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Thierhaupten

12.05.2015

Bauern retten neugeborenes Reh vor dem Tod

Dieses Rehkitz hat Albrecht Strasser aus Thierhaupten vor der Mähmaschine gerettet.
Bild: Straßer

Der Aufmerksamkeit einer Landwirtsfamilie aus Thierhaupten ist es zu verdanken, dass zwei neugeborene Rehkitze noch am Leben sind.

Der Aufmerksamkeit einer Landwirtsfamilie aus Thierhaupten ist es zu verdanken, dass zwei neugeborene Rehkitze noch am Leben sind. Vor einigen Tagen war die Familie Straßer auf ihrem Wiesengrundstück bei Maria Elend damit beschäftigt, eine Wiese zu mähen. Kurz bevor sie sich mit ihrem Kreiselmäher an die Arbeit machen wollten, fiel ihnen eine Bewegung eines Tiers auf. Margit Straßer erinnert sich: „Wir haben ein erwachsenes Reh gesehen.“ In dem Moment schrillten bei den Straßers die Alarmglocken: Denn jedes Jahr geschehen deshalb schreckliche Unfälle, weil die Rehgeißen ihr frisch geborenen Rehkitze ins hohe Gras ablegen – dort, wo sie erst im letzten Moment von Mähmaschinen gesehen werden können.

Eigentlich sollten die Jungtiere in ihren ersten Lebenstagen im hohen Gras geschützt sein: Die Muttertiere legen sie nach der Geburt im hohen Gras ab und kommen nur in der Dämmerung aus dem Wald zu den Jungen zurück, um sie mit Nahrung zu versorgen. Die traurige Realität sieht leider oft so aus, dass die Landwirte die Kitze beim Mähen zu spät erkennen.

Jürgen Ring von der Jägervereinigung Augsburg erklärt: „Diese Unfälle kommen leider sehr oft vor. Die Jungtiere rennen auch nicht davon, wenn sich ihnen eine Mähmaschine nähert. Sie ducken sich stattdessen.“ Der Landwirt habe – speziell wenn er mit einem relativ schnellen Kreiselmäher unterwegs ist – dann keine Chance, um noch auszuweichen.

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In diesem Fall war es aber anders, sagt Margit Straßer: „Wir haben das erste Jungtier schon gleich im Gras liegen gesehen. Danach haben wir die Wiese abgesucht um zu sehen ob noch weitere Tiere dort liegen.“ Ihr 15-jähriger Sohn Gregor entdeckte schließlich das zweite, offenbar erst wenige Tage alte Rehkitz. Es lag rund 20 Meter von seinem Geschwisterchen entfernt. Am Ende wurde die Wiese zwar gemäht – aber mit einem weiten Bogen um den Liegeplatz der beiden Tiere.

Die Tiere anzufassen haben sich die Straßers nicht getraut – aus Angst, dass die Mutter ihre Jungen nicht mehr annimmt. Offenbar hat das zu einem glücklichen Ende geführt, sagt Margit Straßer: „Als wir am nächsten Tag zu der Wiese zurückgekehrt sind, waren die beiden Jungtiere nicht mehr da. Wir gehen davon aus, dass die Mutter sie abgeholt hat.“ Jürgen Ring lobt das Verhalten der Familie: „Es ist schon zu hören, dass so etwas auch mal gut ausgegangen ist.“ Für Landwirte, die sicher gehen wollen, dass sie in ihren Wiesen keine Rehkitze haben, bietet der Jägerverband übrigens einen Service an bei dem die Geißen davor abgeschreckt werden ihre Jungen in einer Wiese abzulegen. „Möglich ist es auch, dass die Landwirte von der Mitte der Wiese nach Außen fahren und so eher die Chance haben, die Tiere zu sehen.“ Nicht immer geht es so glimpflich aus wie jetzt in Thierhaupten.

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