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Donauwörth/Mertingen

26.11.2018

B2: Geisterfahrerin fährt sieben Kilometer auf Kollisionskurs

Zwei Lastwagenfahrer verhinderten, dass bei einer Geisterfahrt auf der B2 Schlimmeres passierte.
Bild: Marcus Merk (Symbolbild)

Zwei Lastwagenfahrer verhinderten am Montagmorgen Schlimmeres, indem sie die entgegenkommende Geisterfahrerin ausbremsten.

Wahrscheinlich waren am Montag mehrere Schutzengel auf der Bundesstraße 2 zwischen Donauwörth und Mertingen unterwegs. Zwei davon in Gestalt von Lastwagenfahrern: Sie trugen dazu bei, dass eine „Geisterfahrt“ glimpflich endete.

Zwei Lastwagenfahrer blockierten die Fahrbahn

Gegen 5.35 Uhr erhielt die Polizei die ersten Meldungen, dass auf der B2 Höhe Parkstadt ein Auto auf der Fahrbahn Richtung Norden in Richtung Augsburg fährt. Mehrere weitere Meldungen folgten, bis eine Streife schließlich kurz vor 6 Uhr das Auto stoppen konnte. Bis dahin war die 73-jährige Fahrerin ungerührt trotz Gegenverkehrs mutmaßlich von der Parkstadt bis kurz nach Mertingen auf der falschen Seite gefahren. Nur das Blaulicht des Streifenwagens veranlasste sie laut Polizei letztlich anzuhalten. Zwischenzeitlich war auch der „Gegenverkehr“ weniger geworden, weil zwei Lkw-Fahrer aus Richtung Augsburg die Fahrbahn blockiert hatten.

Die Fahrerin, die etwa sieben Kilometer auf Kollisionskurs fuhr, war laut Polizei vollkommen verwirrt. Aufgrund ihres Wohnorts geht die Polizei davon aus, dass sie im Bereich des Parkhotels entgegen der Fahrtrichtung auf die Bundesstraße einfuhr. Noch auf der Dienststelle erklärte die Rentnerin den Verzicht auf ihren Führerschein.

Bereits 2016 kam es auf der B2 zu mehreren Zwischenfällen mit Geisterfahrern

Auf autobahnähnlich ausgebauten Schnellstraßen wie der B2 ist die Falschfahrerquote im Vergleich zu Autobahnen drei Mal so hoch. Als Schwachstellen gelten die An- und Auffahrten, weshalb das Innenministerium diese Ende 2016 in ein Sicherheitsprogramm aufgenommen hat. So haben im Landkreis Augsburg Landratsamt, Polizei und Bauamt 18 Anschlussstellen zwischen Nordendorf und Klosterlechfeld überprüft. Ergebnis: An allen sollten große „Einfahrt-Verboten-Warnschilder“ installiert werden.

Im Laufe des Jahres 2016 war es auf der B2 zu mehreren Zwischenfällen mit Geisterfahrern gekommen. Bei Meitingen West starb eine 77-jährige Falschfahrerein nach einem Unfall, bei Bäumenheim verhinderte nur dir rasche Reaktion vieler Autofahrer ein ähnliches Unglück. Auch hier saß eine 77-Jährige am Steuer. Vergangenes Jahr kam es auf der Autobahn bei Edenbergen für einem Geisterfahrer-Unfall mit Verletzten, Auslöser war hier vermutlich Unterzucker beim Falschfahrer, einem damals 62-Jährigen.

Nach einer Statistik des Automobilclub ADAC sind mehr als 70 Prozent der Geisterfahrer männlich, etwa jeder dritte ist älter als 65 Jahre. Am Wochenende und nachts zwischen 22 und 5 Uhr ist die Gefahr, einem Falschfahrer zu begegnen, übrigens am größten. Die meisten Warnmeldungen pro Autobahn-Kilometer gibt es in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg - wegen der großen Dichte an Anschlussstellen, vermutet der ADAC. (AL)

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