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Meitingen

18.10.2019

Carsharing: In Meitingen kann man sich nun ein Auto teilen

Meitinger können in Form von Carsharing künftig entweder einen Kleinwagen oder einen Kleinbus mit neun Sitzen ausleihen. 
Bild: Thomas Hosemann/swa

Am Rathaus werden zwei Fahrzeuge für die Nutzer zur Verfügung stehen. Darunter ist auch ein Kleinbus mit neun Sitzen. So funktioniert´s.

Es hat gedauert. Nach einigen Umwegen steuerte der Meitinger Gemeinderat nun eine Entscheidung an und sprach sich für das Auto-Teilen, sprich Carsharing, aus. Für die Meitinger heißt das, dass sie künftig entweder einen Kleinwagen oder einen Kleinbus mit neun Sitzen ausleihen können. Angeboten werden die Fahrzeuge von den Stadtwerken Augsburg (siehe Infokasten). Einige offene Fragen hatten dazu geführt, das das Thema Carsharing wiederholt eine Runde im Marktgemeinderat drehte. Bereits vor eineinhalb Jahren hatten die Freien Wähler den Antrag gestellt, dass es in Meitingen die Möglichkeit geben sollte, sich ein Auto zu teilen.

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So funktioniert das Carsharing in Meitingen

  • Kosten für die Gemeinde Ein Vertreter der Stadtwerke Augsburg hatte das Carsharing-Modell vorgestellt. Der Knackpunkt: Die Gemeinde muss für jedes Auto, das in Meitingen für die Kunden zum Teilen parat steht, jährlich einen festen Betrag zahlen. Für einen Kleinwagen werden beispielsweise 2300 Euro fällig, für einen Kleinbus 3200 Euro. Liegt die Auslastung über 25 Prozent, erhält die Kommune die Hälfte des Betrages zurück. In Meitingen ist laut Bürgermeister Michael Higl angedacht, für die Essensauslieferung an die Kindergärten den Carsharing-Kleinbus zu nutzen. Das entspräche unter der Woche einer Nutzung von drei Stunden täglich.
  • Grundgebühr Lange nicht geklärt war das Thema Grundgebühr für Kunden. In Augsburg müssen AVV-Kunden mit einem Abo diesen Betrag nicht zahlen. Deshalb stand die Frage im Raum, wie es für AVV-Abokunden aus Meitingen aussieht. Die Antwort darauf konnten die Stadtwerke einige Zeit nicht liefern. Doch nun teilte Higl mit, dass auch Meitinger AVV-Kunden die Grundgebühr entlassen wird, wenn diese ein Abo in die Innenstadt haben.
  • Internetumfrage Eine Umfrage der Gemeinde im Internet rund um das Thema Carsharing hatte gezeigt, dass es Interesse an dem Thema gibt und dass auch ein größeres Fahrzeug gewünscht ist.
  • Beschluss Zunächst werden zwei Autos in Meitingen geteilt werden können. Der Kleinwagen (Opel Corsa oder Ford Fiesta) und Kleinbus (Opel Vivaro) werden am Rathaus zur Verfügung stehen.
  • E-Auto Zunächst wird es kein E-Auto zum Teilen geben. Der Grund: Vor dem Rathaus gibt es zwar eine Ladesäule, doch die ist laut Higl voll ausgelastet und ständig belegt. In einem Dreivierteljahr will der Rat sich genau ansehen, wie das Carsharing angenommen wird und dann darüber entscheiden, ob zusätzlich ein E-Auto in die Flotte aufgenommen wird.
  • Diskussion Nicht alle Gemeinderäte sind von der Carsharing-Idee in dieser Form überzeugt. Die SPD-Fraktion lehnte das Modell geschlossen ab. Matthias Mark (SPD) erklärte, dass ihm die Flexibilität, vor allem im Hinblick auf den Fahrzeugwechsel fehle. Seiner Meinung nach tauge das Modell nicht für den ländlichen Raum. Außerdem frage er sich, wie die Bürger aus den Ortsteilen davon profitieren sollen. Die Freien Wähler, die das Thema angestoßen hatten, standen geschlossen hinter dem Projekt. Fraktionssprecher Fabian Mehring wünschte sich allerdings, dass noch ein E-Auto in die Flotte aufgenommen wird. In der CSU-Fraktion gab es laut Claudia Riemensperger keine einheitliche Meinung, auch wenn sich die Mehrheit schließlich für das Projekt aussprach. Klar für das Carsharing votierte dagegen Annemarie Probst (Grüne).
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