1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Besucherrekord: Titania braucht Platz

15.07.2019

Besucherrekord: Titania braucht Platz

Die Schwimmbecken in der Titania-Therme in Neusäß wurden während der Revision geputzt und neu mit Wasser befüllt. Nach drei Wochen Schließung können die Gäste wieder ins Bad und in die Saunen kommen.
2 Bilder
Die Schwimmbecken in der Titania-Therme in Neusäß wurden während der Revision geputzt und neu mit Wasser befüllt. Nach drei Wochen Schließung können die Gäste wieder ins Bad und in die Saunen kommen.

Bad Es kommen immer mehr Menschen in die Neusässer Therme. Daher gibt es an der Kasse zeitweise einen Einlassstopp. Mit welchen Plänen die Stadt auf diese große Nachfrage reagieren will

Neusäß In der Titania-Therme wird es eng. Am Wochenende kann es vorkommen, dass zeitweise an der Kasse kein Einlass mehr ist. Die Besucherzahlen in dem Neusässer Bad steigen immer weiter an, im ersten Halbjahr dieses Jahres planschten und saunierten dort 166300 Leute. Die Stadt als Eigentümer der Therme plant mehrere große Investitionen, vor allem um mehr für Familien zu bieten.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Wie sehr die Therme expandiert, zeigt sich auch am Personal. Die Zahl der Mitarbeiter habe sich seit der Übernahme des Bades durch die Stadt und den Betrieb durch die GMF verdoppelt, sagt Betriebsleiterin Jana Freymann. 115 Leute arbeiten im Schichtdienst im Bad, Reinigung, Service, Küche oder Büro. Fünf junge Leute werden zum Fachangestellten für Bäderbetriebe ausgebildet. Einige im Team stammen von der geschlossenen Königstherme in Königsbrunn.

Nötig sei das aufgestockte Personal durch die steigenden Besucherzahlen und die Erweiterungen im Saunabereich, sagt Freymann. Im Jahr 2018 kamen insgesamt 278493 Leute in die Neusässer Therme. Bis Ende Juni dieses Jahres sind schon 10000 Leute mehr gekommen als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. Die Hälfte der Besucher lockt die Sauna an. Für echte Saunafans gebe es keine Pause im Sommer, erzählt der stellvertretende Betriebsleiter Christian Hofbeck. „Manche kommen das ganze Jahr.“

Besucherrekord: Titania braucht Platz

Am meisten Betrieb ist in der Therme natürlich im Herbst und Winter oder an verregneten Wochenenden. Wenn alle Schlüssel für die Spinde verteilt sind, müssen die Titania-Beschäftigten einen Einlassstopp verhängen. Bei 750 Menschen in der Therme ist Schluss. Es wird nur dann wieder jemand reingelassen, wenn ein anderer rausgeht. Das sorge bei den Wartenden natürlich immer wieder für Verärgerung, weiß Betriebsleiterin Freymann. Man müsse dies aber so machen, damit die Bademeister noch einen Überblick über die Menge im Schwimmbecken behalten können. „Es ist dann sowieso schon sehr eng,“ beschreibt Hofbeck diesen Hochbetrieb.

Ab einer bestimmten Besucheranzahl werden Schilder aufgestellt, dass Liegen nicht mehr reserviert werden dürfen. Mitarbeiter entfernen zu solchen Stoßzeiten dann schon mal die Handtücher. Auch wenn es unter Gästen vor allem wegen der Liegen immer mal wieder zum Streit kommt, ist Hofbeck froh, dass er im Titania noch keine Schlägereien wie jüngst in der Gerfriedswelle erleben musste. Eine Therme sei für die Mitarbeiter besser zu überschauen und zu kontrollieren als ein großes Freibadgelände, erklärt sich Hofbeck diesen Unterschied. Er und seine Kollegen würden darin geschult, wie man am besten mit Konflikten umgeht.

Die ruhigere Atmosphäre ist seiner Meinung nach der Grund, warum immer häufiger Familien im Sommer ins Titania kommen. Der Sommertarif „drei Stunden zahlen, den ganzen Tag bleiben“ werde gut angenommen. Anders als an Seen oder in überfüllten Bädern hätten Eltern die Kinder besser im Blick. „Wir haben im Sommer kein Loch mehr, die Liegewiesen sind gut belegt“, ergänzt Freymann.

Die Betriebsleiterin wünscht sich für die Zukunft, dass das Bad noch attraktiver für Familien wird. „Im Moment ist das zu wenig Erlebnis für die Kinder.“ Viele Besucher erfordern nach Meinung von Freymann Wachstum: „Man darf nicht stehen bleiben.“ Die Kapazitätsgrenzen im Haus seien erreicht. Das Titania sei von der Größe her ursprünglich mit rund 350 Parkplätzen konzipiert worden.

Der Besuch einer Therme ist nach dem Eindruck von Hofbeck für viele „ein Tag Urlaub vom Alltag“, die Gäste sind länger da als früher. Im Schnitt bleibt ein Saunabesucher mindestens vier Stunden. Ein Umbau der Gastronomie im Saunabereich steht für Bürgermeister Richard Greiner oben auf der „To-do-Liste“. „Das platzt aus allen Nähten.“ Im nächsten Jahr sei geplant, den Gastronomie- und den Saunabereich voneinander abzugrenzen. Dieses Nebeneinander sei eine Schwachstelle der Therme, so Greiner. Dies soll nicht die einzige größere Investition bleiben. In dem vom Badbeirat entwickelten Konzept bis zum Jahr 2025 ist als weiterer Schritt der Bau einer großen und breiten Rutsche mit einem eigenen Becken im Außengelände vorgesehen. Im Bad selbst soll der Kleinkindbereich attraktiver werden.

Da der Stadt im Umfeld vom Titania keine Flächen gehören, sind ihr für eine Erweiterung ein Stück weit Grenzen gesetzt. Daher habe man sich auch gegen den Bau eines großen Schwimmbeckens entschieden, so Greiner. Zu viel hätte man sonst von den Liegeflächen wegnehmen müssen. Der Bürgermeister kennt die Klagen über die Parkplatznot. Hier gebe es Pläne im Norden für Entlastung durch eine geschotterte Fläche zu sorgen. Es müssten dafür noch Fragen der Entwässerung geklärt werden. Der Einzugsbereich des Titania ist groß und der Bedarf nach Parkplätzen daher auch, betont Freymann. Die Besucher kämen nicht nur aus der Region Augsburg, sondern auch aus dem Raum München, Ulm, Donau-Ries oder dem Allgäu. "Kommentar

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren