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Adelsried

30.03.2020

Bürgermeister mit 27: So tickt der jüngste Rathauschef im Landkreis

Sebastian Bernhard ist 27 und der neue Bürgermeister in der Gemeinde Adelsried. Jung sein, ist für ein politisches Amt kein Nachteil, sagt er.
Bild: Michaela Krämer

Plus Sebastian Bernhard ist der neue Bürgermeister in Adelsried – und das im Alter von 27 Jahren. Die Wahl war für ihn eine große Überraschung. Was ihn antreibt.

Gemütlich sieht es bei Familie Bernhard in Adelsried aus. Momentan wird hier kräftig angepackt. „ Das Haus meiner Großmutter umgebaut“, sagt Sebastian Bernhard. Sobald es fertig ist, will der neue Adelsrieder Bürgermeister dort auf einer Etage einziehen. Die Fertigstellung hat in den vergangenen Monaten unter der Zweifachbelastung gelitten: Der Beruf als Maschinenbautechniker und die Politik mussten unter einen Hut gebracht werden. Jetzt, nachdem Sebastian Bernhard mit 61,8 Prozent zum Bürgermeister gewählt worden ist, beginnen die ersten Weichenstellungen für sein Amt.

Die Vereidigung soll im Mai in der konstituierenden Sitzung stattfinden. Die Kündigung bei der MAN liegt noch in der Schublade, die hat er noch nicht abgegeben. Auch er arbeitet jetzt im Homeoffice, erzählt Bernhard, während er Kaffee und Kuchen serviert – natürlich mit Abstand. „Man will ja nichts riskieren“, sagt Bernhard. Er sei in den letzten Wochen natürlich mit vielen Menschen zusammengekommen.

Die Jugend tut nichts? Das will Sebastian Bernhard ändern

Die Entscheidung zu kandidieren, traf der 27-Jährige erst im Oktober in einer Runde mit Vertretern der Adelsrieder Christsozialen. „Die Jugend tut nichts“, hatte er sehr oft in der Gemeinde gehört. Das habe ihn motiviert, sich aufstellen zu lassen. Denn jung zu sein, sei keinesfalls ein Nachteil. Das habe er schon in Österreich gesehen, als sein Namensvetter Sebastian Kurz damals ebenso mit 27 Jahren zum Außenminister gewählt worden war.

Bereits in jungen Jahren hat Bernhard schon viel Verantwortung übernommen. So führt er seit vier Jahren mit Erfolg den Musikverein als erster Vorsitzender und ist federführend im Festausschuss für das große Gemeindejubiläum „Adelsried Eintausend“ dabei gewesen.


Seit Jahren Schlagzeuger bei den Adelsrieder Musikanten

Seine Familie war ziemlich geschockt, als er ihr erzählte, dass er sich zum Bürgermeister hatte aufstellen lassen. Und seine Großmutter brauchte auf diese Nachricht hin sogar einen Schnaps, erzählt der fröhliche Junggeselle lachend. Überhaupt ist der in Adelsried geborene Bernhard ein geselliger Mensch. Das hat auch mit seinen beiden Hobbys zu tun: Da sind einerseits die Adelsrieder Musikanten, bei denen er leidenschaftlich das Schlagzeug bearbeitet und seit vier Jahren das Amt des ersten Vorsitzenden inne hat. Andererseits gibt es das Adelsrieder Dorftheater. Regelmäßig zur Weihnachtszeit bringt es viel Fröhlichkeit auf die Bühne des Schützenheims. Das klingt ja schon wie ein wahres Multitalent. Dass er den beiden Vereinen weiterhin treu bleiben wird, versteht sich von selbst.

Um fit zu bleiben, trainiert der künftige Bürgermeister regelmäßig im Sport und Fitness Center in Welden. Im Winter geht er in Südtirol gerne auf die Piste. Snowboarden mit Freunden ist eine willkommene Abwechslung, die dieses Jahr allerdings aufgrund der Wahl ausgefallen war. Er ist ein Fan der Berge, sagt er. Wenn es die Zeit erlaubt, steigt er aufs Rad. Und er liebt Spanien. „Letztes Jahr war ich in Barcelona“, berichtet er. Kulinarisch bevorzugt er die gut bayerisch-schwäbische Küche. Da darf es gerne etwas Herzhaftes sein. Aber auch mit leckerer Pasta lässt sich der 27-Jährige gerne verwöhnen. Hin und wieder liebt er es auch scharf und schwört auf asiatisches Essen. Selber zu kochen ist überhaupt nicht sein Ding. Das überlasse er denen, die es können. Bernhard träumt davon, einmal mit einem Mietwagen quer durch Amerika zu reisen. „Ganz klassisch auf der Route 66 von der Ost- zur Westküste“, sagt er.

Schule und Kinderharten haben oberste Priorität

Was seine politische Zukunft in der Gemeinde Adelsried betrifft, so hat Sebastian Bernhard ganz klare Vorstellungen: Schule und Kindergarten haben oberste Priorität. Aber auch Schaffung neuer Gewerbeflächen, Wohnraum für junge Familien wie auch betreutes Wohnen sind seine ganz konkreten Ziele.

Für die jetzige schwierige Lage in Zeiten des Corona-Virus heißt es für ihn: Auseinanderrücken, aber zusammenhalten.

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