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Meitingen-Thierhaupten

15.12.2017

Brückensperrung: Es hagelt Proteste

Schon die neuen Fahrradbrücken zwischen Meitingen und Thierhaupten sind gewaltige Bauwerke. Straßen-Ersatzbrücken würden Millionen kosten. 
Bild: Archivfoto: Andres Lode

Wegen der siebenmonatigen Sperrung der Lechbrücken zwischen Meitingen und Thierhaupten ist die Aufregung weiterhin groß. Jetzt soll eine Bürgerinitiative gegründet werden.

Gegen die geplante Brückensperrung zwischen Meitingen und Thierhaupten für sieben Monate in 2018 formiert sich gerade eine Bürgerinitiative. Einer der Initiatoren ist Josef Reiter aus Waltershofen. Er bestätigt, dass sich rund 15 Leute zusammengefunden hätten und am Donnerstagabend zusammenkommen wollen, um die Gründungsversammlung für die Bürgerinitiative vorzubereiten. „Wir werden die gesamte Region einbinden“, kündigt Reiter an. Ziel sei es zu verhindern, dass durch die Brückensanierung die Verbindung zwischen östlichem und westlichem Lechgebiet abgeschnitten wird.

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Stattdessen müssten während der Sanierungsarbeiten Behelfsbrücken errichtet werden. Denn die Umleitungsstraßen über Sand und Langweid wären mit dem zusätzlichen Verkehr total überfordert, ist Reiter überzeugt, zumal auch noch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge auf diesen engen, kurvigen Straßen fahren müssten. „Und dann wollen alle bei Langweid auf die B2“, befürchtet Reiter ein riesiges Chaos.

In dem Stau, der täglich zu erwarten sei, stünden dann auch die Busse mit den Schulkindern. „Das wäre eine erhebliche Belastung für die Kinder“, betont Reiter. Diese Sanierungsmaßnahme dürfe nicht auf dem Rücken der Bürger abgewickelt werden. Es sei genug Geld da, um dies zu verhindern.

Brückensperrung: Es hagelt Proteste

Unterdessen bemühen sich auch die Bürgermeister Michael Higl (Meitingen) und Toni Brugger (Thierhaupten) um Lösungen für die Zeit der Brückensperrung. Am besten wären Ersatzbrücken – darin sind sich beide Bürgermeister einig. Wenn dies nicht machbar sei und auch eine halbseitige Sperrung während der Bauarbeiten aus Sicherheitsgründen ausscheide, müsse man die Kräfte bündeln um noch etwas zu erreichen, sagt Toni Brugger. Sein Kollege Higl verhandelt seit einiger Zeit wegen Behelfsparkplätzen auf beiden Seiten der Brücke mit den Pächtern der Grundstücke. Der Grund gehört dem Markt Meitingen, ist aber an Landwirte verpachtet. Diese sollen dafür entschädigt werden, dass sie die Flächen während der Bauzeit als Parkplätze zur Verfügung stellen. Das Staatliche Bauamt könnte dafür 50000 Euro zur Verfügung stellen, so Higl. Die Parkplätze nahe der Brücken könnten dann von allen genutzt werden, um dort ihr Rad oder Auto abzustellen, anschließend über die Radbrücken zu gehen und auf der anderen Seite mit Fahrrad, Fahrgemeinschaften oder mit Bussen weiterzufahren. Higl und Brugger hoffen auch auf den AVV, der zum Beispiel die Schüler, die nach Meitingen müssen, auf diesem Weg abholen könnte.

Stefan Scheckinger, der beim Staatlichen Bauamt für den Straßenbau zuständig ist, hat bereits Kontakt mit den Leuten, die eine Bürgerinitiative gründen wollen und meint: „Es ist klar, dass sie Gesprächsbedarf haben“. Doch ob der geforderte Einbau von Ersatzbrücken möglich ist, daran hat Scheckinger große Zweifel. Er verweist auf die Kosten von rund drei Millionen Euro für drei Ersatzbrücken und den dafür nötigen Eingriff von etwa einem Hektar Rodungsflächen im geschützten Auwald. Zwar könne man Brückenelemente mieten. Doch den Unterbau der Brücke müsse man neu bauen.

Für alle drei Brücken seien zudem riesige neue Dammaufstandsflächen und Böschungen nötig. Aus dem Etat, der dem Staatlichen Bauamt für jeweils einen Landkreis zur Verfügung stehe, sei das gar nicht bezahlbar. Auf die befürchteten Staus angesprochen erklärt Scheckinger, man werde das Verkehrsgeschehen während der Sanierungsarbeiten beobachten und nötige Maßnahmen ergreifen.

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