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Neusäß

04.04.2019

Bebauung auf dem Sonnenhang: Steppacher sind besorgt

Der Sonnenhang bleibt jenes Gebiet in Neusäß, auf dem in Zukunft die stärkste Entwicklung im Wohnbau möglich sein wird.
Bild: Marcus Merk

Gegen eine Bebauung in der Zukunft gibt es viele Einwendungen. So könnte der mögliche Flächennutzungsplan aussehen.

Weiterhin unzufrieden sind eine ganze Reihe von Bürgern aus Steppach mit der Aussicht, dass in den kommenden Jahrzehnten der Sonnenhang in ihrem Stadtteil bebaut werden könnte. Das hat auch bei der jüngsten Besprechung der Einwendungen gegen den Entwurf zum Flächennutzungsplan im Stadtrat die Vielzahl von Zuschriften ans Bauamt zu diesem Thema deutlich gemacht. Die Bandbreite der Anregungen reichte dabei von „gar keine Bebauung“ bis zu „weniger Häuser als geplant“, so Stadtplanerin Sandra Urbaniak.

Sie machte aber auch deutlich: Der Flächennutzungsplan ist noch keine Bauleitplanung. Baurecht bestehe am Sonnenhang noch nicht, auch wenn die Grundstücke generell im Flächennutzungsplan für den Wohnbau vorgesehen sind. Der neue Flächennutzungsplan solle jedoch 15 oder 20 Jahre gelten und in die zukünftige Entwicklung weisen. Dabei bleibt der Sonnenhang jenes Gebiet in Neusäß, auf dem in Zukunft die stärkste Entwicklung im Wohnbau möglich sein wird.

In einem Punkt gegen die Stadträte nach

In einem Punkt geben die Stadträte nun auch der Anregung eines Bürgers nach: Für das Gebiet soll nun nicht mehr eine abgestufte Bebauung zum mehrgeschossigen Wohnungsbau im angrenzenden Augsburg vorgeschlagen werden. „Wir wollen keine Vorfestlegung, das schafft nur Missverständnisse“, so Bürgermeister Richard Greiner.

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Im Großen und Ganzen bleibt der Entwurf für den Flächennutzungsplan so, wie er bislang geplant war. In Vogelsang werden, auch entgegen einer Reihe von Einwendungen, keine weiteren Wohnbauflächen ausgewiesen. Im Gewerbegebiet Neusäß-Mitte wird es keinen Teil für „Urbanes Wohnen“, geben, wie eine weitere Reihe von Neusässer Bürgern und Unternehmern gefordert hatte. Insgesamt sieht der Flächennutzungsplan möglichen Wohnbau auf 41 Hektar im Stadtgebiet vor, so Sandra Urbaniak – mehr, als für die Stadtentwicklung wohl nötig wäre. Allerdings seien kaum Flächen im Eigentum der Stadt. Wie das Thema Wohnbau sich deshalb tatsächlich entwickle, sei kaum abzusehen.

Kein Bedarf für ein weiteres Gewerbegebiet

Eine mögliche Wohnbaufläche gibt es, mit der die neun Stadträte von Grünen und SPD nicht einverstanden sind: Das ist das Areal der ehemaligen Firma Spitzer am westlichen Ufer der Schmutter in Hammel. Hier stimmten beide Fraktionen dagegen. Insgesamt abgelehnt hat den Entwurf des Flächennutzungsplans die Fraktion der Grünen mit ihren fünf Mitgliedern. Ein Hauptgrund ist dabei für sie die Ausweisung eines weiteren Gewerbegebiets westlich der Autobahnausfahrt Neusäß bis zum Gewerbegebiet Täfertingen. „Dafür sehen wir auch langfristig keinen Bedarf“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Stadtratsfraktion. Erweiterungswünsche von ausschließlich bereits in Neusäß ansässigen Firmen könnten auch in Zukunft auf dem Grundstück östlich der Autobahnzufahrt gedeckt werden – diesem Kompromiss könnten die Grünen noch zustimmen, auch wenn das nicht leicht falle, heißt es in der Stellungnahme.

Dennoch bleiben beide Flächen bei einer Zustimmung zum Entwurf des Flächennutzungsplans von 23 Stimmen enthalten. Der Plan wird nun noch einmal ab 16. Mai für sechs Wochen im Rathaus ausgelegt, Einwendungen sind dann noch einmal möglich. Ende Juli soll, so die Planung von Bürgermeister Greiner, der Flächennutzungsplan endgültig beschlossen werden.

Die Entwicklung bis 2030 sichern

Schon zu Beginn der Stadtratssitzung ging es ums Flächenmanagement in Neusäß, und zwar um die Gewerbeflächen. Geschäftsführer Christian Hörmann und Christoph Rohrmeier von der Beratungsgesellschaft CIMA hatten ihr Konzept für die Entwicklung dieses Bereichs erläutert. Auch hier hatten sich die Grünen schon gegen die mögliche Gewerbefläche zwischen Täfertingen und der Ausfahrt der Autobahn ausgesprochen – weil es rein rechnerisch auch ohne gehe. „Wir machen hier aber kein Brettspiel, sondern wollen die Entwicklung von Neusäß bis etwa 2030 sichern“, entgegnete CSU-Stadtrat Jörg Roehring.

Kernfrage der Debatte war denn auch, wie es gelingen könne, in Zukunft bei Veränderungen allein das „passende“ Gewerbe, etwa Büros oder Medizintechniklabors, im Gebiet Neusäß-Mitte anzusiedeln. Rein rechtlich sei das wohl nicht möglich, so Christian Hörmann. „Wichtig ist es, bei Wechseln frühzeitig mit den Eigentümern zu sprechen und die Chancen des neuen Wegs deutlich zu machen“, schlug er vor. In Zukunft sei dann auch eine teilweise Umwidmung von Neusäß-Mitte in ein „Urbanes Gebiet“ denkbar. „Im Moment geht das schon allein deshalb nicht, weil wir noch kaum Wohnungen dort haben.“

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