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Meitingen

15.01.2015

Azubi fälscht monatelang Bahntickets

Ein halbes Jahr lang ist ein Azubi mit gefälschten Monatskarten unterwegs gewesen. Als die Masche aufflug, staunten die Polizisten nicht schlecht.
Bild: Marcus Merk

Die Bundespolizei greift einen 21-Jährigen Meitinger auf. Dann staunen die Beamten nicht schlecht.

Mindestens ein halbes Jahr lang ist ein 21-Jähriger aus Meitingen mit gefälschten Monatskarten für die Bahn unterwegs gewesen. Dass er sich das Ticket des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds (AVV) im Gegenwert von 76 Euro selbst erstellt hat, kommt ihn nun teuer zu stehen: Am Mittwochmorgen bemerkte ein Schaffner im Regionalzug von Meitingen nach Augsburg die offensichtlich gefälschte Karte und verständigte die Bundespolizei. Diese nahm den Auszubildenden in Gewahrsam – und machte eine überraschende Entdeckung, als sie sich die laut Polizei äußerst schlecht gefälschte Karte ansah.

Denn hinter der Plastikhülle, in der die Monatskarte für den Januar steckte, befanden sich noch sechs weitere Bahntickets – alle waren ebenso schlecht gefälscht wie die erste Karte. Und mit allen war der junge Mann im vergangenen halben Jahr von seinem Wohnort in Meitingen zu seiner Ausbildungsstelle nach Augsburg gefahren. Insgesamt sparte er sich somit über 500 Euro.

Azubi flog über ein halbes Jahr mit Betrug nicht auf

Dennoch dürfte der junge Mann die Sache bald bereuen: Denn nach der Untersuchung leiteten die Bundespolizisten gegen den Mann ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs ein. Ob der junge Mann in dieser Zeit kontrolliert worden war oder ob der Betrug erst so spät aufflog, lässt sich nicht sagen – schließlich müssen die Monatskarten nicht abgestempelt werden.

Dass der Azubi über ein halbes Jahr mit seinem Betrug nicht aufflog, könnte auch an der Uhrzeit liegen, an der er meistens unterwegs war: Als ihn der Schaffner am Mittwoch kontrollierte, geschah dies in einem Regionalzug um etwa 7.30 Uhr. Um diese Zeit sind viele Pendler und Schüler in den verstopften Regionalzügen. Zeit, einen etwaigen Schwarzfahrer zu erkennen, haben die Schaffner nicht viel: Die Fahrt von Meitingen nach Augsburg dauert gerade mal 18 Minuten.

Dass die Kontrollen versagt haben, will die Deutsche Bahn aber dennoch nicht stehen lassen. Ein Sprecher der Bahn sagt auf Anfrage: „Gefälschte Tickets sind für unsere Zugbegleiter oft nicht leicht zu erkennen. Das kommt auf die Fälschung an. Jedoch zeigt das Beispiel des 21-Jährigen mit der gefälschten Schülermonatskarte, dass eine derartige Täuschung irgendwann auffliegt.“

Gut möglich ist zudem, dass die Deutsche Bahn das Geld von dem Mann wieder einfordert, das ihr durch den Betrug entgangen ist. Ein Sprecher der Bahn bestätigte: „Wir prüfen rechtliche Schritte gegen den jungen Mann.“ Insgesamt sind laut Auskunft der Bahn etwa drei Prozent aller Zugreisenden ohne ein gültiges Ticket unterwegs. Wie groß der dem Unternehmen dadurch entstandene Schaden ist, wollte das Unternehmen aber nicht beziffern.

Der Aussteller der Monatskarte, der AVV, sieht die Angelegenheit jedoch gelassen. Eine Sprecherin teilte mit: „Die Karten sind kopiergesichert, das hat sich auch in diesem Fall gezeigt.“ Wie oft es im Verbreitungsgebiet des Verkehrsverbundes zu Schwarzfahrern kommt, könne man nicht sagen – schließlich seien die kooperierenden Unternehmen wie die Bahn oder die jeweiligen Busunternehmen dafür zuständig. Bei den Bussen im AVV-Gebiet sei es zudem ausschließlich möglich, direkt beim Busfahrer einzusteigen – ein sogenannter kontrollierter Vordereinstieg. „Der jeweilige Busfahrer überprüft dann die Echtheit der Fahrkarte“, sagte die AVV-Sprecherin.

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