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Gablingen

24.02.2019

Bunt, lokal, politisch und köstliche Seitenhiebe

Bei der Faschingssitzung der Glammhogga in Gablingen gibt es nicht nur spektakuläre Tänze und witzige Seitenhiebe auf die Lokalpolitik. Skurril und etwas sozialkritisch wirkt der „Aufstand im Altenheim“ des Theatervereins.
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Bei der Faschingssitzung der Glammhogga in Gablingen gibt es nicht nur spektakuläre Tänze und witzige Seitenhiebe auf die Lokalpolitik. Skurril und etwas sozialkritisch wirkt der „Aufstand im Altenheim“ des Theatervereins.
Bild: Andreas Lode

Glammhogga in Gablingen präsentieren spektakuläre Tänze und zeitlose Witze auf die Geschehnisse im Ort. Weder Bürgermeister noch Gemeinderäte bleiben verschont.

Egal ob Ortszentrum, Jugendtreff oder die Nachfolge des Bürgermeisters – bei der Faschingssitzung der Glammhogga in Gablingen gibt es nicht nur spektakuläre Tänze, sondern einige witzige Seitenhiebe auf die Lokalpolitik.

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Nachdem sie die Faschingssitzung mitsamt Fanfarenzug, Garde und Tanzmariechen eröffnet haben, leistet sich die CCD Deubachia einen Fauxpas: Auf der Bühne in Gablingen macht die Sprecherin Werbung für den Umzug in Deubach am Faschingsdienstag. Irgendwo hinter der Bühne ruft jemand: „Das kostet“, und die Präsidentin der Glammhogga, Annemarie Sauler, schreitet ein: „Wir haben am Dienstag unseren eigenen Umzug.“ Das Publikum ist amüsiert.

Nach der Deubacher Faschingsvereinigung betritt Moderator Johannes Pröll im Kostüm von Albert Einstein die Bühne. Pröll, der schon viele Jahre als Teil der Feuerwehr auf der Bühne steht, übernimmt heuer zum ersten Mal die Moderation als verschrobener Wissenschaftler.

Bunt, lokal, politisch und köstliche Seitenhiebe

Chillen in der Schulkantine

Bei der Faschingssitzung der Glammhogga vergeht nicht viel Zeit, bis der anwesende Bürgermeister Karl Hörmann und sein Gemeinderat zum ersten Mal Thema auf der Bühne sind. Die Whatsdeppen spielen zum wiederholten Mal einen Sketch. Johannes Scherer, Leonie Fabry, Julia Köhn und Alexander Breu stellen vier Schüler da, die sich in der Schulkantine treffen. „Wo sollen wir denn sonst chillen“, fragt eine Schülerin genervt. Einen Jugendtreff gebe es in Gablingen ja noch immer nicht.

Wenn der Gemeinderat für das Jugendzentrum so lange brauche wie für das Ortszentrum, „dann können unsere Enkel mal davon profitieren“, sagt einer der Schüler. In Gablingen gehe sowieso nichts voran, sind sie sich einig. Die Hoffnung ist jedoch: „Wenn der Schantin ins Rathaus einzieht, wird alles besser.“

Bürgermeister kommt im Bademantel

Bürgermeister Karl Hörmann sieht die Spitzen gegen seine Verwaltung gelassen. Vielleicht hilft ihm dabei auch sein gemütliches Outfit: Im Bademantel ist er zur Faschingssitzung gekommen. Auf die Frage, was er vom Sketch der Whatsdeppen hält, antwortet Hörmann: „Es ist Fasching, und eigentlich ist es ja gut, wenn die Sachen auf den Punkt gebracht werden.“ Es gehöre dazu, dass überspitzt wird, sagt der Bürgermeister. Der Aussage, dass in Gablingen nichts vorangeht, will er sich aber natürlich nicht anschließen.

Allerdings nehmen die Acts der Glammhogga nicht nur die Politik ins närrische Visier. Auch einige Gablinger Bürger sind Thema. Vor allem solche, die öffentlich gegen den Faschingsumzug protestiert haben. Der Vorschlag der Whatsdeppen – „die sollen an dem einen Tag im Jahr doch einfach fortfahren“ – erntet Jubel im Publikum.

Auch Gemeinderäte sind wieder Thema

Auch immer wieder Thema ist ein Supermarkt. Zum Beispiel bei den Lokalmatadoren Sabine Baur, die schon seit der ersten Sitzung auf der Bühne steht, und Christian Kaiser alias Doofi und Gescheiderle: „Da brauchst du halt ein bisschen Zeit.“ Doofi und Gescheiderle vollführen in ihrem Sketch einen lokalen Rundumschlag. Auch Gemeinderäte sind wieder Thema, vor allem solche, die beschließen, dass in Nebenstraßen nicht mehr geräumt wird, und sich dann beschweren, wenn vor der eigenen Haustür die Straße verschneit bleibt. Außerdem geht es um die Kneipen im Dorf, die Dorfweihnacht inklusive „After-Party im Pumphaus“ und um das Raumproblem für Veranstaltungen am Ort.

Die Sketche bei der Faschingssitzung sind aber nicht nur politischer Natur. Skurril und etwas sozialkritisch wirkt zum Beispiel der „Aufstand im Altenheim“ des Theatervereins. Vor allem witzig ist die Fortsetzung eines älteren Sketches, „Baustelle 2.0“ der Freiwilligen Feuerwehr. Zudem können die Organisatoren auch über sich selbst lachen. In einem der letzten Programmpunkte nehmen die Firefighter den Prozess der Beitragsfindung für die Faschingssitzung als Castingshow auf die Schippe. Nachdem sich kein geeigneter Act findet, betonen die Juroren: „Müssen wir halt doch wieder zum Gemeinderat, die machen das ganze Jahr das größte Theater.“

Männerballett in martialisch-mystischen Kostümen

Auch spektakuläre Tanzauftritte stehen auf dem Programm: das Kötzer Männerballett in martialisch-mystischen Kostümen, oder die Showtanzgruppe Forever Flair aus Gersthofen mit ihrem Programm „Anaconda“. Eine Polonaise hilft, die Zeit bis zum letzten Tanzauftritt der Gruppe Lach Moro aus Mering zu überbrücken. Glammhogga-Präsidentin Annemarie Sauler sieht die Verspätung gelassen: „So etwas passiert halt.“ Außerdem ist sie erleichtert, dass ansonsten alles problemlos funktioniert hat.

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