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Zusmarshausen

04.08.2020

Bier des Jahres 2020: Liebhaber küren Schwarzbräu zum Sieger

Im Gegensatz zu Großbrauereien füllt auch Schwarzbräu das Bier immer frisch und bedarfsgerecht ab.
Bild: Marcus Merk

Plus Im vergangenen Jahr brachte Schwarzbräu „Marie Hausbrendel“ auf den Markt. Jetzt haben das Bier aus Zusmarshausen und seine Geschichte einen besonderen Preis gewonnen.

Auf dem Weg zur „kleinen Museumsecke“ im Sudhaus der Brauerei Schwarzbräu bei Zusmarshausen geht man durch einen Gang, in dem in langer Reihe die Preise aufgehängt sind, die das Unternehmen bereits für seine Arbeit gewonnen hat. „Wir sind sozusagen prämierungsgewohnt“, sagt Geschäftsführer Leopold Schwarz. Der Preis, den er jetzt überreicht bekam, sei für seine Brauerei allerdings ein „sensationelles Ereignis“.

Brauen ist Teamarbeit. Deshalb sind bei der Preisverleihung auch Braumeister und das Marketing dabei.
Bild: Tobias Karrer

Der Pro-Bier-Club Deutschland hat die neue Sorte Marie Hausbrendel zum Bier des Jahres 2020 gekürt. Das bedeutet, dass sich das Helle, das die Brauerei erst im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht hatte, gegen 7000 andere Marken von mehr als 1450 Brauereien durchgesetzt hat. Für Leopold Schwarz ist der Preis „der einzig echte Konsumentenpreis Deutschlands“. Nicht Experten würden hier über Sieg und Nominierung entscheiden, sondern Bierliebhaber aus der ganzen Republik.

Jurymitglieder bekommen jeden Monat ein Probierpaket

Tatsächlich besteht die Jury des Pro-Bier-Clubs nicht aus Sommeliers und Braumeistern, sondern aus den Mitgliedern des Clubs. Diese bekommen jeden Monat ein Probierpaket zugeschickt und entscheiden dann, welches Bier Bier des Monats wird. Jedes Bier mit diesem Titel hat dann die Chance, zum Bier des folgenden Jahres gekürt zu werden. Marie Hausbrendel gewann im September 2019 und war so als eines von zwölf Bieren für den Titel „Bier des Jahres 2020“ nominiert.

Bier des Jahres 2020: Liebhaber küren Schwarzbräu zum Sieger

Biersommelier Frank Winkel ist begeistert von der neuen Schwarzbräu-Marke. „Der Geschmack ist sehr ausgewogen. Malz und Hopfen kommen gut durch.“ Das Bier habe einen eigenen Charakter und hebe sich positiv von der Massenware, die er auch „Mainstream“ oder „Fernsehbiere“ nennt, ab. Er lobte die Brauerei Schwarzbräu unter anderem auch dafür, eine eigene Mälzerei zu betreiben. Die Brauereien, die diese kostenintensive Arbeit noch auf sich nehmen, könne man in Deutschland mittlerweile an einer Hand abzählen. „Das ist dann wirkliches Handwerk“, betonte er.

Das Bier ist mit der Geschichte der Familienbrauerei verknüpft

Marie Hausbrendel hat einen klaren Vorteil: Das Bier ist eng mit der Geschichte der Familienbrauerei verknüpft. Der Grund: Leopold Schwarz hat das Bier seiner Großmutter gewidmet. Ein Foto von ihr zusammen mit ihrem Mann Konrad Schwarz steht in der Museumsecke im Obergeschoss des Sudhauses. Marie Hausbrendel sei schon als Kind „Herz und Seele“ der gleichnamigen Brauerei in der Jakober- vorstadt gewesen, so die Beschreibung der Marke. „Das war eine kleine Brauerei in der Nähe der Fuggerei“, erklärte Schwarz. In den späten 1920ern lernten sich der junge Brauer Konrad Schwarz und Marie Hausbrendel kennen, heirateten und gründeten eine Familie.

Freut sich über die Auszeichnung: Leopold Schwarz von "Schwarzbräu" in Zusmarshausen.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Nachdem die Brauerei Hausbrendel im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, zog es das Ehepaar wieder nach Zusmarshausen. Marie Schwarz ehemals Hausbrendel wurde zur Wirtin des Braustüberls in Zus, der „alle Gäste zu Füßen lagen“, so die Beschreibung der Marke. Angeblich erzählt man sich ihre Geschichte dort noch bis heute und „trinkt ein Helles auf sie“.

Marie Hausbrendel ist ein klassisches Helles Bier

„Wir wollten ihr einfach ein klassisches Helles Bier widmen“, erklärte Leopold Schwarz beim Pressetermin zur Preisverleihung. Das scheint ihm zusammen mit seinem Brauteam auch gelungen zu sein, was die Auszeichnung Bier des Jahres 2020 zeigt.

Die Galerie im Sudhaus kann die Familienbrauerei jetzt um eine weitere Urkunde ergänzen. Aber vielleicht bekommt die Auszeichnung – bei all ihrer Geschichte – auch einen Ehrenplatz.

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