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Streit

19.01.2019

Bündnis verzichtet vorerst auf Protest

Das Bündnis „Hospital Dinkelscherben“ hofft weiter auf eine Zukunft für das Seniorenheim.
Bild: Marcus Merk

Gemeinde und Gegner hoffen nach einem Treffen auf eine konstruktive Lösung. Die Stiftung steht weiterhin zu ihrem Beschluss, das Seniorenheim zu schließen

Ein Protestmarsch durch Augsburg zum Bischof, der Regierung von Schwaben und dem Landratsamt – davon sieht das Bündnis „Hospital Dinkelscherben“ erst einmal ab. Der neue Name stehe für ein neues Vorgehen, erklärt Ulrich Fahrner vom Bündnis: „Wir haben das Bündnis umbenannt, weil wir den Prozess nun positiv längerfristig begleiten wollen. Denn alles, was das Seniorenheim Dinkelscherben betrifft, wird noch einen langen Weg vor sich haben.“

Die Entscheidung, vorerst auf eine Protestaktion zu verzichten, trafen die Mitglieder des Bündnisses nach einem Treffen im Landratsamt. „Zusammen mit Vertretern der Gemeinde und der Heimaufsicht fanden dabei konstruktive Gespräche statt“, sagt Ulrich Fahrner. Und auch im Hintergrund führt das Bündnis Hospital mit Fachleuten Gespräche. In 14 Tagen will Ulrich Fahrner ein Positionspapier herausgeben, dann erst werde das Bündnis über eine Protestaktion beratschlagen. „Wir wollen unsere Diskussion mit Leben füllen und nicht nur Klamauk machen.“ Schließlich sei der Bedarf an Altenpflege in Dinkelscherben auf lange Sicht da, aber nicht ausreichend gedeckt. „Das ergeben Erfahrungswerte und präzise Berechnungen.“

Für die Hospitalstiftung hat das Treffen im Landratsamt an ihren Plänen nichts geändert. Bernhard Gattner, Pressesprecher für den Caritasverband der Diözese Augsburg, bei dem die Spitalstiftung Mitglied ist, erklärte: „Das Gericht hat den Antrag voll abgeschmettert. Das bestätigt unsere Haltung.“ Ihn ärgere vor allem die Stimmungsmache und die Drohung, den Bischof in die Angelegenheit miteinzubeziehen. „Es handelt sich um eine bürgerliche Stiftung, da kann der Bischof sowieso nichts machen“, sagt Gattner. Die Stiftung werde ab sofort damit beginnen, mit Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern Gespräche zu führen. „Bis Juni wird alles wie bisher weitergeführt. Doch der Beschluss steht fest, im Laufe des Jahres wird das Seniorenheim geschlossen.“

Dinkelscherbens Bürgermeister Edgar Kalb will sich damit aber noch nicht abfinden. Er erklärte, dass er in das Treffen am Landratsamt mit wenig Erwartungshaltung hinein, aber mit vielen Erkenntnissen rausgegangen sei. „Nach den Gesprächen mit der Heimaufsicht ist uns klarer, welche Mängel konkret anstehen. Es war nicht ausreichend, immer nur pauschal mit einer geschätzten Kostensumme zu argumentieren.“

Das Ziel der Gemeinde Dinkelscherben sei jetzt, einen Plan aufzustellen, der festlegt, wann welche Mängel beseitigt werden könnten. „Alles, was Hygiene und Sicherheit betrifft, hat hohe Priorität und muss zügig beseitigt werden. Aber das verschafft die Zeit, kleinere Details später in Angriff zu nehmen. Mein Eindruck ist, dass es im Seniorenheim eigentlich keine unlösbaren Probleme gibt.“ (mahei)

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