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Adelsried

24.02.2020

Biogasanlage stinkt Anwohnern - lässt sich Erweiterung verhindern?

Die Erweiterung einer Biogasanlage in Adelsried erregt schon seit längerer Zeit die Gemüter im nahe gelegenen Wohngebiet.
Bild: Andreas Brücken (Symbolfoto)

Plus Seit Langem klagen Anwohner über Geruchsbelästigung durch eine Biogasanlage in Adelsried. Nun ist eine Erweiterung geplant. Lässt sie sich verhindern?

Die Erweiterung der Biogasanlage der Firma Reitmayer in Adelsried erregt schon seit längerer Zeit die Gemüter im nahe gelegenen Wohngebiet. Sie kritisieren vor allem die Geruchsbelästigung, die nach ihrer Wahrnehmung bereits jetzt von der Anlage ausgeht. Untersuchungen hatten allerdings gezeigt, dass die Geruchsbelastung im zumutbaren Bereich liegt, so stand es im Gutachten. Aus diesem Grunde hatte der Gemeinderat einen Rechtsanwalt beauftragt, dieses Gutachten zu überprüfen. Das Ergebnis hat Amtsleiter Günther Reichherzer den Räten in der Sitzung vorgestellt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Nachhaltigkeit des Betriebes, wofür die Genehmigung der Biogasanlage als privilegiertes Vorhaben im Außenbereich nötig ist, ist nicht nachgewiesen. Der Genehmigungsantrag enthält keine Angaben dazu, ob der landwirtschaftliche Betrieb die Silagen auf eigenen Flächen oder auf Pachtflächen produziert. Dass die Einsatzstoffe überwiegend aus dem eigenen beziehungsweise den nahe gelegenen Betrieben stammen, dafür liege kein Nachweis vor. „Sollte die landwirtschaftliche Produktion überwiegend auf Pachtflächen erfolgen, wären langfristige Pachtverträge notwendig.“ Auch sei nicht ausgeschlossen, dass der vorgeschriebene Emissionswert überschritten wird.

Das Einbringen von Pferdemist ist nicht tragbar

Das Ableiten von Silagesickersaft in den Boden (Grundwasserschutz) wie auch die unsachgemäße Einbringung von Pferdemist seien nicht tragbar. Der Rechtsanwalt empfiehlt daher, an das Landratsamt heranzutreten, um gegebenenfalls nachträglich Anordnungen und/oder eine teilweise Stilllegung der Anlage zu beantragen. Auch könne man wegen möglicher Grundwasserverunreinigungen Akten bei der Unteren Wasserbehörde einsehen. Von einem erneuten kompletten Geruchsgutachten rät der Rechtsanwalt ab. Er schlägt vor, aus Kostengründen nur mit verschiedenen Aufträgen, die unklar sind, heranzugehen.

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Zur weiteren Vorgehensweise: Die fehlenden Unterlagen werden vom Betreiber angefordert. Anschließend wird entweder ein negativer Bescheid erstellt oder das Vorhaben wird genehmigt. Falls sich die Gemeinde für den Weg übers Verwaltungsgericht entscheidet, wäre dennoch ein neues Gutachten zur Begründung der Klage nötig.

Nun wird Akteneinsicht beim Landratsamt beantragt

Aus einem aktuellen Schreiben des Landratsamtes geht allerdings hervor, dass der Antrag zum Ausbau der Biogasanlage genehmigungsfähig ist. Reichherzer war verwundert, weil das Landratsamt grundsätzliche Dinge nicht berücksichtigt hätte. Der Rechtsanwalt hingegen hält an seinen Ausführungen fest. Unter den Ratsmitgliedern fand die Stellungnahme des Rechtsanwaltes ein positives Echo. Das gemeindliche Einvernehmen wurde mit 13 Stimmen und einer Enthaltung nicht erteilt. Eine Akteneinsicht beim Landratsamt wird nun beantragt.

  • Kultursommer Neben der Biogasanlage gab es noch weitere Themen im Gemeinderat. Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann bleibt weiterhin Vorsitzende im Gremium des Kultour-Sommers. Die Gemeinde hat sich einstimmig für eine Beteiligung (ein Euro pro Einwohner) ausgesprochen. Der Kultour-Sommer findet 2021 statt und fällt somit aus dem ursprünglich zweijährigen Turnus. „Damit ist die Fußball-Europameisterschaft für unsere Veranstaltungen keine Konkurrenz.“
  • Schule Bei der Standortfrage des neuen Schulgebäudes ist man sich mit der Nachbargemeinde Bonstetten einig geworden. Beide Bauausschüsse waren übereingekommen, dass ein Anbau an der Mehrzweckhalle parallel zum Sportplatz sinnvoll wäre. Ein Raumkonzept für eine offene Ganztagsschule ist vorhanden, bei einem Hort sind allerdings keine Erfahrungswerte dafür da. „Letztendlich muss man noch einen Entwurfsplan abwarten“, sagte Stegherr-Haußmann. Der Zeitplan sieht zunächst eine Ausarbeitung des Platzbedarfs und des Raumkonzepts vor. Anschließend soll der Architekt einen Entwurf ausarbeiten. Ein Termin ist im März mit der Städtebau GmbH vorgesehen, damit mit einem vorschnellen Planungsauftrag eine staatliche Förderung nicht gefährdet wird. „Wir können diesen Anbau machen, ohne den Schulbetrieb zu stören“, ergänzte Josef Zott (CSU). Außerdem wird geprüft, ob es nicht sinnvoller wäre, jetzt bereits ein zweites Stockwerk einzuplanen, als später das Gebäude erneut zu erweitern.
  • Naturfreibad Zum Naturfreibad Naturfreibad ist eine Zweckvereinbarung zwischen der Verwaltungsgemeinde Welden und der Gemeinde Adelsried einstimmig beschlossen worden. Es wurde allerdings nahegelegt, sich ein Mitbestimmungsrecht bei der Planung einzuräumen.

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