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Gersthofen

07.05.2013

Betriebsrat zweifelt an Invista-Plänen

Laut Unternehmensauskunft sind beim Chemiewerk Invista in Gersthofen 150 von 300 Stellen bedroht. Dem widerspricht nun der Vorsitzende des Betriebsrats.
Bild: Marcus Merk

Laut Unternehmensauskunft sind beim Chemiewerk 150 von 300 Stellen bedroht. Dem widerspricht nun der Vorsitzende des Betriebsrats.

Invista, das mit 300 Arbeitnehmern größte Unternehmen im Industriepark Gersthofen, ist in einer Schieflage: Am Freitag gab die Konzernleitung bekannt, die Produktion des chemischen Zwischenstoffes DMT am Standort Gersthofen einstellen zu wollen. Laut Unternehmensauskunft ist jeder zweite Arbeitsplatz mit dessen Produktion betreut und folglich von der Stellenstreichung betroffen. Dem widerspricht nun Peter Lindler, der Vorsitzende des Betriebsrats: „Hier sind nur 52 Stellen mit der DMT-Produktion betreut. Zugleich ist diese Abteilung bei uns aber auch der Energiebetrieb.“

Unternehmenssprecher Thomas Dubois hatte am Freitag erklärt, dass 150 Stellen mit DMT zusammenhängen. Diese Zahl hält Lindler für übertrieben, auch wenn etwa die Hälfte der Gesamtproduktion mit DMT zusammenhängt. „Es ist aber klar, dass andere Bereiche zwangsläufig auch mit dem Produkt zu tun haben.“ Wegen einer Überversorgung am Markt und der Konkurrenz anderer Chemiestoffe sei die Herstellung von DMT, das etwa für Verpackungsfolien gebraucht wird, laut Auskunft von Invista nicht mehr rentabel.

Betriebsratsvorsitzender nimmt Unternehmen in Schutz

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Manchen Angestellten stießen die Pläne ihres Arbeitgebers bitter auf – schließlich hatten sie erst vor vier Jahren einem Standortsicherungstarif zugestimmt, der noch bis 2015 gültig ist. Dieser beinhaltete den Verzicht auf Sonderzahlungen und Gehaltserhöhungen, sollte aber auch die Arbeitsplätze sichern. Schon damals hatte sich die DMT-Krise abgezeichnet. „Viele Angestellte sind jetzt erbost und entrüstet“, sagte Torsten Falke von der Gewerkschaft IG BCE. Lindler nimmt das Unternehmen in Schutz: „Dass sich der Markt in so kurzer Zeit so drastisch ändern würde, hat niemand voraussehen können.“

Die Stimmung innerhalb der Belegschaft beschreibt Lindler nicht als die beste: „Es herrscht Unsicherheit. Das Thema wird uns mit Sicherheit noch die nächsten drei Monate beschäftigen.“ Für die Jobs, die den Stellenabbau überleben werden, fordert der Betriebsrat eine Sicherheit: „Es will keiner in ein paar Jahren wieder in derselben Situation stecken.“

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