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Landkreis Augsburg

18.03.2016

Bahnstrecke nach Meitingen wird wohl nicht ausgebaut

Pendler am Bahnhof in Meitingen müssen sich auch in Zukunft auf Verspätungen einstellen. Die Bahnstrecke zwischen Augsburg und Donauwörth wird aller Wahrscheinlichkeit nach in den kommenden Jahren nicht ausgebaut.
Bild: Marcus Merk

Im Bundesverkehrswegeplan steht die Strecke Augsburg-Meitingen nur im „Potenziellen Bedarf“. Was heißt das für Pendler?

Während sich Pendler zwischen Ulm und Augsburg freuen dürfen, müssen Bahnfahrer im nördlichen Landkreis wohl weiter mit Verspätungen und Zugausfällen leben. Im Gegensatz zum Streckenausbau zwischen Augsburg und Ulm wird der Ausbau zwischen Augsburg und Meitingen auf der Strecke nach Donauwörth in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich nicht kommen. Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan steht das Projekt nur im „Potenziellen Bedarf“. Unterteilt wird – je nach Wichtigkeit – in die Kategorien „Vordringlicher Bedarf“, „Weiterer Bedarf“ und „Potenzieller Bedarf“.

Täglich mehr als 3000 Zuggäste in Meitingen

Dabei wird der Ausbau, eine Erweiterung um ein drittes Gleis, seit Jahren gefordert. Die derzeit zweigleisige Bahnstrecke zwischen Augsburg und Donauwörth reicht aufgrund zahlreicher Güterzüge nicht aus, um einen S-Bahn-ähnlichen Viertelstundentakt im Nahverkehr zu gewährleisten. Der Bedarf wäre da: Allein in Meitingen steigen täglich mehr als 3000 Menschen ein und aus.

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Pendler müssen sich also weiter auf unzuverlässige Verbindungen einstellen, erklärt Winfried Karg, Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn in Schwaben: „In den nächsten Jahren wird die Situation nicht stabiler werden. Aus Erfahrung sage ich: Was nicht im vordringlichen Bedarf gelistet ist, wird nicht realisiert.“ Dass der Ausbau möglicherweise vom Freistaat statt vom Bund finanziert wird, ist seiner Meinung nach unwahrscheinlich.

Ähnlich sieht es der stellvertretende Landrat Heinz Liebert (CSU): „Der Freistaat ist dem Nahverkehr zwar wohlgesonnen. Eine solche Mammutaufgabe kann er aber finanziell nicht alleine stemmen.“ Liebert kennt die Situation gut, er pendelt selber oft aus Meitingen nach Augsburg. „Ein regelmäßiger Takt ist ohne drittes Gleis nicht möglich“, sagt er.

Gemeinden hofften auf Ausbau

Eine Gemeinde, die auf den Ausbau gehofft hat, ist Langweid. Bürgermeister Jürgen Gilg (CSU) ist enttäuscht. Auch er glaubt, dass eine dichtere Taktung der Regionalzüge ohne Ausbau unmöglich ist. Seine Hoffnungen ruhen nun auf der sogenannten weiteren Prüfung, die noch aussteht. In dieser könnten noch Änderungen an den bisherigen Planungen vorgenommen werden. „Wir werden weiter auf den Ausbau pochen. Dass sich die nächsten 15 Jahre gar nichts tut, ist für uns keine Option“, sagt Gilg.

Auf die weitere Prüfung setzt auch Michael Higl (CSU/JBU), Bürgermeister der Gemeinde Meitingen: „Ich sehe noch nicht ganz so schwarz. Der Ausbau könnte noch kommen. Es liegt jetzt an uns, die richtigen Argumente zu liefern.“

Anderer Meinung ist Elmar Schöniger (SPD/Aktive Bürger), Bürgermeister von Nordendorf. Er ist einer von acht Bürgermeistern, die vor drei Jahren eine Resolution unterzeichneten, in der sie den Ausbau der Bahnstrecke forderten. „Die Listung im potenziellen Bedarf bedeutet, dass der Ausbau sicherlich nicht kommen wird in den nächsten 15 Jahren.“ Ihm zufolge sei der Ausbau der Linie Augsburg-Ulm wichtiger gewesen als der Ausbau der Linie Augsburg-Donauwörth. „Trotz allem muss der Ausbau nach Meitingen vom Bund gemacht werden“, fordert er.

„Pläne klammheimlich beerdigt“

Auch für Fabian Mehring (Freie Wähler) aus Meitingen ist die Rückstufung des Ausbaus eine Enttäuschung: „Bislang bestand im Landkreis ein parteiübergreifender Konsens darüber , die dritten Gleise auf den Strecken Augsburg-Ulm sowie Augsburg-Meitingen gleichberechtigt einzufordern. In den aktuellen Plänen wird nun der Ausbau nach Meitingen klammheimlich beerdigt und der nördliche Landkreis endgültig abgehängt.“

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