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Bauantrag

11.05.2018

Biogas-Anlage: Jetzt ist das Landratsamt gefordert

Für die Adelsrieder gibt es noch viele offene Fragen. Eine dreht sich um die Stoffe, die eingebracht werden

Gut besucht war die jüngste Sitzung der Adelsrieder Gemeinderäte: Grund war der umstrittene Ausbau einer Biogasanlage. Schon in der Vergangenheit kam es zwischen dem Betreiber der Anlage in der Streitheimer Straße und den Nachbarn zu Unstimmigkeiten. Diese klagten über Geruchs- und Lärmbelästigungen und sahen den Marktwert ihrer Häuser durch die benachbarte Biogasanlage gemindert (wir berichteten).

Da sich die Gemeinderäte im Jahr 2016 schon fast einstimmig gegen den Bauantrag auf eine „Ertüchtigung“ der Biogasanlage gestellt hatten, sollte sich das Landratsamt als Genehmigungsbehörde mit dem Antrag befassen, der sowohl Neuerungen als auch Änderungen der Anlage beinhaltet. Laut Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann haben die Fachabteilungen bislang noch keine Stellungnahmen abgegeben.

Nun sollte die Gemeinde ihrerseits abstimmen, wobei das letzte Wort trotzdem dem Landratsamt vorbehalten bleibt. In einem umfangreichen Papier (81 Seiten), das dem Gremium vorlag, ging es neben vielen technischen Details auch um die Zulassung von weiteren Einsatzstoffen in der Anlage. Hier müsse beim Landratsamt geklärt werden, ob mit der Einwilligung zur Verarbeitung von Pferdemist ausgeschlossen wird, dass auch andere in dieser Rubrik aufgeführten Einsatzstoffe wie Schweinegülle, Schlachtabfälle oder Nahrungsmittelabfälle in den Fermenter eingebracht werden. Dies wurde vom Antragsteller als nicht geplant dementiert.

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Vom Landratsamt müsse nun geklärt werden, ob die zusätzlichen Einsatzstoffe in dieser Rubrik auf Pferdemist beschränkt werden können. Die beantragte Geländeaufschüttung von 35 Zentimetern Höhe auf über 3000 Quadratmetern stieß bei den Räten auf Ablehnung, da vermutet wird, dass damit nur verhindert werden soll, den Aushub des im Boden eingelassenen Endlagers abfahren zu müssen. Die Bürgermeisterin äußerte dazu ihre Sorge, dass bei Starkregen das aufgeschüttete Erdreich abgeschwemmt wird und letztendlich in der Laugna landet. Das Regenwasser wird auf dem Betriebsareal durch einen Schieber zurückgehalten und soll bei Starkregen unter ständiger Aufsicht kontrolliert abgeleitet werden. Die Frage, wer das kontrolliert, blieb offen.

Unklar geblieben war ebenso die Frage, wie der Betreiber das Geruchsproblem bei Anlieferung von Pferdemist in den Griff bekommen wird. Unklar blieben außerdem die Lärmemissionen von Rührwerken und Pumpen. Auch wenn Josef Reitmayer betonte, das neue Rührwerk würde in einem gedeckelten Raum untergebracht, stieß das bei manchen Zuhörern der Sitzung auf Kopfschütteln.

Gemeinderat Rainer Schrenk (CSU) schlug vor, offene Fragen zunächst mit dem Landratsamt in Augsburg klären zu lassen, und erst danach abzustimmen. Die Adelsrieder Gemeinderäte waren abschließend noch nicht bereit, eine endgültige Stellungnahme zum Bauantrag abzugeben.

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