll, in den Fraktionsvorstand.

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