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Ausbildung

12.09.2018

Befristet im Hotel und Restaurant

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert eine Aufwertung der Ausbildung

Landkreis Augsburg Mehr als 1000 Auszubildende haben seit September im Augsburger Land einen Arbeitsvertrag in der Hand. So viele vermittelte Bewerber zählte die Arbeitsagentur zum Start des Ausbildungsjahres.

Damit die Karriere auch nach der Abschlussprüfung weitergeht, fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nun bessere Jobperspektiven für Berufseinsteiger.

Eine große Hürde nach der Ausbildung sei der Trend zur Befristung. Solche „Arbeitsplätze mit Verfallsdatum“ seien nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) vor allem in der Nahrungs- und Genussmittelbranche besonders verbreitet.

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Hier sind bundesweit knapp 54 Prozent aller Übernahmen befristet. Ähnlich sieht es bei den Neueinstellungen aus: Die Branche zählt mit einer Befristungsquote von 73 Prozent zu den Spitzenreitern. Auch in Hotels und Gaststätten sind laut IAB 35 Prozent aller Übernahmen befristet.

Tim Lubecki, Geschäftsführer der NGG-Region Schwaben, spricht von einer „Unternehmerunsitte“: Es könne nicht sein, dass Betriebe trotz Hochkonjunktur in vielen Branchen so stark auf Befristungen setzten. „Wer als Jobstarter eine Familie gründen oder einen Kredit für die Wohnungseinrichtung bekommen will, der braucht einen sicheren Arbeitsplatz und keinen Zittervertrag“, so Lubecki. Dass Berufseinsteiger besonders stark betroffen sind, zeige auch die amtliche Statistik. So waren in Bayern im vergangenen Jahr zwölf Prozent der 20- bis 30-Jährigen befristet beschäftigt, Azubis nicht mitgerechnet. Das geht aus dem aktuellen Mikrozensus hervor.

Lubecki fordert eine Aufwertung der Berufsausbildung. „Es sollte auch mit dem Gesellenbrief möglich sein, an der Hochschule zu studieren“, sagt Lubecki. Bisher gebe es die Hochschulreife jedoch nur mit dem bestandenen Abitur. „Viele Branchen wandeln sich mit der Digitalisierung rasant. Das bringt ganz neue Anforderungen an Fachkräfte. Ein Studium nach der Lehre kann enorm helfen, sich für die Wirtschaft 4.0 zu wappnen“, so der Gewerkschafter. (AL)

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