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Industriegebiet Gersthofen

26.03.2009

Beim Lärmschutz wird genau hingeschaut

Die neue Rechtslage macht's erforderlich: Ausgiebig diskutierte der Gersthofer Stadtrat über die künftigen Lärmkontingente im neuen Bebauungsplangebiet J 19 "Südlich der Hirblinger Straße". Von Gerald Lindner

Gersthofen. Die neue Rechtslage macht's erforderlich: Ausgiebig diskutierte der Gersthofer Stadtrat über die künftigen Lärmkontingente im neuen Bebauungsplangebiet J 19 "Südlich der Hirblinger Straße". Wie Stadtbaumeister Thomas Berger betonte, soll durch einen kürzlich gefallenen Richterspruch die Planungshoheit der Stadt- und Gemeinderäte gestärkt werden. Die Folge: Nicht mehr die Lärmschutzgutachter sollen darüber entscheiden, mit wie viel Dezibel (dB) pro Jahr ein Betrieb rechnerisch die Umgebung belasten darf, sondern der Stadtrat. "Nach neuem Recht darf der Planer die Entscheidung über Lärmwerte nicht mehr allein fällen", erklärte Bürgermeister Jürgen Schantin ( CSU).

Eines wurde schnell deutlich: Das neue Gewerbegebiet wird zusätzliche Schallemissionen verursachen. Untersucht wurden nun die Auswirkungen auf die Umgebung. Das Fazit der Schallexperten: Das neue Plangebiet liegt weitgehend unter den Werten, welche bei den Nachbarn ankommen dürfen.

Den Flächen im Südosten des neuen Gebiets, welche für die Ansiedlung der Großbäckerei vorgesehen sind, wird laut Gutachten ein Kontingent von 63 Dezibel pro Jahr tagsüber und 53 Dezibel jährlich nachts zugeteilt. Diese Werte benötige eine Firma, die nachts arbeiten wolle. Allerdings müsse der Betrieb Lärmschutzmaßnahmen realisieren, um diese Werte auch erreichen zu können.

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Auf den beiden Arealen im Norden des Gewerbegebiets sollen die Werte auf 58 beziehungsweise 57 Dezibel tagsüber und 41 beziehungsweise 40 nachts festgelegt werden. Die letztendlichen Mehrbelastungen in den Gebieten liegen unter einem Dezibel bei circa 0,5 bis 0,6 Dezibel pro Jahr. Werte unter einem dB seien nicht feststellbar.

Über das Gewerbegebiet entspann sich dann eine Diskussion. "Wir stimmen schweren Herzens zu", sagte SPD-Fraktionschef Peter Schönfelder. Er zweifelte an, dass es auf der Bahnhofstraße nur geringe Mehrbelastungen und Anlieferfahrzeuge geben werde. "Man sollte sich überlegen, ob der von der CSU-Fraktion im Wahlkampf gebrauchte Begriff von der Wohlfühlstadt Gersthofen dann noch Gültigkeit hat." Albert Kaps (CSU) entgegnete: "Wo sonst sollte man ein Industriegebiet ausweisen als auf diesem Areal, das ohnehin durch Straßen- und Eisenbahnlärm belastet ist?" Zur wohlhabenden Wohlfühlstadt sei Gersthofen geworden, "weil wir immer Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Industrie und Wohnen gesorgt haben". Georg Brem (GBU) zweifelte die im Verkehrsgutachten aufgeführte Belastung an. Außerdem bemängelte er das Fehlen von Radwegen. Dr. Markus Brem (FW) hingegen verwies erneut darauf, dass landwirtschaftliche Flächen unwiederbringlich zerstört würden.

"Es bringt nichts, wenn Sie gebetsmühlenartig immer wieder Ihre alten Argumente bringen", wies ihn der Bürgermeister zurecht. Gegen sechs Stimmen billigte der Rat die Lärmwerte. "Tagesgespräch

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