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Nahverkehr

29.06.2020

Busprojekt war ein Flop

Fahrten nach Neusäß werden nicht angenommen

Nach einer fast zweijährigen Testphase steht fest: Die zusätzlichen Busverbindungen von Schlipsheim, Westheim und Hainhofen ins Neusässer Zentrum sind ein Flop. Wie Katharina Geirhos vom AVV nun dem Verwaltungsausschuss berichtete, fuhren im Durchschnitt maximal zwei Fahrgäste pro Fahrt in dem Bus mit – oftmals fuhr der Bus auch leer. „Das ist ernüchternd und nicht das, was wir erwartet hatten“, sagte Bürgermeister Richard Greiner in der Sitzung.

Immerhin hätten Bürger immer wieder die schlechte Anbindung von Schlipsheim zum Bahnhof Westheim oder ins Zentrum von Neusäß bemängelt. Deshalb hatte der Stadtrat beschlossen, zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 testweise mit der Linie 513 eine bessere Anbindung der Stadtteile Schlipsheim, Westheim und Hainhofen an das Einkaufs- und Ärztezentrum Alt-Neusäß und die Bahnhöfe sowie das Titania anzubieten – auf eigene Kosten. 39000 Euro jährlich stellte die Stadt dafür zur Verfügung.

Aufbauend auf die bestehende Schulbuslinie 510, die vor allem Kinder morgens zum Schulzentrum, in die Eichenwaldschule und zurück bringt, waren von Montag bis Freitag zusätzliche Fahrten unter der neuen Linie 513 eingefügt worden. Die Buslinie 513 bot dann werktags zwischen 9 und 17 Uhr insgesamt zehn Fahrten – fünf in jede Richtung. Diese Zusatzfahrten fanden auch in den Ferien statt.

Busprojekt war ein Flop

Die Hoffnung war, dass dieses Angebot nach erfolgreicher Testphase dann in das reguläre Angebot des AVV aufgenommen wird. Doch daraus wird nichts. „Wir haben keine ausreichenden Fahrgastzahlen, um das Angebot weiter wirtschaftlich zu betreiben“, so Geirhos vom AVV. Es sei zu prüfen, ob für die bessere Anbindung eine individuellere Lösung wie ein Anruf-Sammeltaxi (AST) denkbar wäre.

Warum die Fahrten nicht in Anspruch genommen wurden, dazu konnte Geirhos auf Nachfrage von Stadtrat Bernhard Hannemann (Freie Wähler) nichts sagen.

Josef Hoppe von der Stadtverwaltung erinnerte daran, dass bereits im Jahr 2010 bei einem ähnlichen Test mehr Fahrten der Linie 510 nicht von den Bürgern angenommen worden waren.

Vor Jahren hatte der Nahverkehrsfachmann der SPD, Christian Rindsfüßer, für seine Fraktion einen Antrag auf ein umfassendes innerörtliches Nahverkehrs- und Mobilitätskonzept gestellt. Seine Idee dahinter: Wenn in Augsburg in wenigen Jahren die Mobilitätsdrehscheibe rund um den neuen Hauptbahnhof läuft, dann muss das Konzept auch in Neusäß fertig und auf die neuen Linien abgestimmt sein. Aus jedem Neusässer Stadtteil soll es regelmäßige und leicht planbare Verbindungen zu Straßenbahnen und vor allem Zügen nach München geben.

Nun sagte er auch, es sei schade, dass das Angebot nicht wahrgenommen wurde, und nannte auch das Anruf-Sammeltaxi als Alternative.

Als Wunsch an den AVV wies Rindsfüßer noch darauf hin, dass zukünftig eine zusätzliche Haltestelle am neuen Kindergarten an der Oskar-von-Miller-Straße/Westheimer Straße wünschenswert wäre sowie mehr Fahrten der Linien 500 und 501 zum Titania, da hier der Bus sonntags manchmal so stark genutzt werde, dass man keinen Sitzplatz mehr bekomme. „Am Titania sind die Parkplätze manchmal alle belegt, und das sollte man unterstützen, dass die Leute dann lieber Bus fahren.“ Ein Stundentakt wäre hier angemessen, meint Rindsfüßer. Dem stimmten seine Ratskollegen allgemein zu.

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