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Politik

09.07.2018

Bürgermeister: „Das haben wir nicht verdient“

In Gablingen kracht es zwischen Gemeinderat und Verwaltung. Auslöser sind Bauvorhaben, die nicht vorankommen

Die Auftragsbücher der Firmen sind voll – so voll, dass sie teilweise offenbar keine Angebote auf Anfragen abgeben: So ging es jedenfalls der Gemeinde Gablingen: Bei der Kindertagesstätte Haus für Kinder St. Georg in Lützelburg müssen noch die Außenanlagen fertiggestellt werden. „19 Firmen wurden angeschrieben, wir haben aber kein Angebot erhalten“, gab Bürgermeister Karl Hörmann jetzt auf der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt. Das Vorhaben wurde nun erneut ausgeschrieben, und Hörmann hofft, dass die Gemeinde im Herbst ein „wertungsfähiges“ Angebot erhält. Viele Projekte könnten derzeit wegen mangelnder Angebote nicht verwirklicht werden. Entweder es gebe keine oder überteuerte Angebote, so Hörmann.

Mit diesem Phänomen müssen sich auch andere Gemeindeverwaltungen herumschlagen. Sogar der Landkreis Augsburg tut sich inzwischen schwer, genügend Angebote für seine Bauvorhaben zu bekommen, wie eine Sprecherin des Landratsamtes auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. In Verzug sei deswegen aber noch kein Vorhaben geraten.

Doch zurück nach Gablingen: Schon vorher hatte Karl Hörmann Projekte genannt, für die Vergaben erfolgten und die zum Teil auch schon umgesetzt werden. Projekte, wie Hörmann auf Rückfrage unserer Zeitung erklärte, die immerhin ein Vergabevolumen von einer Million Euro ausmachen. Dazu gehören unter anderem die Pumpstation Foret (im Bau), die Schlammentwässerung für die neue Kläranlage, die EDV-Umstellung im Rathaus, ein Freiflächenplan für das Haus für Kinder in Lützelburg, die Renovierungsmaßnahmen im Altbau des Hauses für Kinder, Straßensanierungen in 2018/19. Auch Bauamtsleiterin Helga Kraus gab einen Sachstandsbericht über die Projekte, die im Bauamt bearbeitet werden.

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Damit aber zeigte sich ein Teil der Gemeinderäte keineswegs zufrieden. Erwin Almer (SPD/BU-Fraktion) monierte wie schon so oft, dass die behindertengerechte Toilette im Bürgerhaus der Siedlung immer noch nicht gebaut ist. Hier läuft eine neue Angebotsrunde, so Bürgermeister Hörmann, nachdem kritisiert worden war, dass keine heimischen Firmen angefragt wurden. Unterhalt Theaterheim und Gemeindehäuser, Bankettsanierung Peterhofstraße, behindertengerechte Rampe an der Grundschule: „Keine Aktivitäten, ich höre nichts“, listete Gemeinderat Martin Uhl eine ganze Reihe von Baumaßnahmen auf, die die Gemeinde bislang nicht umgesetzt habe. „Wir stellen Hunderttausende in den Haushalt, aber es passiert nichts.“

Die Vorwürfe an die Verwaltung und ihn selbst wies Bürgermeister Hörmann entschieden zurück. „Wenn ihr Verwaltung und Bauamt fertigmachen wollt, ist das schade. Diese Angriffe haben wir nicht verdient.“ Er stehe hinter seiner Verwaltung, die an der Grenze der Belastung arbeite, betonte Hörmann auf Rückfrage. Er wünsche eine konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat. Der Gemeinderat tagt wieder am Dienstag, 31. Juli. (pks)

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