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Blasmusik

21.11.2017

Besinnliches Konzert mit Blick auf den Advent

Markus Peter lotste das Blasorchester der Harmoniemusik gekonnt durch alle schweren Passagen
Bild: Michael Daum

Die Harmoniemusik Welden versucht etwas Neues: raus aus dem Holzwinkelsaal und rein in die Kirche

Sonntagabend in Welden. Ein kalter Wind fegt durch die Gassen, aus allen Richtungen strömen die Menschen zur Kirche in der Ortsmitte. Auch im Inneren der Kirche herrschen frostige Temperaturen, doch Besucher und Musiker sind gut darauf vorbereitet. Mit ihrem Konzert in der Weldener Pfarrkirche Mariä Verkündigung versucht die Harmoniemusik Welden mal etwas ganz Neues: raus aus dem Holzwinkelsaal und rein in die Kirchen der Region. In dem abwechslungsreichen Programm, das so schon eine Woche zuvor in der Augsburger St.-Thaddäus-Kirche gegeben wurde, liefert das Orchester unter Markus Peter diesmal philharmonische Blasmusik von der eher ruhigen, besinnlichen Art. Einen Marsch gibt es in der Kirche nicht zu hören. Dafür aber sonst so ziemlich alles, was das Herz von Blasmusikfans höherschlagen lässt.

Feierlich und imposant startet Dirigent Peter mit Benjamin Yeos „Jubilance Overture for a Celebration“. Der Komponist wurde 1985 in Singapur geboren und erfreut sich seit Veröffentlichung dieses Stücks steigender Beliebtheit in der Blasmusikszene. Gleich im Anschluss folgt mit der Girolamo Frescobaldi zugeschrieben Toccata ein Werk gänzlich anderer musikalischer Prägung. Voller Melancholie zu Beginn, und mit sehr viel Enthusiasmus zum Schluss fühlt man sich unvermittelt in die Zeit des frühen Barock zurückversetzt. Dem Genuss tut es da keinen Abstrich, dass das Werk wohl ziemlich sicher nicht von Frescobaldi, einem italienischen Orgelvirtuosen und Vorläufer J.S. Bachs, sondern von dem 1897 in Barcelona geborenen Cellisten Gaspar Cassadó stammt.

Dem Australier Percy Aldrige Grainger verdankt die Musikwelt mit „Lincolnshire Posy“ eine schöne Komposition auf der Basis englischer Volkslieder, deren zweiter Satz „Horkstow Grange“ perfekt ins Repertoire der Weldener passt. Hier und auch im nächsten Stück, der posthum veröffentlichten Ballade Op. 288 von Carl Reinecke, gibt es schöne Solopassagen auf der Querflöte. In Reineckes romantischem Stück, ursprünglich für Flöte und Klavier konzipiert, brilliert eine überragende Nadine Schiffelholz, von der man nicht nur als Leiterin des Jugendorchesters, sondern auch als Solistin in Zukunft noch Einiges erwarten darf.

Nach „Elsas Zug zum Münster“ von Richard Wagner und Steven Bryants „Dusk“ steht der Schluss ganz im Zeichen von Alfred Reed. Kleiner, unwiederholbarer Glücksfall am Rande: Das Fünfuhrgeläut der Pfarrkirche fügt sich ganz harmonisch ins Finale ein: Das Blasorchester setzt mit „Russian Christmas Music“ ein besinnliches Zeichen zur anstehenden Adventszeit.

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