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Landkreis Augsburg

12.04.2019

Blühwiesen im Landkreis: Wo sind all die Blumen her?

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Noch vor wenigen Tagen dominierten die Krokusse die Szene auf dem Kobel bei Westheim, jetzt läuten die goldgelben Osterglocken die Sommerzeit ein. Im gesamten Stadtgebiet hat die Stadt Blühwiesen anlegen lassen. 

Die Gemeinden gehen unterschiedlich an das Thema heran. Warum die ersten Wiesen bald schon wieder abgemäht werden

Der Landkreis blüht – gerade jetzt im Frühling werden die Bemühungen um mehr Lebensraum für Bienen und Insekten besonders deutlich: Überall grünt und blüht es. Und wo dies noch nicht der Fall ist – da sollen Wiesen und Blühstreifen angelegt werden.

Auch der Umwelt- und Energieausschuss des Landkreises will mit 25000 Euro das Projekt „Das Augsburger Land blüht, Insekten willkommen“ unterstützen und so kommunale Flächen in Blühwiesen verwandeln. Zudem plant der Landkreis einen Ausschuss, um landwirtschaftlich genutzte Flächen für Umweltprojekte zu nutzen.

Bernhard Frey, Kreisfachberater für Gartenbau von der Unteren Naturschutzbehörde, stellte dem Gremium das Projekt vor, das im Februar vergangenes Jahr zusammen mit dem Imkerkreisverband Augsburg Land, der Landschaftspflegeverband, der Naturparkverein Westliche Wälder und der Kreisfachberatung für Gartenkultur gegründet wurde.

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Frey verwies darauf, dass nicht nur der Landkreis, sondern auch einzelne Gemeinden angesprochen würden. Insbesondere die Liegenschaften des Landkreises – dazu zählen Schulen, Schullandheime sowie Flächen an Kreisstraßen – würden sich nach seiner Aussage für Blühflächen eignen. Aber auch Ausgleichsflächen, die für Landwirte aufgrund ihrer Lage unattraktiv sind, sieht er als ungenutzte Möglichkeit.

Blühwiesen sollen langfristig angelegt werden

Frey betonte die positive Rückmeldung der Gemeinden. Es kämen bereits Bürgermeister auf ihn zu, um Flächen anzubieten. Zusammen mit dem Gemeindebauhof könnten so Blühwiesen angelegt werden. Um wirklich nachhaltig zu arbeiten, müssten die Projekte aber mindestens fünf Jahre laufen.

Nicht erst seit das Schicksal der Bienen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist, hat die Stadt Neusäß sich zu mehr Blühflächen entschieden. Bereits seit vier Jahren werden immer wieder pollen- und nektarreiche Blumen und Blüten angepflanzt. Auch die Gartenbauvereine waren in dieser Hinsicht stets aktiv. Wer derzeit durch das Stadtgebiet fährt, trifft vor allem auf zahlreiche und üppig bepflanzte Blühstreifen.

Wie der Gartenspezialist des Bauhofs Neusäß, Matthias Seefried erklärt, wurden die Zwiebeln für Krokusse und Narzissen bereits im Herbst von einer holländischen Gartenfirma gesetzt. Darüber hinaus habe man bei den Blühstreifen wie auch bei den 22 Staudenbeeten im Stadtgebiet versucht, weitgehend mit bienenfreundlicher Bepflanzung den passenden Lebensraum für Bienen und andere Insekten zu schaffen. Der Aufwand für die Pflege der Staudenbeete sei laut Seefried weitgehend überschaubar, allerdings gelte es aufzupassen, dass die eine oder andere Pflanze nicht die Dominanz übernehme.

Des Weiteren gibt es in Neusäß 15 Wechselbeete. Noch blühen dort im schönsten Gelb und Rot Narzissen und Tulpen, nach den Eisheiligen werden an dieser Stelle 1000 Begonien neu gepflanzt werden.

000 Quadratmeter neue Blumenwiesen

Ausgebaut wurden auch die Blumenwiesen. Bereits im vergangenen Jahr wurden 3000 Quadratmeter Blumenwiesen neu angelegt. „Jedes Jahr sollen sie ein Stück erweitert werden. Dabei werden bewusst mehrjährige Samen ausgebracht, um eine dauerhafte Blumenwiese zu erhalten“, so Seefried.

Im Schmutterpark wird in diesem Jahr erstmals eine neu entwickelte Bienenmischung ausprobiert und damit wird auch der Bitte verschiedener Imker nachgekommen, auf öffentlichem Grund bienenfreundliche Gewächse anzubieten. Nach dem Motto „weniger ist mehr“, wird nicht mehr so oft zur Sense gegriffen und zusätzlich ein bestimmter Mährhythmus eingehalten. „Hier erhalten wir oftmals ungehaltene Anrufe der Bürger, die das Vorgehen nicht verstehen“, berichtet Seefried. Dabei hat es durchaus seinen besonderen Sinn, wenn Ende Mai die Blumenwiesen das erste Mal gemäht werden, auch wenn sie oft noch in voller Blüte stehen. Dadurch soll eine zweite Blüte über den Sommer bis weit in den September hinein ermöglicht werden, also genau für die Zeit, in der Bienen in der Natur nur noch wenig Nahrung finden. Jetzt geht die Stadt Neusäß einen weiteren Schritt und will einen Bienenpark (wir berichteten). In einem Pavillon mit begrüntem Dach soll ein Umweltklassenzimmer entstehen. Dies soll eine feste Einrichtung werden für Schulklassen, wie auch für allerlei Infoangebote zum Thema Naturschutz und Umweltbildung.

So weit ist Gersthofen noch nicht. Die Stadt will nun einen runden Tisch „Biodiversität“ einsetzen, der entscheiden soll, wo Blüh- und Bienenwiesen angelegt werden sollen. Er setzt sich aus Vertretern der politischen Gruppierungen im Stadtrat sowie der Stadtverwaltung und Menschen zusammen, die sich für den Naturschutz einsetzen. Teilnehmen sollen dabei auch Vertreter des Landschaftspflegeverbands.

Stadtbaumeister Roland Schmidt hat bereits 11500 Quadratmeter auf städtischen Flächen ausgemacht, auf denen Bienenweiden oder andere Lebensräume geschaffen werden können. (mells, jkw, lig)

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