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TSV Meitingen

13.05.2015

Blitz und Donner als Initialzündung

Beim Empfang auf dem Meitinger Rathausplatz musste Abteilungsleiter Torsten Vrazic eine Bierdusche über sich ergehen lassen. Die SGL-Blaskapelle spielte dem Meister dazu den Marsch. 
Bild: Foto: Karin Tautz

Wie das „Wunder von Meitingen“ seinen Lauf nahm und warum man Meisterschaft und Aufstieg einem verstorbenen Fan widmet

„Es tut mir leid, dass unser emotionaler Auftritt in Dinkelscherben nicht so gut angekommen ist“, sagt Torsten Vrazic. So langsam hat sich die überschäumende Freude über die Meisterschaft in der Bezirksliga Nord und den Aufstieg wieder etwas normalisiert. „Ich kann es immer noch nicht ganz realisieren“, sagt der umtriebige Abteilungsleiter des frisch gebackenen Landesligisten.

Knapp zehn Jahre ist her, dass er als neu gewählter  Fußballchef des gerade in die Kreisliga aufgestiegenen TSV Meitingen mit Sponsor Heinz Klimesch auf der Terrasse eines bekannten Meitinger Cafés zusammensaß und eine Allianz schmiedete, die bis heute hält. „Für uns hat sich ein Traum erfüllt“, sagt Vrazic.

Wenn man dem TSV Meitingen jedoch vor Saisonbeginn einen Aufstieg in die Landesliga prognostiziert hätte – sowohl Vrazic als auch Trainer Ali Dabestani hätten derartige Gedanken als völlig absurd abgetan. „Unser Ziel war es, unter die ersten fünf zu kommen“, versichert der Meistercoach glaubhaft. „Dass wir erst am 25. Spieltag die erste Niederlage hinnehmen müssen und drei Spieltage vor Saisonende als Meister und Aufsteiger feststehen, das hat wirklich niemand erwartet.“

Die Initialzündung erfolgte im Auftaktspiel gegen den SV Cosmos Aystetten. Nach einem heftigen Unwetter mit Blitz und Donner musste die Partie bei einem 0:1-Rückstand zur Pause abgebrochen werden. „Vielleicht war das ein Zeichen des Himmels, dass es so nicht geht“, kann Dabestani heute darüber lachen. Von diesem Moment an schweißte sich der mit 16 Spielern relativ kleine Kader zu einem Kollektiv zusammen, entwickelte eine Eigendynamik, die seinesgleichen sucht.

Im Rückblick reiht sich ein Superlativ an den anderen: 24 Spiele ohne Niederlage, beste Abwehr mit 20 Gegentreffern in 28 Spielen, davon zwei Eigentore. Zweitbester Angriff mit 62 Treffern. „Wir haben uns diesen Erfolg hart und ehrlich erarbeitet. Andere Vereine haben wesentlich mehr investiert“, ist Ali Dabestani stolz auf seine Mannschaft. Zwischen dem 35-Jährigen und den viele Jahre als „untrainierbar“ apostrophierten TSV-Kickern hat die Chemie gestimmt.

Nach einer durchzechten Nacht blieb man auch im Landkreisderby beim TSV Dinkelscherben ungeschlagen (3:3). Nach dem Spiel ging es mit dem Bus zurück nach Meitingen, wo am Rathausplatz schon die SGL-Blaskapelle und alle drei Bürgermeister zum Empfang warteten. Anschließend gab es noch einen Autokorso. Es wird nicht die letzte Feierei gewesen sein.

In die Freude mischt sich allerdings auch Trauer. Am vergangenen Donnerstag ist mit Herbert „Fere“ Gebhard ein treuer Fan des TSV Meitingen verstorben, der maßgeblich daran beteiligt war, dass es durchaus salonfähig ist, die Spiele des TSV im Trikot zu verfolgen. Am Dienstag wurde er zu Grabe getragen. „Schade, dass er das nicht mehr erleben konnte“, sagt Vrazic. „Wir haben ihm diese Meisterschaft und diesen Aufstieg gewidmet.“

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