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Gessertshausen

22.11.2018

Bürgerhaus in Gessertshausen: Warum dauert es so lange?

Zu dem Zeitpunkt des geplanten Einzugs sah das Haus der Kinder noch ziemlich unfertig aus.

Der zuständige Architekt erklärt den Ablauf des Baus in Gessertshausen. So sehen Zeitplan und Kostensituation für das Bürgerhaus aus.

Eigentlich sollte der Bau des Hauses für Kinder/Bürgerhaus in Gessertshausen bereits in diesem Schul-/Kindergartenjahr bezogen werden. Doch ein Blick auf die Baustelle zeigt: Fertig ist der Bau noch lange nicht. Wenig begeistert von der vehementen Bauverzögerung zeigten sich nun auch die Gemeinderäte, als der verantwortliche Architekt Peter Kern einen Sachstandsbericht zur derzeitigen Zeitschiene und der aktuellen Kostensituation im Gemeinderat abgab.

Mehrkosten beim Bürgerhaus von 20.000 Euro

Die Bauhauptgewerke wie die Arbeiten von Baumeister, Zimmerer, Dachdecker sowie der Fenstereinbau seien abgeschlossen, so Kern. Im Moment sei man mit dem technischen Innenausbau, also der Elektrik, Wasser, Abwasser, EDV und Lüftung, beschäftigt. Hier stünden die Arbeiten kurz vor dem Abschluss. Doch auch Kern musste zugeben, dass der ursprünglich angedachte schnellere Zeitplan nicht eingehalten werden konnte. Ein neu erstellter Zeitplan garantiere nun den Bezug des Hauses für Juli 2019. Seine Erklärung: Es habe seit Baubeginn immer wieder einzelne Phasen der Verzögerung gegeben. Hier nannte Kern als wichtige Punkte die Baumeisterarbeiten, bei welchen es sehr früh, bereits im Mai 2017, einige Wochen Stillstand gegeben hätte. Damals war der Untergrund durch schlechte Witterung aufgeweicht, sodass lange gewartet werden musste, bis mit dem Fundament und dem Bau des Untergeschosses weitergemacht werden konnte. Dann standen die Zimmererarbeiten an. Man habe angesichts des Winterwetters 2017 gerade noch das Dach schließen können, daran schloss sich eine kleine Phase der Verzögerung, da der Stahltritt nachgearbeitet werden musste. Dies führte auch zu Mehrkosten von 20000 Euro.

Bereits 1,5 Millionen abgerechnet

Als weiteren Verzögerungspunkt nannte der Architekt das Thema Tektur im Mai 2017. Hier hatte der Gemeinderat eine Änderung des Baus beschlossen: Auf den großen Toilettenblock wurde verzichtet, das barrierefreie WC geändert. Somit konnten die Innenwände in diesem Bereich erst nach Eingang der Genehmigung der Tektur, ein dreiviertel Jahr später, gebaut werden. Dazu erklärte Kern: „Wenn ein WC-Block verschwindet, verschieben sich auch Wasserinstallationen“. Auch dies habe Zeit gekostet. Auch die technischen Gewerke in diesem Jahr haben deutlich länger gedauert, als ursprünglich angenommen und sind auch noch nicht zu 100 Prozent erledigt. Mit dem Abschluss müsse noch bis zur nächsten Woche gewartet werden, wenn ein Lüftungsaggregat in die Turnhalle gebracht wird. Im Vergleich zu den ursprünglichen Berechnungen haben sich die Kosten der großen Gewerke um 23779 Euro erhöht. Diese seien inzwischen mit 1,5 Millionen Euro abgerechnet.

Gemeinderäte sind nicht begeistert

Zudem könnten noch zwei Posten teurer werden, Tiefbau und Kanal. Hier rechnet er mit einer Erhöhung der Kosten von etwa 40000 bis 45000 Euro gegenüber dem veranschlagten Betrag, da wesentlich mehr Kanäle zusätzlich bereinigt und ausgetauscht werden mussten, als angenommen. Eine weitere Kostenmehrung sei zu erwarten im Bereich der Gerüstbauarbeiten. Hier zeichnen sich zusätzliche 15000 Euro ab. Da nur noch kleinere Gewerke an dem Haus arbeiten müssen, seien mögliche Schwankungen nicht mehr so groß. Sein Fazit: Insgesamt könnte das Haus um 100000 Euro und damit vier Prozent der Baukosten teurer werden.

Die Gemeinderäte zeigten sich ob der Auskünfte nicht begeistert, vor allem schien ihnen das Ineinandergreifen der einzelnen Gewerke nicht gut gelungen. „Der Dachstuhl war sechs Wochen offen, über Wochen war kein Handwerker auf der Baustelle zu sehen“, monierte Herbert Sohr (CSU). „Baubeginn war im Mai 2017, Weihnachten war das Dach geschlossen. Das ist keine schlechte Zeitspanne“, so Kern. Allerdings gab er zu, bei der Ausschreibung für die Zimmererarbeiten eine „Ehrenrunde“ gedreht zu haben. Sohr aber beharrte darauf, dass die Gewerke Hand in Hand gehen sollten. Bis Juli 2019 dauert der Bau des Kinder-/Bürgerhauses zwei Jahre und zwei Monate. Etwas mehr Druck, um voranzukommen, hätte sich auch Roland Ziegler (CSU) gewünscht. Bemängelt wurde vom Gremium auch die Kommunikation. Erst spät habe man erfahren, dass der Bau nicht fertig werde. Bürgermeister Jürgen Mögele sah alles noch im grünen Bereich. Zum Glück habe ja eine Hortgruppe noch ausgereicht.

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