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Langweid

23.11.2019

Bürgerversammlung: Langweid wächst in alle Richtungen

In Langweid entstehen derzeit zahlreiche Neubauten. Dadurch entstehen neue Anforderungen an die Verkehrswege sowie an die gemeindliche Infrastruktur.
Bild: Marcus Merk

Mehr Einwohner, mehr Häuser, neue Schule: Wie die Gemeinde da steht und welche Fragen die Einwohner bewegen.

Die Gemeinde wächst stetig und hat deshalb auch viele Baustellen. Inzwischen sind insgesamt 8530 Menschen in Langweid gemeldet. 92 Bürger mehr als noch vor einem Jahr. Mit dieser Zahl startete Bürgermeister Jürgen Gilg seinen Bericht bei den gut besuchten Bürgerversammlungen in Langweid und Achsheim. Straßen und Verkehr standen dort ebenso wie die öffentlichen Einrichtungen im Mittelpunkt.

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Wichtige Themen der Bürgerversammlung waren:

  • In einem neuen Bürgerbüro sollen die Langweider künftig im barrierefreien Rathaus ihre Angelegenheiten erledigen können.
  • Auf 20 Millionen Euro werden die Kosten für den Neubau der Mittelschule geschätzt. Das Gelände der Mittelschule ist groß genug, um neu zu bauen und danach den Altbau abzureißen. So bleibt den Schülern und Lehrern ein Unterricht in Containern erspart. Im Rahmen eines Architektenwettbewerbs soll die beste Lösung gefunden werden.
  • Ein Ärgernis ist die Baustelle der Bahnüberführung an der Schmuttertalstraße. „Wann haben wir endlich wieder freie Fahrt von und nach Achsheim?“ – das bewegt viele Langweider. Erst im Spätsommer oder Herbst 2020 werden die dann zweispurige Unterführung und der neue Fuß- und Radweg wieder voll befahrbar sein, so der Bürgermeister. Bis zum Einschub der neuen Brücke lagen die Arbeiten im Zeitplan, danach gab es an der Baustelle der Bahn Probleme. Deshalb konnten die Arbeiten am Kreisverkehr, die in Regie der Gemeinde laufen, nicht wie geplant im Herbst beginnen. Rund ein halbes Jahr länger als geplant wird die Sperrung dauern.
  • Nicht begraben, sondern verschoben wurde die Realisierung der Pläne zur neuen Personenunterführung am Bahnhof. Die Kosten liefen durch enge Zeitfenster bei den Genehmigungen aus dem Ruder, nun wird die Umsetzung für die nächste Sperrpause der Bahn 2022 geplant.
  • Viele Zahlen und ein Fazit hatte Kämmerer Helmut Gensberger für die Besucher im Pfarrheim. Eine Finanzreserve von 7 Millionen Euro Ende 2018 klingt nach Reichtum, doch dem stehen hohe Investitionen gegenüber. 7,2 Millionen für die Kitas, drei Millionen für Grundstücke, eine halbe Million für die Gemeindestraßen, knapp 660 000 Euro für den Badesee. Die größte Zahl, die schon im Raum steht, sind 20 Millionen für eine neue Schule. Künftig werden Kredite benötigt, um alle Vorhaben zu stemmen.

Welche Themen die Bürger noch bewegen, zeigten die Diskussionen nach den Berichten des Bürgermeisters und des Kämmerers:

  • Wo kommt unser Wasser her? Warum braucht es einen Notverbund mit Gersthofen? Das Trinkwasser für Langweid kommt aus dem gemeindeeigenen Brunnen aus 220 Meter Tiefe in Lechnähe. „Wir sanieren unsere Wasserversorgung laufend“, versicherte Bürgermeister Jürgen Gilg. Der Notverbund stellt sicher, dass bei Zwischenfällen – wie dem Blitzeinschlag im Wasserwerk vor einigen Jahren – die Versorgung der Bürger mit Trinkwasser gewährleistet ist. Einen Zusammenschluss der Wasserversorgungen werde es selbstverständlich erst geben, wenn die Chlorung nicht mehr nötig ist und die Probleme mit Keimen in Gersthofen gelöst sind.
  • Die Luftfeuchtigkeit in der Schwimmhalle ist hoch. Gibt es ein Problem mit der Lüftung? In die Schwimmhalle wird immer wieder investiert; in Sanitäranlagen und Lüftung wurden 2018 erst 85 000 Euro gesteckt. Mehr Geld kann erst ins Bad fließen, wenn Förderzusagen vorliegen.
  • Warum verkauft die Gemeinde Flächen und verpachtet sie nicht, um Grund und Boden für künftige Generationen zu bewahren? Gewerbetreibende haben kein Interesse daran, teure Betriebsanlagen auf Pachtgrund zu bauen. Auch müsste die Gemeinde nach Ablauf von Pachtverträgen Gebäude, die auf den Grundstücken errichtet wurden, ablösen. Das sei nicht praktikabel. Man setze auf wertvolle Ausgleichsflächen, die konsequent ausgewiesen würden. Um den Flächenverbrauch zu minimieren, setze man verstärkt auf Nachverdichtung. Die aktuelle, hohe Bautätigkeit beschränke sich auf Gemeindebereiche, die bereits vor über 10 Jahren als Wohnbauflächen ausgewiesen worden seien.
  • Wann wird die Aussegnungshalle auf dem Friedhof in Langweid hergerichtet? Die Aussegnungshalle soll im kommenden Jahr neue Fenster und einen neuen Anstrich bekommen. Nach einigen Schwierigkeiten sollten die Probleme mit der Sauberkeit nun im Griff sein.
  • Wird es in Achsheim Breitband im Gigabit-Bereich geben? Aktuell gäbe es keine Möglichkeiten für einen weiteren Ausbau. Man bleibe aber am Ball und werde bei neuen Fördermöglichkeiten für den gesamten Gemeindebereich tätig werden, so der Bürgermeister.
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