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Klosterlechfeld

16.07.2010

Bühne frei für junge Talente

Bühne frei für junge Talente
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Bühne frei für junge Talente

Ab sofort spielen Solisten und Bands einmal im Monat bei einer offenen Bühne in Klosterlechfeld. Sie wohlen ihre Talent zeigen und sich untereinander austauschen. Von Peter Stöbich

Kathy Parr steht mit der Band Dusty Crowd zum ersten Mal auf der Bühne und performt die alte Blues-Nummer "That's All Right" von Arthur Crudup. Der Song hat einst dem jungen Elvis Presley in einer Cover-Version zu einem seiner ersten Hits verholfen. In Klosterlechfeld verhilft der Song der 24-jährigen Lehramtsstudentin aus Augsburg und ihrer Band, die eine eigenwillige Mischung aus Calypso, Reggae und Ska präsentieren, zu viel Applaus.

Zwanglose Sessions unter Musikern

Dort fand nun das erste Musiker-Treffen statt, zu dem rund zwei Dutzend Teilnehmer in den Gasthof "Zur Kastanie" gekommen waren. Das Lokal in der Bayernstraße 7 bietet künftig jeden ersten Samstag im Monat Anfängern wie Profis die Möglichkeit, gemeinsam ihr Können zu erproben.

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Diese zwanglosen Jamsessions, wie es im Musiker-Jargon heißt, bieten viele Vorteile: "Der kostenlose Erfahrungsaustausch stellt sowohl für Bandmitglieder als auch für Solisten eine wertvolle Bereicherung dar", sagt Otmar Graf aus Schwabmünchen. Der 57-jährige Kaufmann ist Percussionist und einer der Initiatoren dieses regelmäßigen Stammtischs. "Auch vom Zuhören und Zusehen können Nachwuchstalente lernen", weiß er aus eigener Erfahrung.

Lebenstraum mit dem Auftritt erfüllt

Schon am ersten Abend drängen sich auf der Bühne die Musiker, um als Duo, Trio oder Quartett zu üben. Thomas Steinle aus Untermeitingen, der mit seiner Tochter Belinda Countrysongs präsentiert, hat sich mit dem Auftritt vor Publikum einen Lebenstraum erfüllt: Erst seit vier Jahren spielt der 46-Jährige Gitarre, "zuvor stand das Instrument für lange Zeit ungenutzt in der Ecke". So wie Steinle braucht niemand Angst zu haben, dass er in der "Kastanie" von der Bühne gebuht wird: "Denn bei unseren monatlichen Treffen geht es nicht um ein Casting oder tolle Leistungen", betont Graf, "sondern alle sollen Spaß haben und sich ohne Druck ausprobieren können." Das habe viele Vorteile: "Junge Musiker können von altgedienten lernen, Band- und Bühnenerfahrung sammeln und sich ohne Lampenfieber testen." Aber auch Fortgeschrittene profitieren vom Gedankenaustausch in zwangloser Atmosphäre. "Musik wirkt wie ein Katalysator für die Seele", sagt Uwe Bolten aus Schwabmünchen. "Aggression, Freude, Trauer, Melodie, Rhythmus - all das kann man auf sechs Saiten zum Ausdruck bringen." Der Gitarrist spielt in zwei Bands und weiß, "dass jeder einmal klein angefangen hat - darum steht man dem Nachwuchs gern mit Rat und Tat zur Seite".

Beifall habe jeder verdient, der den Mut besitze, sich mit seiner Musik öffentlich zu präsentieren. Andere Künstler brachten Country, Folk, Rock und sogar ein spanisches Gitarren-Solo zu Gehör. Die offene Bühne bedeutet jedes Mal sowohl für die Mitwirkenden selbst als auch für die Zuhörer einen abwechslungsreichen Abend, denn was genau samstags zu hören sein wird, bleibt immer eine Überraschung - eine festgelegte Abfolge oder ein Programm gibt es nicht.

"Wir erhoffen uns von den monatlichen Sessions auch frische Impulse für die Musikszene zwischen Augsburg und Landsberg", sagt Graf. Von Peter Stöbich

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