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03.06.2009

BISON erwartet Signal zum Umdenken

Heretsried (AL) - Bei den Infoveranstaltungen zum anstehenden Bürgerentscheid am 7. Juni wurde heftig diskutiert. Seitens der "Bürgerinitiative Heretsried zum Schutz der Ortsansicht und des Naherholungswerts" (BISON), die gegen die private Solaranlage auf dem Weiherbergfeld kämpft, wachsen die Zweifel, ob den Bürgern offen gelegt wurde, worüber sie am kommenden Sonntag abstimmen sollen. BISON umreißt seine Auffassung kurz mit einem Motto: "Solar ja - aber dann gemeindeeigen und dort, wo schon Solar steht". Wir sprachen mit Bernd Rottmann von BISON.

Warum sind Sie als Bürgerinitiative gegen dieses Großprojekt, wenn die Gemeinde doch Aussicht auf höhere Gewerbesteuereinnahmen hat?

Rottmann: Die Erfahrung lehrt, dass Gewerbesteuer keine planbare Größe ist. In der Regel lässt sie sich gewinnbringend vermeiden. Mehr braucht man dazu wohl nicht sagen.

Diese Groß-Photovoltaikanlage ist doch kein Störfaktor?

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Rottmann: Es steht außer jedem Zweifel, dass aufgrund der tieferen Lage und des ungleichen Geländeverlaufs vom Weiherbergfeld Blendeffekte in Richtung Dorf entstehen werden, sobald die Sonne scheint. Ist die Anlage erst einmal gebaut, hilft "spätere Einsicht" nicht mehr. Sollen wir dann alle mit Sonnenbrillen rumlaufen?

Warum können Sie das Angebot einer Bürgerbeteiligung an diesem Projekt nicht annehmen?

Rottmann: Herr Schuster lässt sich, vor dem Bürgerentscheid, nicht in die Karten schauen. Wir wissen bis heute nicht wie, warum und zu welchen Bedingungen wir uns beteiligen dürfen. Bürger und Gemeinde sind - so fürchten wir - bei diesem Spiel nur zahlende Zuschauer.

Aber Ihr Dorf soll doch zur Wellness- und Wohlfühlregion aufgewertet werden?

Rottmann: Was soll uns eine Wellness- und Wohlfühlregion noch bringen, wenn wir ein großes Stück bislang unberührter Natur mitten im Naturpark Westliche Wälder einem technologischem Großprojekt dafür opfern müssen?

Warum ziehen Sie der vom Privatinvestor geplanten Anlage das Modell einer kommunalen Energieversorgung vor?

Rottmann: Es wird immer behauptet, es gäbe hierfür keine geeigneten Flächen. Wir haben nachgeschaut. Im Umkreis der bestehenden Solaranlage befinden sich mehr als 20 Hektar Ackerflächen, die sich hervorragend für eine Erweiterung auf kommunaler Basis eignen. Etliche Grundstücksbesitzer haben schon positiv auf erste Anfragen reagiert. Dies ist eine einmalige Chance.

Was soll denn die Gemeinde mit den Gewinnen aus Ihrer Sicht machen?

Rottmann: Eine andere Art der Zukunftsfürsorge auf dem Gebiet der Energieversorgung und Finanzgestaltung wird es für unsere Gemeinde nie mehr geben. Zuschüsse für Vereine und Projekte sind dann aus Eigenmitteln möglich. Nur so bleiben unsere Dörfer schön und lebendig.

Weitere Informationen unter

www.bison-heretsried.de

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