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Horgau

10.12.2019

Bezahlbares Wohnen: Neues Wohnquartier in Horgau wird bezogen

Die ersten Wohnungen des neuen Wohnquartiers in Horgau werden am heutigen Mittwoch bezogen. Darin leben künftig Studenten, Senioren, Alleinerziehende, aber auch Menschen mit Behinderung. 
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Die ersten Wohnungen des neuen Wohnquartiers in Horgau werden am heutigen Mittwoch bezogen. Darin leben künftig Studenten, Senioren, Alleinerziehende, aber auch Menschen mit Behinderung. 
Bild: Marcus Merk

Plus Die ersten der 43 staatlich geförderten Wohnungen in Horgau stehen bereit. Die günstigsten Mieten in der barrierefreien Wohnanlage liegen bei rund 5,50 Euro pro Quadratmeter. 

Die Liste der Bewerber war schier endlos. Hunderte wollten eine der 43 neuen Wohnungen in Horgau haben. Seit Juli sind die schicken, barriefreien Mehrfamilienhäuser vergeben. Mieten darf die staatlich geförderten Wohnungen nur, wer wenig Geld zu Verfügung hat. Das Projekt Lebensweise in Horgau zeigt: Bezahlbarer Wohnraum ist auch auf dem Land knapp.

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Am heutigen Mittwoch werden die ersten neuen Mieter in eines der drei Mehrfamilienhäuser in Horgauergreut einziehen. Unter ihnen sind Studenten, alleinerziehende Mütter, Senioren und auch Menschen mit Behinderung, erklärt Christian Blücher, Leiter der Hausverwaltung. Nur Menschen mit einem Berechtigungsschein dürfen dort einziehen. Die richtet sich nach der Höhe des Einkommens. Hat beispielsweise eine vierköpfige Familie mehr als 70.000 Euro im Jahr zu Verfügung, kommt sie nicht mehr in Frage, erklärt Blücher. Unterschieden werde in drei Einkommensklassen.

Drei-Zimmer-Wohnungen für unter 500 Euro Kaltmiete

Für diejenigen, die am wenigsten Geld haben, liegt die Miete bei rund 5,50 Euro pro Quadratmeter. Die günstigsten Drei-Zimmer-Wohnungen liegen damit bei unter 500 Euro Kaltmiete. Ohne staatliche Förderung liege die Grundmiete bei rund 8,50 Euro, sagt Bauunternehmer Markus Deurer. Das Prinzip funktioniert so: Deurer bekommt für seine Wohnungen staatliche Zuschüsse, verpflichtet sich aber im Gegenzug, diese 25 Jahre lang an Menschen mit Berechtigungsschein zu vermieten. Anschließend können die Wohnungen auf dem freien Markt angeboten werden.

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Moderne Sanitäranlagen finden sich in jeder der neuen Wohnungen. Einige verfügen außerdem über geräumige Balkone. Außerdem sind die Mehrfamilienhäuser allesamt barrierefrei gestaltet.
Bild: Marcus Merk

Mit dem gängigen Klischee von Sozialwohnungen haben die hellen, geräumigen Wohnungen im neuen Quartier nichts gemein. In allen Wohnungen gibt es Fußbodenheizung, hohe Decken, elektrische Rollladen und hochwertige Sanitäranlagen. Auch eine Tiefgarage mit 36 Stellplätzen wurde gebaut. Etwa 100 Bewerbungen in zwei Tagen bekomme er für eine solche Wohnung, sagt Christian Blücher. In den kommenden Tagen werden nun die ersten beiden Mehrfamilienhäuser bezogen. Mitte Februar ziehen die Bewohner des dritten Gebäudes ein.

Auch Menschen mit Behinderung ziehen in das neue Quartier in Horgau

Dort entsteht auch eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung. Betreut werden die Behinderten vom Dominikus-Ringeisen-Werk. Für sie ist ein Büro in der neuen Trauminsel vorgelesen. So der Name des dritten Mehrfamilienhauses. Je nach Bedarf der Bewohner können sie so rund um die Uhr unterstützt werden. Durch das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung, soll die Inklusion gefördert werden.

Moderne Sanitäranlagen finden sich in jeder der neuen Wohnungen. Einige verfügen außerdem über geräumige Balkone. Außerdem sind die Mehrfamilienhäuser allesamt barrierefrei gestaltet.
Bild: Marcus Merk

Das gesamte Wohnprojekt namens Lebenswiese soll bis zur Fertigstellung insgesamt 85 Wohneinheiten umfassen. Im zweiten Bauabschnitt sollen frei finanzierte Wohnungen entstehen, die optisch ins Gesamtbild passen sollen. Realistisch sei eine Fertigstellung aber erst in etwa fünf Jahren, sagt Markus Deurer. Geplant sind weitere fünf bis sechs Gebäude. Die Kosten – allein für die ersten drei Mehrfamilienhäuser – liegen laut Deurer „im zweistelligen Millionenbereich“. Sein Familienunternehmen, 1848 gegründet, baut bereits seit den 1920er-Jahren Sozialwohnungen in der Region. Von den etwa 1000 Wohnungen, die dem Unternehmen gehören, seien etwa 30 bis 40 Prozent geförderte Wohneinheiten, sagt Deurer. Er stelle fest, dass Bedarf an bezahlbarem Wohnraum steigt. Längst sei der Wohnraum auch auf dem Land für viele zu teuer, doch besonders merke man die Preissteigerung in der Stadt. In Augsburg entstehen derzeit zum Beispiel auf dem Reese-Gelände rund 150 neue Sozialwohnungen. Auch in München baut die Firma geförderten Wohnraum.

Einige Anwohner hatten Bedenken

Vor Baubeginn gab es in der Gemeinde Horgau einige Bürger, die gegen das Projekt protestierten. Sie fürchteten, dass die Häuser zu hoch werden und dass der Komplex nicht zum Ort passe. Auch gab es Vorbehalte gegenüber den neuen Mietern. Schließlich kam es zum Bürgerentscheid, bei dem knapp 80 Prozent der Horgauer für das Wohnprojekt stimmten.

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