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Gemeinderat

19.10.2012

Brücken: Höchste Zeit für Sanierungen

Es gibt kein Geländer, teilweise klaffen große Lücken in der Betonbrüstung. Die Brücke ist laut Prüfbericht in einem insgesamt kritischen Zustand.
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Es gibt kein Geländer, teilweise klaffen große Lücken in der Betonbrüstung. Die Brücke ist laut Prüfbericht in einem insgesamt kritischen Zustand.

Eine Brücke in Oberschönenfeld sollte noch vor dem Winter notsaniert werden, sagt ein Experte

Gessertshausen Drei kommunale Brücken in Gessertshausen müssen dringend notsaniert werden, bei drei weiteren besteht dringender Instandsetzungsbedarf. Das ist das Ergebnis des Fachlabors Kiwa Bautest, das in den vergangenen Monaten die 13 Brücken der Gemeinde, für deren Unterhalt die Kommune verantwortlich ist, untersucht hat. Das Ergebnis stellte nun Fachmann Andreas Jung dem Ratsgremium vor.

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Alle drei Jahre müsse ein Prüflabor eine einfache Sicherheitsprüfung, alle sechs Jahre eine Hauptüberprüfung der Brücken durchführen, erläuterte Andreas Jung. Der jeweilige Zustand der Brücken werde dann in Zustandsnoten zwischen eins (sehr guter Bauwerkszustand) und vier (ungenügender Bauwerkszustand) beurteilt. Einmal ist es die Gewölbebrücke über die Schwarzach in der Baugasse in Oberschönenfeld, die bereits unterspülte Fundamente und Schlaglöcher aufweist, in der sich horizontale und vertikale Risse zeigen, die kein Geländer hat und in einem insgesamt kritischen Zustand ist. Mit Note 3,7 sei hier eine umgehende Notsicherung nötig, so Jung, sogar noch vor dem Wintereinbruch. Beim Steg über die Schmutter am Kirchenweg Dietkirch wurden massive Korrosionen an den Stahlträgern und frostbedingte Ausbrüche im Beton festgestellt, die insgesamt eine eingeschränkte Tragfähigkeit nach sich ziehen. Hier gibt es Note 2,8 (ausreichender Zustand), aber einen dringenden Handlungsbedarf. Auch die Schmutterbrücke in Dietkirch schneidet mit Note 3,4 schlecht ab. Hier gibt es tiefe Betonausbrüche, die Bewährung liege teilweise völlig frei, durch Korrosionen sei die Tragfähigkeit eingeschränkt und die Widerlager hinterspült. Hier schlug Jung sogar einen Ersatz der Brücke vor. Mit Note 2,8 (ausreichend) beurteilte Andreas Jung die Schwarzachbrücke „An der Furt“ in Döpshofen; allerdings wackeln die Stahlplatten geringfügig und seien verschoben und die Widerlager hinter- und unterspült, auch hier müsse umgehend gehandelt werden. Die kleine Brücke über die Schwarzach südlich von Döpshofen diene hauptsächlich dem landwirtschaftlichen Verkehr, zeige normale Verschleißerscheinungen mit leichten Korrosionen. Die Verschalung an der Unterseite müsse für weitere Untersuchungen entfernt werden, es fehle ein Geländer; insgesamt Note 2,0 und befriedigender Zustand. Und bei der Steinmahdbrücke in Döpshofen sei eine Ecke unterspült und gebrochen, Streusalz habe zu Korrosionen geführt. Dadurch ergebe sich eine eingeschränkte Stand- und Verkehrssicherheit, Note 2,3 (befriedigender Bauwerkszustand).

Beim Brückenweg über die Schmutter in Margertshausen gebe es Probleme mit den kaputten Handläufen und Rissen in den Widerlagern, deshalb sei die Verkehrssicherheit eingeschränkt, mit Note 2,7 aber ein ausreichender Bauwerkszustand gegeben. In einem sehr guten Zustand seien dafür die Schwarzachbrücke an der Scheppacher Straße (1,3) und die Brücke bei Oberschönenfeld (1,1), die im Jahr 2006 errichtet wurde. Weiter untersucht wurden auch die beiden Brücken über die Schwarzach in Margertshausen, die zwar kleinere Risse und Korrosionen sowie übermäßigen Bewuchs im Böschungsbereich aufweisen, insgesamt aber in gutem bis befriedigendem Zustand seien.

Brücken: Höchste Zeit für Sanierungen

Gute beziehungsweise befriedende Ergebnisse erzielte die Brücke über die Schwarzach beim Park-and-ride-Platz in Gessertshausen, wo nur leichte Schäden in den Fugen festgestellt wurden, und die Dullbachbrücke am Mühlanger in Deubach. Hier sei das Widerlager jedoch feucht, es gebe horizontale Risse und damit eine eingeschränkte Tragfähigkeit, die Brücke werde aber nur wenig genutzt, so die Aussage von Andreas Jung.

Jetzt sollen die Kosten geschätzt werden

Weil Jung keinerlei Angaben zu den eventuellen Kosten machen konnte, beschloss das Gremium unter Vorsitz von Zweitem Bürgermeister Otto Hochmuth einstimmig, dass Kiwa Bautest rasch einen Kostenvoranschlag für die drei großen Sanierungsarbeiten vorlegen und für die anderen Brücken eine zeitnahe Kostenschätzung erarbeiten soll.

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