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23.11.2018

Bahnausbau: Brüssel schiebt an

Wie Europa Neusäß oder Dinkelscherben beeinflussen kann

Was hat die große europäische Politik mit dem Zustand des Neusässer Bahnhalts zu tun? Was kann Brüssel tun, damit in Dinkelscherben die Regionalzüge pünktlicher sind? Auf den ersten Blick nichts, auf den zweiten aber eine ganze Menge.

Gestern stimmte der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments über einen umfangreichen Berichtsentwurf zur Förderung wichtiger transeuropäischer Infrastrukturprojekte ab. Dabei ging es unter anderem um die Beseitigung von Verbindungslücken. Die Plenarabstimmung zu dem Entwurf ist am 15. Dezember vorgesehen. Unter den europäischen Schienenverkehrsprojekten, die danach vorrangig gefördert werden sollen, befindet sich die Magistrale Paris-Straßburg-Stuttgart-Augsburg-München-Salzburg-Bratislava. Der CSU-Europaabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher seiner Partei sieht darin einen Erfolg. Auf seine Initiative hin – so Ferber gestern – bestätigte die Mehrheit, dass die Streckenführung für die europäische Magistrale von Paris nach Bratislava über Augsburg gehen und in die Prioritätsliste mitaufgenommen werden soll. Ferber: „Damit werden künftig mehr finanzielle Mittel von der EU in den Ausbau dieser Verbindung und in die Region fließen.“ Ziel sei, „die Strecke zu einer durchgängigen Hochleistungsverbindung für den Personen- und Güterverkehr auszubauen.“

Damit könnte die EU auch bei den Ausbauplänen der Bahn zwischen Augsburg und Ulm helfen. Hier hat die Bahn bereits angefangen, ihre Vorstellungen zu entwickeln. Ausgebaut werden soll die bestehende Strecke zwischen Augsburg und Dinkelscherben (drittes Gleis), während ab Dinkelscherben bis Neu-Ulm auch eine Neubaustrecke möglich ist. Schließlich sollen dort die Züge bis zu 250 Kilometer pro Stunde schnell fahren können. Kostenschätzung für die knapp 70 Kilometer Bahnausbau: rund 1,5 Milliarden Euro.

Der Gleisausbau, der in erster Linie den Fernverkehr beschleunigen soll, soll auch dem Nahverkehr helfen. Derzeit sind die Regionalzüge wegen der Engpässe auf den Schienen oft unpünktlich. Und: Im Zuge des dritten Gleises sollen auch die Anlagen an den Bahnhöfen modernisiert sowie der Lärmschutz an den Gleisen verbessert werden. Darauf warten die Neusässer schon lange. Dabei gilt gerade die Situation am Bahnhof der Stadt als brandgefährlich. Dort donnern Züge mit bis zu 140 Kilometer pro Stunde am Bahnsteig vorbei, auf dem sich zur Mittagszeit Hunderte Schüler drängen. (AL/cf)

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