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Horgau

15.06.2019

Biobrot und Kaffee aus dem Bauwagen in Horgau

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Weil der Ausbau des neuen Dorfladens Herzstück noch andauert, gibt es nun eine Zwischenlösung. In einem kleinen Bauwagen bieten Anja Dördelmann und ihr Team einige der Produkte an, die es später einmal im Laden geben soll. 
Bild: Marcus Merk

Bis der Dorfladen in Horgau öffnet, dauert es noch. Schon jetzt gibt es einen Vorgeschmack. Unter anderem mit Brot von der Bäckerei Cumpanum aus Augsburg. 

Es duftet nach frischem Kaffee im kleinen Bauwagen vor dem Dorfladen. Anja Dördelmann und ihr Team räumen die Regale ein. Alle Produkte hier sind bio, vieles kommt aus der Region. Neben nachhaltiger Seife und Zahnbürsten aus Bambus finden sich Kaffee, Tee oder Gewürze. Und: Brot und Backwaren der Bio-bäckerei Cumpanum aus Augsburg. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was im Dorfladen Herzstück bald angeboten werden soll.

In dem kleinen Bauwagen vor dem eigentlichen Geschäft wird erst seit Kurzem verkauft. Geöffnet ist immer am ersten Samstag im Monat von neun bis 12.30 Uhr und in der zweiten Woche darauf am Donnerstag von 16 bis 18 Uhr. Das Konzept gehe auf, sagt Anja Dördelmann. Sie ist Initiatorin des geplanten Dorfladens in Horgau und Teil des Vereins Herzwerk. Mittlerweile hat das Genossenschaftsprojekt weit über 100 Mitglieder. Der Betrieb und Verkauf im Bauwagen werden ehrenamtlich von Dördelmann und ihrem Team geführt. Angeboten werden Produkte, die später einmal im Ladengeschäft im Regal stehen sollen.

Zahnbürsten aus Bambus, Chili aus Sonnenblumenkernen

Ein Renner seien zum Beispiel die Zahnbürsten aus Bambus, sagt Dördelmann. Sie sind komplett plastikfrei und nachhaltig. Dazu passend gibt es auch plastikfreie Zahnpasta. Ebenfalls beliebt seien Produkte aus sogenanntem Flüssigholz. Es fühlt sich an wie Plastik, ist aber ein Naturmaterial. Außerdem gibt es Nahrungsmittel wie Chili aus Sonnenblumenkernen oder bayerischen Dinkelreis aus der Rhön. Besonders stolz ist Dördelmann auf die Backwaren in ihrem kleinen Bauwagen. Die kommen nämlich von dem in Augsburg und Bobingen bekannten Bäckermeister André Heuck, der auch die Bäckerei Cumpanum in der Augsburger Annastraße betreibt. Dort stehen die Menschen für die Biobrote des Bäckers oft Schlange. „Es ist toll, dass es die Backwaren jetzt auch bei uns auf dem Land gibt“, sagt Dördelmann. Cumpanum verzichtet nach eigener Aussage auf sämtliche Zusätze in ihren Produkten. Außerdem werden ausschließlich biozertifizierte Produkte verarbeitet.

Noch sind die Räume des Regionalmarkts mit Café in Horgau leer. In diesem Jahr könnte eröffnet werden.
Bild: Marcus Merk

Regionale und saisonale Produkte

Ein Konzept, dass auch für die anderen Produkte im Herzstück gelten soll. „Bio ist das mindeste“, sagt Dördelmann. Sie achte außerdem darauf, dass so viel möglich aus der Region komme. Außerdem will die Genossenschaft eigene Produkte herstellen. Nudeln, Marmeladen, Kräutersalze und Aufstriche zum Beispiel. Auch ein eigenes Bier soll es einmal geben. Um Verpackungsmüll zu vermeiden, soll es nicht nur Obst und Gemüse, sondern zum Beispiel auch Nudeln und Müsli als offene Waren geben. Aus Schütten kann man sich dann die gewünschte Menge in eigene Gefäße abfüllen. Bis es so weit ist, kann es aber noch ein bisschen dauern.

Momentan sei man auf der Suche nach Handwerkern, sagt Dördelmann. Noch ist der Laden leer. Zunächst müsse man sich um die Elektrik kümmern, dann brauche es einen neuen Estrich, ehe mit der Innenausstattung begonnen werden kann. Die Geschäftsräume in dem Gebäude an der Augsburger Straße gehören der Gemeinde. Später soll der Laden dann an die Genossenschaft verpachtet werden. Dördelmann geht davon aus, dass sich dieses Modell rechnet. Auf ehrenamtliche Hilfe werde man dennoch angewiesen sein.

Noch sind die Räume des Regionalmarkts mit Café in Horgau leer. In diesem Jahr könnte eröffnet werden.
Bild: Marcus Merk

Bäckerei Cumpanum aus Augsburg ist mit dabei

Wie es in dem Laden später einmal aussehen wird, kann sich Dördelmann schon jetzt gut vorstellen. Beim Rundgang durch die leeren Räume wird klar, dass sie sich viel vorgenommen hat. Im Ein-/Ausgangsbereich werde sich die Kasse befinden. Außerdem soll hier unverpackte Ware wie Nudeln, Reis oder Müsli angeboten werden. Neu sind die zwei großen Fenster, die für mehr Tageslicht sorgen und zudem als Fluchtweg genutzt werden sollen. Außerdem soll es einen Kochbereich und eine Theke geben. Im Anbau sollen ein Personalraum, ein Büro, zwei Lagerräume, ein Kühlraum und ein Heizungs- und Technikraum entstehen.

Wann das Herzstück seine Türen öffnen wird, ist unklar. Das hänge vor allem davon ab, ob man schnell geeignete Handwerker finde, sagt Anja Dördelmann. Sie hofft, dass der Regionalmarkt mit Café noch in diesem Jahr eröffnet werden kann.

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