1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. CSU will keinen Klima-Notstand in Stadtbergen

Stadtbergen

27.07.2019

CSU will keinen Klima-Notstand in Stadtbergen

Eine intensive Debatte entspann sich im Stadtberger Stadtrat zum Thema Klimawandel. Auch wenn die Stadt allein nicht das Weltklima retten werde, müsse sich jeder an die eigene Nase fassen.
Bild: Alexander Kaya

Die Stadtberger Grünen wollen eine symbolische Erklärung. Der CSU ist das nicht weitreichend genug – die stärkste Fraktion stellt sich ein anderes Konzept vor.

Kein Klimanotstand in Stadtbergen: Dafür soll es eine „Klima- und Zukunftsoffensive“ geben. Die hatte die CSU-Fraktion vorgeschlagen – als Antwort auf den Antrag der Grünen, die den Notstand ausrufen wollten und ein „integriertes Klimaschutzkonzept“ für die Stadt fordern. Stadtrat Tobias Schmid, der sich am Wort „Notstand“ stieß und den Grünen einen „Schaufenster-Antrag“ vorhielt, stellte das Konzept vor.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Die „Klima- und Zukunftsoffensive“ soll auf zwei Säulen stehen: Zum einen ist eine kommunale Plattform für eine direkte Bürgerbeteiligung zum Thema Klimaschutz angedacht. Zum anderen sei ein individueller Klima-Masterplan für Stadtbergen nötig. Schmid erklärte, dass es eine „Aufgabe von höchster Priorität“ sei, „negative Auswirkungen auf die Umwelt einzudämmen“. Ihr Schutz dürfe nicht allein plakatives Thema sein, sondern gelinge durch „reale Selbstverständlichkeit“. Wie diese im Alltag aussehen kann, schilderte Bürgermeister Paul Metz. „Jeder muss sich da an die eigene Nase fassen und überlegen, ob er in den Urlaub fliegt.“

580.000 Euro in Aussicht gestellt

Dabei musste er einräumen, dass er erst vor Tagen kurzfristig mit dem neuen Kämmerer Manuel Eberhard nach Bonn geflogen war. Dort ging es um das Bundesförderprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur. Die Reise hatte sich gelohnt, Stadtbergen wurde aufgenommen. Für die Sanierung der Oswald-Merk-Halle wurde ein Zuschuss von 580.000 Euro in Aussicht gestellt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Roswitha Merk (CSU) schlug in dieselbe Kerbe: „Jeder muss vor seiner eigenen Haustüre anfangen.“ Sie stieß sich ebenfalls am Wort „Notstand“, den die Grünen ausrufen wollen, und fragte: „Was machen wir denn bei einem echten Notstand? Das ist ein Begriff, mit dem wir nicht so einfach umgehen können.“ Stadtrat Günther Oppel (Pro Stadtbergen) erklärte, dass der „Klimanotstand“ rechtlich nicht verankert sei. Er wünschte sich konkrete Maßnahmen statt „theatralischer Äußerungen“.

Klimawandel mache nicht vor den Toren der Stadt halt

Die Einwände wollte Thomas Miehler ausräumen. Er sagte: „Wer Wortklauberei betreibt, der hat es noch nicht begriffen.“ Es gehe grundsätzlich darum, über das Thema zu sprechen und ein Signal nach außen zu geben. Er dankte deshalb Bürgermeister Metz für seine praktischen Vorschläge. Sein Kollege Paul Reisbacher erklärte: Der Klimawandel mache nicht vor den Toren der Stadt halt. Die Grünen vertrauten auf den Weckruf der Jugend, die mit der „Fridays for Future“-Bewegung aktiv sei. Die Schüler würden das aussprechen, was allen längst bewusst sein sollte: Es sei höchste Zeit zu handeln.

Unterstützung gab es von Herbert Woerlein (SPD). Die momentane Hitze zeige, dass der Klimawandel in vollem Gange ist. Niemand könne das bestreiten. Freilich könne eine Stadt nicht das Weltklima retten. Aber jeder könne einen Beitrag leisten. Woerlein erinnerte an die Initiativen vor Jahrzehnten, um das Waldsterben aufzuhalten. Stadtbergen müsse ein Zeichen setzen. Und das sollte nach dem Wunsch der Grünen mit dem sogenannten Klimanotstand geschehen.

Ziel ist ein klimaneutraler und zukunftsfähiger Lebensstil

Dahinter steckt eine symbolische Erklärung zur Grundlage politischer Entscheidungen, um die Klimakrise öffentlich als Aufgabe höchster Priorität anzuerkennen. Laut Pressemitteilung des Grünen-Ortsverbands gehe es um einen breiten öffentlichen Aufruf, der die Stadtgesellschaft verändern soll – hin zu einem klimaneutralen und zukunftsfähigen Lebensstil.

Auch in Altenmünster sollte der Klimanotstand ausgerufen werden –der Gemeinderat lehnte den Vorschlag eines Bürgers aber ab.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren