Newsticker
Bayern gibt AstraZeneca-Impfstoff für alle Altersgruppen frei
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Bauausschuss stimmt Mehrfamilienhaus in Stadtberger Maria-Hilf-Straße zu

Stadtbergen

16.01.2021

Bauausschuss stimmt Mehrfamilienhaus in Stadtberger Maria-Hilf-Straße zu

Dieses Haus in der Maria-Hilf-Straße will eine Familie abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Der Bauausschuss stimmte dem Antrag nun zu.
Foto: Marcus Merk

Plus Nach anfänglicher Skepsis im Stadtberger Bauausschuss und massivem Widerstand der Nachbarn haben die Bauherren nun die erste Hürde geschafft.

Das Bauvorhaben in der Maria-Hilf-Straße hat eine wichtige Hürde gemeistert. Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses in Stadtbergen stimmten die Räte jetzt für den Antrag, das mehr als 100 Jahre alte Haus abzureißen und an gleicher Stelle ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohneinheiten zu errichten. Vorausgegangen war ein monatelanger und teilweise heftig geführter Streit nicht nur um die Gestaltung der Fassade.

In Stadtbergen könnte ein lange umstrittenes Mehrfamilienhaus nun wohl gebaut werden.
Foto: Marcus Merk (Symbolfoto)

"Eigentlich stehen wir jetzt genau da, wo wir bereits vor einem Jahr hätten stehen können", sagt Kirsten Meisinger, die Bauherrin. Wie berichtet will sie später einmal selbst zusammen mit ihrem Partner und ihrem kleinen Kind in dem neuen Haus wohnen. Zudem sind dort vier weitere Wohnungen geplant. Anwohner aber hätten sich von Anfang vehement gegen diese Pläne gesträubt.

Stein des Anstoßes war beispielsweise eine der geplanten Varianten für die Gestaltung der Außenfassade. Um dem Feinstaub von der nahen B17 keine Haftmöglichkeiten an der Hauswand zu bieten, war unter anderem eine Metallfassade angedacht. Dies sei laut Meisinger allerdings nur eine von vielen Alternativen gewesen. Letztendlich haben sich nun die Bauherren für einen Außenputz und ein Ziegeldach entschieden.

Statt einer Wohnung wird es in Stadtbergen fünf Wohneinheiten geben

Zahlreiche Bedenken hatten im Vorfeld auch die Grünen. Die Stadträte Martina Bauer und Anna Paul hatten bereits im vergangenen Jahr im Bauausschuss diverse Kritikpunkte der Nachbarn aufgelistet. Bäume müssten gefällt werden, die Zufahrt zum Haus sei zu eng, es sei nicht klar, ob hinter dem Bau ein Investor stecke oder das Haus für den Eigenbedarf geplant ist, die Metallfassade sei zu massiv und vieles mehr. "Eine Nachbarin hatte sogar kritisiert, dass aufgrund des Neubaus keine Fledermäuse mehr fliegen können", sagt Meisinger. Dabei sei das neue Objekt genauso hoch wie das bisherige. Einziger Unterschied: Statt nur einer Wohnung wird es dann fünf Wohneinheiten geben. Und zwar gemäß den aktuellen Standards, denn alles andere wäre ob des Alters und Zustands des Hauses keine Alternative gewesen.

"Die Substanz des Hauses ist einfach katatrophal", sagt Meisinger. So sei beispielsweise die Heizungsanlage, die vor vielen Jahren von Kohle auf Öl umgerüstet wurde, danach jahrelang nicht mehr gewartet worden. Sicherungen würden teilweise noch aus Keramik bestehen und das Dach sei überhaupt nicht isoliert. Meisinger versteht daher den Widerstand gegen das Bauvorhaben nicht. "Mit allen Mitteln hat man versucht, uns Steine in den Weg zu legen", sagt sie. Dabei sei Nachverdichtung bei der heutigen Wohnraumsituation die einzig sinnvolle und vor allem auch ökologische Maßnahme. "Zum Glück haben uns die Grünen hier tatkräftig unterstützt."

Bauherren in Stadtberger Maria-Hilf-Straße setzen auf Kommunikation

Meisinger und ihr Partner setzen daher auf Kommunikation statt Reklamation. "Wir sind sehr an einer konstruktiven Nachbarschaft interessiert", sagt sie und betont, dass sie jederzeit für Gespräche zur Verfügung stehe. Doch obwohl das Bauvorhaben nun die erste Hürde im Bauausschuss genommen hat, so richtig freuen kann sich Kirsten Meisinger darüber (noch) nicht.

"Unser ganzer Fahrplan ist jetzt natürlich im Eimer." Der Bauantrag liegt nun beim Landratsamt und erst ab dem 1. Februar werde dann innerhalb von drei Monaten über die Genehmigung entschieden. Das Wohnviertel an der Maria-Hilf-Straße/Am Wiesel und der B 17 ist geprägt von unterschiedlich großen Grundstücken mit Einfamilienhäusern. Einige Häuser stammen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, andere wiederum sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut worden. Da es einen gültigen Bebauungsplan für das Areal nicht gibt, reicht ein normales Genehmigungsverfahren für den Antrag aus. Doch ob die Bagger noch in diesem Jahr anrücken werden, das steht noch lange nicht fest.

Lesen Sie dazu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren