1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Bonstetten soll aufblühen

Artenschutz

12.09.2019

Bonstetten soll aufblühen

Gemeinderat ebnet einstimmig den Weg für Blumenwiesen mitten im Ort

„Unser Dorf soll schöner werden“ – getreu diesem Motto beschäftigt sich der Gemeinderat seit Monaten mit der Gestaltung des Ortsbildes von Bonstetten. Jetzt will die Gemeinde Nägel mit Köpfen bzw. Wiesen mit Blumen machen: Einstimmig brachte das Gremium ein Maßnahmenpaket auf den Weg, das Bonstetten im wahrsten Sinn erblühen lassen soll. Kostenpunkt: rund 10000 Euro. Wie berichtet, hatte sich der von der Gemeinde beauftragte Landschaftsarchitekt Hans Marz immer wieder in dem Holzwinkelort umgesehen und nach geeigneten Arealen für ein Neugestaltung Ausschau gehalten.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Auslöser dafür war unter anderem das höchst erfolgreiche bayerische Volksbegehren „Rettet die Bienen“, das dem Erhalt der gesamten Artenvielfalt dienen sollte. Die Grünen-Fraktion hatte in der Vergangenheit stets für sich reklamiert, die entscheidenden Anstöße für Veränderungen im Ort gegeben zu haben.

Insbesondere nahm Experte Marz dabei jene Gebiete unter die Lupe, die als sogenannte Eh-schon-da-Flächen in Gemeindebesitz und daher einfacher zu handhaben sind als Grundstücke, über die mit Eignern oder landwirtschaftlichen Nutzern umständlich verhandelt werden muss.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Laut Bürgermeister Anton Gleich kommen insgesamt 25000 Quadratmeter innerhalb Bonstettens dafür infrage. Den Vorschlägen von Marz zufolge könnte etwa ein kleiner Flecken Rasen am ehemaligen Kindergarten zur Umwandlung in eine Blühwiese dienen sowie ein bis zu acht Meter breiter Streifen im Baugebiet Heuberg II. Im Konzept von Hans Marz ist auch die Neugestaltung einer 50 Meter breiten Fläche beim Friedhof enthalten.

„Das könnte doch eine wunderbare Sache zum Beispiel für den Spaziergänger dort werden“, schwärmte der Bürgermeister, der sich mit dem Vorschlag von Leo Kränzle kaum anfreunden mochte, vor dem Einsatz im Grünen doch den Rat und die Erfahrungen von Organisationen mit der Aussaat einzuholen. „Wir haben doch einen Fachmann und brauchen keine drei Berater“, antwortete Gleich.

Mit dem Beschluss wird auch der Maschinenring in Fahrt gesetzt, der die technische Realisierung der Blühoffensive übernehmen soll. Allein dafür entstehen Ausgaben in Höhe von rund 3600 Euro. Offenbar gut angelegtes Geld, zumal die Bürgervertreter in ungewohnter Harmonie dieses Thema absegneten.

Davon konnte sich auch ein ungewöhnlicher Sitzungsbesucher ein Bild verschaffen: Der 88-jährige Hans Tanner aus Bonstetten lauschte der bei anderen Tagesordnungspunkten bisweilen lauten Sitzung aufmerksam. Schließlich waren zu seiner 16 Jahre währenden Zeit als Gemeindepräsident und damit Ortsvorsteher der Schweizer Partnergemeinde Bonstetten keine öffentlichen Beratungen vorgeschrieben.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren