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Fest

16.09.2019

Böller in Welden lösen einen Katastrophenalarm aus

Ein spektakuläres Böllerschießen auf dem Theklaberg bildete den Auftakt zur 150-Jahr-Feier des Weldener Schützenvereins.
Bild: Marcus Merk

In Welden feierten Schützenverein und Volksbühne am Wochenende ihr Jubiläum mit viel Musik, Pulverdampf und alten Traditionen. Warum dann plötzlich die Sirenen losheulten.

Mit einem spektakulären Böllerschießen auf dem Theklaberg begann die 150-Jahr-Feier des Schützenvereins 1869. Böllerknall und Pulverdampf waren im ganzen Ort zu hören und zu sehen. Ein lautes „Böller hoch“ vom Schussmeister Manfred Hirle, auch „Böllermanne“ genannt, bereitete die vielen Zuschauer souverän auf den bevorstehenden Krach vor. Diejenigen, die nicht mit Ohrstöpsel ausgestattet waren, schützten ihre Ohren mit den Händen. Und dann knallte es für etwa 15 Minuten richtig ordentlich. Weiße Dunstschwaden überzogen den Theklaberg.

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Festlich gekleidet und ausgestattet mit Hand- und Schaftböller sowie einer Böllerwerkzeugtasche hörten die Schützen auf die lautstarken Kommandos vom Schussmeister. Ob Lauffeuer (gleichmäßiger Lauf schnell oder langsam geschossen) Rad, Doppelschlag und Salve (alle gleichzeitig): Die Reihenfolge, in der geschossen wird, gibt der Kommandeur vor. Es darf also nicht einfach losgeböllert werden. Eine bestimmte Abfolge muss eingehalten werden.

Bis zu 6,8 Kilogramm wiegt so ein Handböller. Da wird der Arm, mit dem er hochgehalten wird, ganz schön schwer, sagte der Schützenleiter Ludwig Fischer.

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Feuerwehr und Katastrophenschutz wurden alarmiert

Falsch interpretiert hatte wohl ein Anwohner den ungewöhnlichen Krach: Er meldete an die Notrufzentrale unter 112 eine Explosion. Feuerwehr und Katastrophenschutz wurden alarmiert, die Sirenen heulten auf. Der Irrtum konnte jedoch noch vor dem Ausrücken der Kräfte aufgedeckt werden und auch die Feuerwehrler in Welden und Umgebung konnten wieder weiterfeiern.

Am Markttreff wurde es bei leckeren Speisen und Getränken richtig gemütlich. Und da war dann auch richtig was los. „Hier trifft man auch Leute, die man schon länger nicht gesehen hat“, sagte ein Besucher. Am Abend hieß es dann Party-Time mit DJ Toni, der für Stimmung sorgte.

Höhepunkt war sicherlich der Sonntag mit dem großen Festzug –begleitet von strahlendem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen war die Stimmung großartig. Einige Besucher säumten den Weg und verfolgten den Festzug, an dem Schützenvereine aus zehn Gemeinden teilnahmen. „Ein schönes Stück Brauchtum“, wie ein Zuschauer bemerkte. Schmucke Trachten, schöne Dirndl und gestandene Schützen mit guter Laune – so präsentierte sich der Umzug mit den Fahnen umliegenden Gemeinden Adelsried, Bonstetten, Emersacker, Gau Augsburg, Hainhofen, Horgau, Unterschöneberg und Violau mit wohl der ältesten Standarte aus dem Jahr 1922. Begleitet wurde der Zug von den Schallermusikanten der Harmoniemusik Welden, die auch zum anschließenden Festbetrieb die vielen Gäste bei guter Laune hielten.

Auch die Freilichtbühne blickt auf 30 Jahre zurück

Tradition und Treue: Das hob Bürgermeister Peter Bergmeir in seinem Grußwort des Jubiläumsmagazins hervor. Denn nicht nur der Schützenverein, sondern auch die Freilichtbühne kann auf 30 Jahre zurückblicken. „Die Theateraufführungen gehören zu den kulturellen Höhepunkten eines jeden Jahres und locken zahlreiche Besucher an. Der Verein kann stolz sein auf das, was seine Mitglieder und Förderer in dieser langen Zeit geleistet haben.“

Die Ehrung der langjährigen Mitglieder war ebenfalls Bestandteil der Feierlichkeiten am Sonntag.

Trotz der 150 Jahre ist der Schützenverein jung geblieben. Markus Müller, Vorstand, sagte: „Wir haben den Verein immer wieder neu erfunden, um attraktiv zu bleiben.“ Seit acht Jahren haben junge Schützen die Möglichkeit, mit dem Lichtgewehr in den Schießsport einzusteigen. „Im selben Jahr wurde die Böllergruppe wiederbelebt. Heuer haben wir den ersten Bogenparcour im Augsburger Land eröffnet.“ (mit dav)

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