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Festakt

20.05.2019

Batzenhofen lässt sich groß feiern

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Fahnenabordnungen verliehen dem Festakt einen feierlichen Rahmen, hier beim Gedenken auf dem Friedhof.

Miteinander und Engagement haben dem Ort zum Aufschwung verholfen. Auch ein ganz besonderer Grantler kommt zu Wort. Wer kennt noch die „Maschibar“?

Batzenhofen ist bereits in bester Feierlaune. Obwohl der Gersthofer Stadtteil erst am 12. Juli mit einem dreitägigen Fest seine 1050-Jahr-Feier startet, gab der offizielle Festakt in der Mehrzweckhalle schon einen Vorgeschmack auf das Jubiläum. Kultfigur Walter Ranzmayr alias Kabarettist Silvano Tuiach hatte eine humorvolle Sicht auf Batzenhofen.

Bevor es in der Mehrzweckhalle ans Feiern ging, marschierten die Festgäste zum Friedhof. Dort gedachten sie der verstorbenen Bürger des Ortsteils. Die Welt stehe vor großen Herausforderungen, meinte Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle. Dabei verwies er unter anderem auf die immer stärker werdenden Rechtspopulisten in Europa. „Bleiben wir wachsam und lasst uns noch mehr zusammenstehen für ein gutes und friedliches Miteinander“, forderte er. Zuvor hatte bereits Pfarrer Siegfried Hutt an die Gemeinschaft appelliert.

In seiner Festrede in der Mehrzweckhalle meinte Wörle, dass Batzenhofen weit entfernt sei von einem herkömmlichen Dorf. Der Ort sei immer am Puls der Zeit gewesen. Wichtig für die Aufwärtsentwicklung Batzenhofens sei die Eingemeindung 1978 nach Gersthofen gewesen. „Auch wenn damals nicht alle dafür gestimmt hatten, hat sich der gemeinsame Weg gelohnt“, resümierte er. Wörle machte aufmerksam, dass der örtliche Aufschwung stets begleitet gewesen sei von engagierten Bürgern, nicht zuletzt bei der Eingliederung von rund 170 Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Stellvertretend für ihren unermüdlichen Einsatz nannte er Josef Schuler. Als „heimlicher Bürgermeister“ habe er viel bewirkt. Er gehöre nachhaltig zur 1050-jährigen Geschichte Batzenhofens. Auch Maria May gehöre zu diesem Kreis. Sie sei für ihre treibende Kraft um Frauen und Familien mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden und auf diesem Gebiet eine Galionsfigur.

Das Gersthofer Stadtoberhaupt begrüßte zum Festakt auch Gäste aus Tramin, Aldein und Sautens aus dem Südtirol. Der Hintergrund: Der Musikverein Batzenhofen pflegt mittlerweile eine über 40-jährige freundschaftliche Beziehung zu den dortigen Schützenkompanien. Und so stattete der Bürgermeister von Aldein, Christoph Matzneller, einen Besuch ab. Er wünschte sich weiterhin die Pflege und Stärkung dieses länderübergreifenden Kontakts und die Erhaltung der Freundschaft. Das alles müsse weiter mit Leben erfüllt werden, betonte er.

Stellvertretender Landrat Heinz Liebert hob ebenfalls den Zusammenhalt und das Engagement des Ortes hervor. Als er meinte, dass Gersthofen bei Batzenhofen liege und nicht umgekehrt, brandete beim Publikum Beifall auf, ebenfalls als er an die einstige „Maschibar“, einem Musiktempel in den 1960er-Jahren, erinnerte.

Die „Maschibar“ griff dann auch Silvano Tuiach auf, als er die Gäste in eine Reise in die eigene Vergangenheit entführte. Der Gersthofer Stadtteil sei 1989 bei seiner Tournee sein erster „Auslandseinsatz“ gewesen, verdeutlichte der Augsburger Kabarettist. In seiner rund 45-minütigen Bühnenshow ließ er Ereignisse wie im Zeitraffer vorbeifliegen, hinterfragte Plastiktüten, Jugendwahn, querrillende Zehennägel bei älteren Männern und die R- und Zischlaute der Datschiburger bei der Kommunikation. Da lag natürlich seine Wandlung in Walter Ranzmayr, die Inkarnation des Augsburgers schlechthin, nahe. Wie der Grantler mit Hut und Mantel im Clinch mit seiner Ehefrau Mathilde lag und mit kleinen Geschichten aus der Nachbarschaft verband, entlockte den Zuschauern viel Beifall. Ja, so sei er, der Augsburger und damit auch der Batzenhofer, war nicht nur einmal bestätigend zu hören.

Großen Anteil am Gelingen des Festakts hatte die Musikkapelle Batzenhofen. Der Klangkörper, der auch das Gedenken auf dem Friedhof musikalisch umrahmte, wartete mit konzertanten Klängen auf. Dirigent Andreas Meyer entlockte den Musikern filigrane Facetten und wuchtige Rhythmen. Nebenbei räumte das Orchester mit dem Klischee der Volkstümlichkeit auf und dass Blaskapellen nur etwas für Militär und Bierzelte seien.

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