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Diedorf

18.06.2019

Bei Vino Storia in Diedorf ist Wein Familiensache

Giovanni Manfreda, Besitzer der Diedorfer Vino Storia, wird von seiner Frau Claudia Totzauer unterstützt. 
Bild: Jonas Klimm

Giovanni Manfreda betreibt in Diedorf den Laden Vino Storia seit über vier Jahren. Nach einer Krankheit reifte sein Entschluss zur Geschäftsgründung. 

Giovanni Manfreda, Besitzer der Diedorfer Vino Storia, erinnert sich genau an ein Erlebnis vor vier Jahren in seinem Weinfachhandel: Damals habe ein ihm unbekannter Mann sein kurz zuvor eröffnetes Geschäft betreten und ihm gesagt: „Länger als ein halbes Jahr können Sie sich hier eh nicht halten.“ Der Auftritt des Unbekannten habe ihn damals überrascht und beschäftigt, gesteht Manfreda ein. Er habe es jedoch als Ansporn gesehen, sein Geschäft in Diedorf zu etablieren und dem Mann das Gegenteil zu beweisen.

Seither sind vier Jahre vergangen, den Mann habe er nie wieder gesehen, sein Geschäft besteht aber immer noch. „Das bereitet mir große Freude“, sagt Manfreda, der sich selbst als „kleinen Exoten“ unter den Ladenbesitzern in Diedorf bezeichnet.

Zunächst Lehre zum Kfz-Mechaniker

Die Idee, einen Weinfachhandel zu eröffnen, habe er bereits viele Jahre vor der offiziellen Eröffnung am 10. April 2015 mit sich herumgetragen, sagt der gebürtige Augsburger mit kalabrischen Wurzeln. Zunächst hatte das Leben jedoch andere Pläne mit ihm. Nach dem Schulbesuch absolvierte Manfreda, ganz im Sinne des Vaters, eine Lehre zum Kfz-Mechaniker. Das habe er zwar acht Jahre lang gemacht, Freude habe es ihm aber nie wirklich bereitet, sagt er. Später hatte Manfreda zusammen mit seiner Schwester eine Pizzeria in Unterrammingen bei Bad Wörishofen. Und auch in Augsburg-Pfersee haben die Geschwister zusammen ein Restaurant betrieben. Doch auch diese Tätigkeit habe ihn nicht glücklich gemacht, erklärt er. Denn so sei er immer geschäftlich eingespannt gewesen, habe überhaupt keine Freizeit mehr gehabt. Manfreda arbeitet seit 23 Jahren hauptberuflich im Vertrieb eines Blutlabors. Dort hat er auch seine Frau Claudia Totzauer kennengelernt, mit der er seit 14 Jahren verheiratet ist. Sie unterstütze ihn bei den fünfmal im Jahr stattfindenden Weinabenden und geschlossenen Gesellschaften. Dabei können die Anwesenden neben den bisher bereits vorhandenen Weinen neue Produkte ausprobieren, die Manfreda getestet und für gut empfunden hat. Auch ansonsten halte sie ihm den Rücken frei. „Dafür bin ich ihr sehr dankbar“, sagt Manfreda. Auch seine 18-jährige Tochter helfe im Weingeschäft mit, wenn Not am Mann sei.

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Was eine Krankheit mit dem Entschluss zu tun hat

Die Idee einen Weinhandel zu eröffnen, sei im bereits viele Jahre durch seinen Kopf gegangen, so Manfreda. Der Entschluss reifte schließlich nach einer Erkrankung. 2013 hatte er einen Herzinfarkt. Der Arzt der Reha-Klinik, in der sich Manfreda von der Operation erholt hatte, habe ihm damals erklärt, dass Rotwein, selbstverständlich in Maßen, zur Öffnung der Gefäße beitragen würde. Dies war für Manfreda der letzte Anstoß, seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. „In dem Moment stand für mich fest, den Plan endlich umzusetzen“, beschreibt Manfreda diese Situation. „Wir haben uns nach seiner Entlassung sofort nach einem geeigneten Standort umgesehen“, erklärt Claudia Totzauer. Die gebürtige Diedorferin habe sich damals an das alte Lotto-Toto-Geschäft erinnert, das zu diesem Zeitpunkt leer stand. Auch Giovanni Manfreda sei sofort davon überzeugt gewesen, die beiden haben unbedingt in der Region bleiben wollen, erklärt er. Die Vermieter, Familie Fischer, seien von der Idee, einen Weinfachhandel zu eröffnen, sofort begeistert gewesen, so Manfreda.

Kontakt zu Winzern in Norditalien

Seitdem habe sich vieles verändert. Zunächst habe man sich auf ein kleineres Sortiment beschränkt. Der Austausch mit den Kunden und die Mundpropaganda hätten jedoch dazu beigetragen, dass Manfreda mittlerweile viele unterschiedliche Weine aus Italien und Frankreich anbieten könne. Seine Schwester lebe in der norditalienischen Region Emilia-Romagna und stelle dort den Kontakt zu örtlichen Winzern her, sagt Manfreda. Wenn sie seinen Vorstellungen entsprechen, nehme er sie in sein Sortiment auf. Weine für zwei, drei Euro haben für ihn nichts mit guter Qualität zu tun. Er fügt jedoch hinzu: „Es muss aber auch keine 100 oder 200 Euro kosten.“ Mittlerweile habe er einen Stamm an Kunden aufgebaut, die regelmäßig zu ihm kämen. Gerade das sei es auch, was er so an seiner Arbeit schätze. Das Persönliche bereite ihm die größte Freude. Der erweiterte Kundenkreis habe ihm aber auch ermöglicht, sein Sortiment zu vergrößern, mittlerweile biete er neben Wein auch Gin und Whiskey an. Aber auch Feinkost, wie Pasta oder Olivenöl, gehören in sein Sortiment. Weinfachhandel und Feinkostgeschäft wolle er aber weiterhin nebenberuflich betreiben. „Es soll meine Leidenschaft bleiben“, so Manfreda.

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