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Bürgerversammlungen

30.11.2017

Bruggers Gang nach Neukirchen

Der kleine Friedhof in Neukirchen wird erweitert.

In dem Ortsteil gibt es ein paar Reizthemen. Wie der Rathauschef versuchte, sie zu entschärfen

Zündstoff in Neukirchen: Bewohner den Thierhauptener Ortsteils fühlen sich bei manchen Projekten von Gemeinderat und Bürgermeister vernachlässigt. In der jüngsten Bürgerversammlung für Neukirchen, Hölzlarn, Weiden und Sparmannseck versuchte Bürgermeister Toni Brugger zu vermitteln. „Wir vergessen Neukirchen nicht“, verwies Brugger auf die mehr als 2,5 Millionen Euro, die der Markt in den vergangenen drei Jahren in Neukirchen investiert hatte.

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Doch ums Geld geht es gar nicht so sehr: Vor allem die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets am westlichen Ortsrand von Neukirchen und die zögerlichen Verhandlungen bei der Friedhofserweiterung wurden Brugger angekreidet.

Zum Hintergrund: Die Gemeinde hat am westlichen Ortsrand von Neukirchen ein 1,5 Hektar großes Grundstück erworben. Dort sollte das bereits bestehende Gewerbegebiet „Am Sportplatz“ erweitert werden. Im vergangenen Frühjahr wurde das Vorhaben von den Neukirchenern jedoch mehrheitlich abgelehnt. Sie fürchten den Lärm und fehlende Möglichkeiten für Bauplätze.

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Auch auf der Bürgerversammlung waren sich die Neukirchener wieder einig, dass es keine neuen Gewerbeflächen auf Kosten der Anwohner geben dürfe. Man wolle nicht mit dem Kopf durch die Wand, erwiderte Brugger mehrfach. Bereits im Frühjahr machte der Bürgermeister dies auf einer Ratssitzung deutlich. Die Sitzung wurde wegen des umstrittenen Gewerbegebiets damals extra in den Ortsteil verlegt. Dort habe er seinen Auftrag verstanden und nach Alternativen gesucht, sagte Brugger. Bis jetzt war die Grundstückssuche jedoch erfolglos, und die Pläne für das neue Gewerbegebiet ruhen.

In naher Zukunft wollen die jungen Neukirchener in ihrem Heimatort bauen. Am östlichen Ortsrand soll dazu ein neues Wohngebiet mit insgesamt 21 Bauplätzen erschlossen werden. Wie hoch der Quadratmeterpreis sein und wie die Straßenführung in der neuen Siedlung konkret verlaufen werden, konnte Bürgermeister Brugger jedoch noch nicht beantworten. Derzeit werde der Plan der künftigen Wohnsiedlung noch überarbeitet, auf der kommenden Gemeinderatssitzung aber werde der verbesserte Entwurf vorgestellt, erklärte der Rathauschef.

Langwierig waren die Verhandlungen über die geplante Friedhofserweiterung in Neukirchen. Umso zufriedener ist Brugger aber jetzt mit dem Ergebnis, denn es könne nicht nur die angestrebte Erweiterung in Richtung Norden umgesetzt werden, sondern auch eine Sanierung des ehemaligen Pfarrhofs sei nun im Gespräch.

Um künftig überflutete Straßen und vollgelaufene Keller in Hölzlarn zu vermeiden, soll dort ein Regenwasserkanal errichtet werden. Bereits im kommenden Jahr ist der Baubeginn geplant. Zu der Bürgerversammlung kamen auch die beiden verantwortlichen Planer und stellten das Konzept vor. Vor allem die Frage nach den Kosten trieb die Anlieger um. Konkrete Zahlen könne er jedoch derzeit noch nicht nennen, sagte Bürgermeister Brugger. Sicher sei aber, dass eine faire Kostenverteilung über die Beiträge berechnet werde.

Neben den zwei Linksabbiegespuren am Thierhauptener Gemeindewald soll in den kommenden Monaten auch eine Mittelinsel am östlichen Ortsrand von Thierhaupten in Richtung Neukirchen errichtet werden. Aber nicht alle erachteten diese Lösung als sinnvoll. Ein Bürgervorschlag war, anstelle der Querungshilfe eine stationäre Blitzanlage zu errichten. Denn nur durch eine dauerhafte Verkehrsüberwachung könnten die Raser am Ortseingang ausgebremst werden. Bürgermeister Toni Brugger verwies jedoch darauf, dass das Aufstellen eines dauerhaften Blitzers gesetzlich nicht möglich sei.

Übrigens: Auch auf der Thierhauptener Bürgerversammlung war der Verkehr ein Thema. Vor allem die geplante Sperrung der Lechbrücken und der starke Durchgangsverkehr auf der Meitinger und Augsburger Straße wurden von den Anliegern kritisiert. Bürgermeister Brugger betonte dabei, dass er die Vollsperrung der Brücken bedauere, aber es leider keine andere Lösung gebe. Um die Arbeiten möglichst schnell zu beenden, soll auf der Baustelle im Schichtbetrieb sowie an Samstagen gearbeitet werden. Darüber hinaus will die Marktgemeinde ihre Bauvorhaben am Gemeindewald mit den Brückenarbeiten abstimmen, um die Einschränkungen möglichst gering zu halten.

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