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Gersthofen

17.11.2017

Bekannte Stimmen und Harfenklänge

Silke Aichhorns luftig leichte Harfentöne schwebten bei der Sprech(er)stunde quasi durch den Raum.
Bild: Marcus Merk

Rundfunksprecher lesen im Gersthofer Ballonmuseum ihre Lieblingstexte vom Fliegen vor.

„Die große Freiheit gibt es nur über den Wolken, das wissen wir nicht erst seit Reinhard Mey“, begrüßt BR-Sprecher Martin Fogt die Gäste der „Sprech(er)stunde“, einer Veranstaltung zugunsten der Aktion Sternstunden am Dienstag im Ballonmuseum Gersthofen. Das Museum passt zum Thema des Abends. Verschiedene Sprecher des Bayerischen Rundfunks lesen ihre Lieblingstexte über „Den Traum vom Fliegen“ vor. Organisator Fogt erklärt: „Die Sprecher haben sich die einzelnen Texte selbst ausgesucht, da habe ich gar keine Vorgaben gemacht.“

Von skurrilen bis nachdenklichen Texten

Passend zum Thema des Abends schwebt über den Gästen das lebensgroße Modell des Ballons „Erdlieb“, eine Konstruktion des Freiherrn von Lütgendorf. Auch die leichten Klänge, gespielt von Silke Aichhorn an der Harfe, fügen sich perfekt in das Thema der Benefizveranstaltung. Während die international bekannte Musikerin spielt oder die Sprecher vorlesen, hört man nicht einmal ein Husten aus dem Publikum.

Die Sprecher tragen die verschiedensten Texte vor. Von skurril, über lustig, bis nachdenklich ist alles dabei und immer geht es dabei um den Traum vom Fliegen. Fast alle literarischen Genres sind vertreten. Mehrere Gedichte, Erzählungen, aber auch einen satirischen Essay hat das Team mitgebracht. Den Auftakt macht Yvonne von Bibra. Ihre Stimme kennen die Gäste im Publikum vor allem aus dem Sender BR-Klassik. Sie liest zwei Gedichte von Joachim Ringelnatz. „Die Fliege im Flugzeug“ und „Flugzeuggedanken“ sind ein sanfter aber anregender Auftakt.

Ein eher philosophisches Stück trägt Nachrichtensprecher Michael Schneider vor. Er hat sich einen Teil aus dem Roman „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry ausgesucht. Der Autor war selbst begeisterter Pilot und passt deshalb auch zum Thema des Abends. Die Geschichte, in der der Prinz den Fuchs trifft und ihn zähmt, kennen viele. Trotzdem ist es immer wieder schön zu hören: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

In den Pausen: Radiostimmen hautnah

Für Auflockerung sorgen die Texte, die sich Florian Schwarz und Berenike Beschle ausgesucht haben. Schwarz liest „Das Traumschiff“ von Stefan Klein, einen Essay über den Aufstieg und Niedergang des Zeppelins als Transportmittel. In einer riesigen Fertigungshalle irgendwo in Brandenburg sollten in den 90er Jahren Transport-Luftschiffe gebaut werden. Ende der tragisch-komischen Geschichte: Mittlerweile beherbergt die Halle das „Tropical Island“ ein Urlaubsresort.

Berenike Beschle geht in eine ganz andere Richtung. Laut Martin Fogt hat sie sich, passend zu ihrem „sonnigen Gemüt“, eine Geschichte ausgesucht, die sie auch ihren Kindern gerne vorlese. Beschle liest „Bills Ballonfahrt“ von Rainer Zimnik so lebendig vor, dass auch das Publikum nicht anders kann, als zu lachen.

In der Pause und im Anschluss an die Veranstaltung kommen die Gäste in Kontakt mit den Menschen, deren Stimmen sie normalerweise nur aus dem Radio kennen. Auch wer nicht regelmäßig einschaltet, erkennt die ein oder andere Stimme wieder. Die „Sprecherstunden“ absolvierten sie in ihrer Freizeit, erklärt Martin Fogt. Meistens fänden die Veranstaltungen im Zuge der „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks statt.

Die Aktion setzt sich für Kinder in Not auf der ganzen Welt ein. Es komme aber auch vor, dass die Sprecher vor Ort für einen guten Zweck sammelten, sagt Fogt. In Landshut wird beispielsweise bald eine „Sprech(er)stunde“ zugunsten der Kinder-Palliativ-Hilfe Niederbayern stattfinden.

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