1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Bahnhof: Zeitplan für die Röhre in Meitingen wackelt

Meitingen

25.08.2018

Bahnhof: Zeitplan für die Röhre in Meitingen wackelt

Das Bahnhofsareal in Meitingen von oben. Für Fußgänger und Radler soll eine neue Unterführung gebaut werden. 

Es wird eng, wenn Meitingen die neue Bahnunterführung im Sommer 2019 bauen will. Zu diesem Zeitpunkt fahren für einige Stunden keine Züge. 

Das Ziel ist klar, doch der ehrgeizige Zeitplan wackelt. Meitingen will den Bahnhof barrierefrei umbauen. Dafür sollen eine neue Fuß- und Radlerunterführung sowie Aufgänge zu den Gleisen gebaut werden.

Doch wer an den Gleisen oder auch unterhalb arbeiten will, muss diesen Schritt schon lange im Vorfeld anmelden. Sogenannte Sperrpausen werden nicht einfach so erteilt. Aus diesem Grund wollte Meitingen ursprünglich die Chance nutzen, wenn im nächsten Jahr im Juni die Züge wegen Bauarbeiten in Langweid und Gersthofen auf der Strecke stillstehen. Die Sperrpause sollte genutzt werden, um die neue Bahnunterführung für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Diese wird aber nicht dort entstehen, wo sich derzeit der Ab- und Aufgang befinden, sondern weiter südlich, sprich ein Stück in Richtung Café Contur verschoben.

Das Ganze muss innerhalb von acht Stunden passieren

Im Juni 2019 sollte als erster Schritt die Röhre unter den Gleisen durchgeschoben werden. Was so einfach klingt, ist dennoch komplex. Denn das Ganze muss innerhalb von acht Stunden passieren. Dafür soll laut Auskunft von Bürgermeister Michael Higl die Röhre auf dem Gelände der ehemaligen Bahnhofswirtschaft aufgebaut werden, ehe sie dann auf einmal durchgeschoben wird. Die Kosten alleine für den Bau der Röhre werden auf 1,8 Millionen Euro geschätzt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Derzeit liege der Antrag beim Eisenbahnbundesamt. Für den Bau 2019 könnte die Genehmigung im Herbst vorliegen, erklärte Higl. Nun ging es um die Frage, ob man sich diesen engen Zeitplan zutraut, denn die Verwaltung der Marktgemeinde kann die Bauleitung für dieses Projekt nicht stemmen. Die Verantwortlichen der Marktgemeinde wollen nun noch etwas abwarten und dann im September entscheiden, ob man an dem gesteckten Zeitplan festhalten will.

Doch auch nach dem Bau der Röhre gibt es noch einige komplexe Themen, die abgearbeitet werden müssen. Die zentrale Frage dabei ist: Wo soll die rund 80 Meter lange Rampe verlaufen, die vom Bahnhofsbereich hinunter in die Unterführung führen wird. Da diese maximal eine Steigung von sechs Grad haben darf, kann an der Länge nichts verändert werden.

Eine platzsparende und sinnvolle Gestaltung

Zunächst war nach den ersten Gesprächen mit der Bahn an eine Rampe gedacht worden, die einen leichten Bogen beschreibt und sich trichterförmig öffnet. Doch diese Variante hätte viel Platz benötigt und die Marktgemeinderäte befürchteten, dass diese große Rampe späteren Projekten mal im Weg stehen könnte. Aus diesem Grund machten sich die Mitarbeiter des Büros Opla Gedanken, wie eine platzsparende und sinnvolle Gestaltung aussehen könnte. Die Lösung ist eine Rampe, die sozusagen mehrfach um die Ecke geht und sich wie eine Serpentine auf- und abschlängelt.

Gleichzeitig beleuchteten die Planer, ob diese Varianten für den Abgang einer späteren Entwicklung des Bahnhofsumfeldes im Wege stehen würde. Dabei wurden verschiedenste Möglichkeiten aufgezeigt, was in diesem Gebiet realisiert werden könnte. Die Vorstellungen reichen vom Bau eines Hotels, Bürgerhauses oder Parkdecks bis zur Aufweitung des gesamten Bahnhofsvorplatzes in Richtung Altort samt veränderter Verkehrsführung und des Abrisses einiger Gebäude. Es zeigte sich: Die platzsparende Serpentinen-Rampe wäre mit diesen Plänen vereinbar. Doch bevor die Zukunftspläne realisiert werden, wird es noch zahlreiche Gespräche mit der Bahn geben und als erstes muss die Röhre gebaut werden.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
maasen2.jpg
Landkreis Augsburg

SPD: Die Stimmung ist im Keller

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden