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18.11.2010

Bobingens Katholiken brauchen Geduld

Pfarrkirche in Bobingen. Foto: Archiv
Bild: Archiv

Bobingen Die Katholiken der Pfarrei Sankt Felizitas in Bobingen müssen noch neun Monate warten, bis sie einen neuen Stadtpfarrer bekommen. Vorher sei es nicht möglich, einen geeigneten Geistlichen für die große Pfarrei abzustellen, sagte Bistumssprecher Markus Kremser unserer Zeitung. Der bisherige Pfarrer Albert Mahl hat sein Amt wegen Missbrauchsvorwürfen niedergelegt.

Mahl wird vorgeworfen, vor acht Jahren ein zehnjähriges Mädchen im Religionsunterricht am Oberkörper berührt zu haben, um sich sexuell zu erregen. Das Amtsgericht hat deswegen einen Strafbefehl gegen den Pfarrer erlassen, gegen den er aber inzwischen Einspruch eingelegt hat. Damit kommt es zu einer Gerichtsverhandlung, sofern Mahl seinen Einspruch nicht noch zurückzieht. Sein Anwalt Nikolaus Fackler hat angekündigt, Mahl wolle sich in der kommenden Woche entscheiden.

Das Bistum plant nun, die Stelle ab September 2011 wieder zu besetzen. Das Amt werde ausgeschrieben, interessierte Pfarrer können sich dann bewerben. In der Diözese ist jeweils der 1. September eines Jahres ein fester Stichtag für Personalwechsel. In der Pfarrei selbst haben sich die Verantwortlichen schon seit einiger Zeit auf eine längere Übergangszeit eingestellt. Die Vertretung durch zwei Geistliche habe sich bewährt, sagt der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andreas Feiler. Froh ist er auch, dass seit Oktober Regionaldekan Hubert Ratzinger die laufenden Geschäfte und die Verwaltung leitet. Für sich und seine Mitstreiter sieht der Katholik Andreas Feiler nun die Herausforderung, in der Pfarrgemeinde wieder neues Leben zu aktivieren. Die Pfarrei sei in ihrer Bewertung des Falls geteilt worden. Feiler kündigte gestern auch an, der Pfarrgemeinderat werde über eine eigene Erklärung zu den Vorwürfen beraten.

Wohin Mahl nun ziehen kann und welche Aufgaben er übernehmen soll, darüber ist in der Diözese noch nicht entschieden. Sprecher Kremser kündigte ein kirchenrechtliches Verfahren beim Vatikan an. Das sei Vorgabe der Leitlinien der Bischofskonferenz zu Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs. Bereits Ende Oktober hatte das Bistum entschieden, dass Mahl nicht mehr in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden könne.

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